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Sitzungsübersicht
Sitzung
Entgrenzung empirischer Paradigmen für die Genese von Erkenntnis: erkenntnistheoretische Chancen und wissenschaftstheoretische Herausforderungen
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 35
948 2531 6752, 565138
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 4. Empirische Bildungsforschung, 5. Schulpädagogik, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, qualitativ, quantitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Entgrenzung empirischer Paradigmen für die Genese von Erkenntnis: erkenntnistheoretische Chancen und wissenschaftstheoretische Herausforderungen

Chair(s): Dr. Caroline Rau (Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Deutschland)

Die Praxis der empirischen Forschung entwickelt sich im Moment schnell weiter. Traditionelle Grenzen der Paradigmen sowie der damit verbundene klare lehrbuchartige Zuschnitt einzelner Methoden oder methodologischer Zugänge verlieren ihre orientierende Funktion. Im Rahmen der Weiterentwicklung hypothesengenerierender und hypothesenüberprüfender Verfahren sowie im Umgang mit Mixed Methods Ansätzen entstehen damit spezifische Herausforderungen. Konkret stellt sich z.B. die Frage, wie rekonstruktiv-qualitative Forschungsbefunde in quantitative Forschungsdesigns überführt werden können – und umgekehrt. Die epistemische Erwartung in der Kombination mehrerer Paradigmen liegt darin, dass ebendiese einen enormen Zuwachs an Erkenntnisgewinn nach sich ziehen kann. Zugleich bedarf die Kombination derselben aber einer wissenschafts- sowie erkenntnistheoretischen Fundierung, um entsprechende Implikationen der Entgrenzung von Paradigmen reflexiv begegnen und entsprechend weiterentwickeln zu können.

 

Beiträge des Panels

 

Die Übersetzung von Skalen in Kodierregeln und die damit verbundenen Probleme der Kontextualität von Konstrukten

Martina Osterrieder, Anne-Christine Banze, Prof. Dr. Annette Scheunpflug
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Dieser Beitrag legt methodologische Herausforderungen bei der Übersetzung eines psychologischen, quantitativ fundierten Wertemodells für eine qualitative Auswertung dar. Konkret wurde aus den Skalen eines Fragenbogens – dem PVQ5X Value Survey (Schwartz, 2012) – deduktiv ein Kategoriensystem entwickelt, das im Kontext einer Qualitativen Inhaltsanalyse zum Einsatz kam und induktiv weiterentwickelt wurde. Als Datenbasis für die Qualitative Inhaltsanalyse und die Weiterentwicklung des Kategoriensystems dienten Lehrpläne und die darin formulierten Bildungs- und Erziehungsziele, die hinsichtlich der sich in ihnen manifestierenden Werte untersucht wurden. Im Beitrag werden die Herausforderungen der Übersetzung des quantitativen Erhebungsinstruments in das qualitative dargestellt. Zudem wird aufgezeigt, wie die deduktiv-induktive Entwicklung des Kategoriensystems und die damit generierten Befunde das Fragebogenkonstrukt für eine inhaltliche Weiterentwicklung auf der Itemebene angeregt haben. Denn die qualitativ-inhaltsanalytische Auswertung der Lehrpläne deckte gesellschaftliche und institutionenspezifische Erwartungserwartungen (Luhmann, 1984) von Werten auf, während der Fragebogen in seiner Erstfassung zunächst lediglich Selbstauskünfte von Individuen festhält. Ziel des Beitrages ist es, die forschungspraktischen Herausforderungen dieser Untersuchung methodologisch zu systematisieren sowie diese erkenntnis- und wissenschaftstheoretisch einzuordnen.

 

Methodische Herausforderungen bei der Entwicklung eines Messinstruments auf Basis qualitativ-rekonstruierter Primärdaten in Form von Idealtypen

Jana Costa1, Dr. Caroline Rau2
1Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V., 2Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Im Beitrag wird die Entwicklung und Validierung eines Messinstruments auf Basis der Ergebnisse einer qualitativ-rekonstruktiven Forschungsarbeit zu epistemologischen Überzeugungen (EpÜ) von Lehrkräften geisteswissenschaftlicher Fächer (Rau, 2020) vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf der Präsentation einer Systematik zur Überführung qualitativ-rekonstruierter Idealtypen (Weber, 1988), die mittels Dokumentarischer Methode (Bohnsack, 2014) gewonnen wurden, in ein quantitatives Messinstrument. Während bisherige Mixed Methods Forschung häufig auf die Durchführung eines Gesamtprojekts unter Rückgriff auf verschiedene Designs fokussiert ist und die sinnvolle Verknüpfung von quantitativen und qualitativen Methoden auf einer allgemeinen Ebene diskutiert (z.B. Kuckartz, 2014), steht in diesem Projekt das Potenzial bereits existierender qualitativer Primärdaten für die Entwicklung eines quantitativen Messinstruments im Mittelpunkt. Präsentiert werden die Ergebnisse eines quantitativen Pretests (n=200) sowie die damit verbundenen Möglichkeiten und Herausforderungen (1) in der Itementwicklung und (2) der Validierung der Items. Da bislang keine reliablen und validen Messinstrumente zur Erfassung EpÜ von Lehrkräften geisteswissenschaftlicher Fächer vorliegen (Rau, 2020; Priemer, 2006) ist die systematische Entwicklung psychometrisch belastbarer Skalen in diesem Bereich ein zentraler Beitrag zur Weiterentwicklung des Forschungsfeldes und für die Lehrkräftebildung(-sforschung).

 

Die Nutzbarmachung generalisierter Befunde der qualitativ-rekonstruktiven Forschung für Clusteranalysen

Dr. Caroline Rau, Dr. Matthias Borgstede
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Im Rahmen einer qualitativ-rekonstruktiven Studie wurden die epistemologisch-impliziten Überzeugungen von Lehrkräften, die ein geisteswissenschaftliches Fach unterrichten, in den Blick genommen. Im Kontext der Generalisierung der Befunde wurden zunächst Idealtypen (Weber, 1988) gebildet: Darin konnte gezeigt werden, dass Lehrkräfte um die Geltung von Lesarten ringen und eben diese über unterschiedliche Verfahren ausweisen. Diese Idealtypen dienen als „Utopie“ (Weber, 1988), mittels derer – in ihrer Funktion als heuristisches Konstrukt – empirische Einzelfälle wiederum analysiert werden können. Nun zeigen aber bisherige Untersuchungen, dass Lehrkräfte diese abtstrakten Idealtypen häufig nicht als Reflexionsfolie für ihren eigenen Habitus anwenden können: Denn die Analyse des eigenen Habitus setzt voraus, dass Lehrkräfte ihrem eigenen impliziten Überzeugungssystem anhand der Idealtypen explikativ-reflexiv begegnen können. Basierend auf diesen Befunden wurde ein diagnostisches Selbstmessinstrument entwickelt, mittels dessen die Lehrkräfte die Qualia ihrer eigenen epistemologischen Überzeugungen einschätzen können. Dabei wurde das Konzept der Idealtypen in ein quantitatives Klassifikationsmodell übersetzt. Hierfür wurde zunächst eine theoriebasierte k-Means Clusteranalyse durchgeführt, an welche sich eine Diskriminanzanalyse anschloss. Auf diese Weise wurde ein abstraktes Bezugssystem konstruiert, das maximal zwischen den Typen differenziert.

 

Formen der Generalisierung und Replikation qualitativer und quantitativer Forschung

Dr. Matthias Borgstede, Dr. Marcel Scholz
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

In diesem Beitrag stehen die Konstruktion abstrakter Repräsentationen von empirischen Beziehungsstrukturen und die damit verbundenen Herausforderungen der Geltung und Replikation im Mittelpunkt. Während die quantitative Forschung variablenbasierte Modelle verwendet, die von Einzelfällen abstrahieren, bevorzugt die qualitative Forschung fallbasierte Modelle, die von individuellen Merkmalen abstrahieren (Ragin, 1987; Rihoux & Ragin, 2009). Variablenbasierte Modelle werden meist in Form von quantifizierten Sätzen (wissenschaftlichen Gesetzen) formuliert. Diese syntaktische Struktur impliziert, dass Sätze über einzelne Fälle durch deduktives Schließen abgeleitet werden. Im Gegensatz dazu werden fallbasierte Modelle üblicherweise in Form von kontextabhängigen Existenzialsätzen (qualitative Aussagen) beschrieben (Borgstede & Scholz, 2021). Diese syntaktische Struktur impliziert, dass Sätze über andere Fälle durch induktives Schließen begründbar sind. Wir wenden diese repräsentationalistische Perspektive auf die Probleme der Generalisierung und Replikation an. Die repräsentationale Rekonstruktion qualitativer und quantitativer Methoden ermöglicht es, gegenstandsangemessen zu entscheiden, welche Repräsentationsform im Einzelfall geeignet ist, und qualitative und quantitative Konstruktionen zueinander in Bezug zu setzen bzw. miteinander zu verbinden.



 
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