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Session Overview
Session
Poster-Cluster: Education for Sustainable Development
Time:
Monday, 14/Mar/2022:
11:30am - 1:00pm

Session Chair: Prof. Anne Levin, Universität Bremen
Virtual location: Zoom Seminar room 09

982 4768 1881, 040174
Session Topics:
2. General Education, 4. Educational Research and Planning, Division 2, Subdivision Biographical Research in Education, German

Eight posters will be presented in this cluster, all of which are German-language.


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Presentations
ID: 380
Poster
Keywords: Bildung für nachhaltige Entwicklung, Ernährungsbildung, teachers‘ beliefs

Nachhaltige Ernährungsbildung in Schule und Unterricht aus Sicht der Lehrkräfte – eine qualitative Untersuchung

Aline Haustein, Leena Bröll

TU Chemnitz, Deutschland

Ernährungsbildung ist vor allem ein Schwerpunkt der schulischen Gesundheitsförderung (KMK 2012). Fachlich ist sie in der Grundschule im Sachunterricht verankert, bietet aber auch fächerübergreifende und fächerverbindende Anknüpfungspunkte. Darüber hinaus bietet Ernährungsbildung Zugangsweisen für die Beschäftigung mit Dimensionen des Leitbildes für nachhaltige Entwicklung. Sie kann der lebensnahen und anschaulichen Vermittlung von Nachhaltigkeit im Alltag dienen, da damit verbundene Handlungen (Herstellung, Beschaffung, Verarbeitung, Entsorgung, ...) neben gesundheitlichen auch eng mit ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten verknüpft sind (Koerber, Männle, Leitzmann 2004). Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zielt darauf ab, dass Lernende fähig sind, „aktiv an der Analyse und Bewertung von nicht nachhaltigen Entwicklungsprozessen teilzuhaben, sich an Kriterien der Nachhaltigkeit im eigenen Leben zu orientieren und nachhaltige Entwicklungsprozesse gemeinsam mit anderen lokal wie global in Gang zu setzen“ (de Haan 2008). Auch wenn BNE als Bildungskonzept zunehmend strukturell in den Lehrplänen verankert ist, gibt es bisher wenige Hinweise, ob und wie Lehrkräfte in ihrer Rolle als Multiplikator*innen BNE vermitteln und damit nachhaltige Entwicklungsprozesse anstoßen. Ihre eigenen Vorstellungen, Überzeugungen und Werte nehmen dabei genauso Einfluss auf unterrichtliches Handeln und sind Teil Ihrer professionellen Handlungskompetenz wie ihr pädagogisches, fachliches oder fachdidaktisches Wissen (Baumert & Kunter 2006; Hartinger, Kleickmann, Hawelka 2006).

Die vorgestellte Untersuchung beschäftigt sich mit der Fragestellung, welche Vorstellungen Grundschullehrkräfte zu nachhaltiger Ernährung als Thema im Sachunterricht besitzen. Gleichzeitig wird untersucht, ob und wie BNE als Bildungsziel in ernährungsbezogenen Themenbereichen berücksichtigt wird. In leitfadengestützten Interviews werden Lehrkräfte befragt, wie sie die beiden Bildungsbereiche Ernährungsbildung und BNE miteinander verknüpfen und welche Lernziele sie beispielsweise als relevant erachten. Ihre Aussagen werden mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) ausgewertet. Ausgewählte Ergebnisse der Studie werden auf dem Poster präsentiert und diskutiert. Auf Grundlage der empirischen Ergebnisse ist ein konzeptioneller Entwurf einer nachhaltigen Ernährungsbildung in der Grundschule und damit die Weiterentwicklung dieses Bildungsbereichs denkbar.



ID: 419
Poster
Keywords: Bildung für nachhaltige Entwicklung, Bildungsnetzwerke, gesamtinstitutioneller Ansatz

Das Österreichische Schulnetzwerk ÖKOLOG – Ergebnisse der Begleitforschung

Mira Dulle, Prof. Dr. Franz Rauch

Universität Klagenfurt, Österreich

ÖKOLOG ist ein Programm und Netzwerk für die Ökologisierung von Schulen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in Österreich. Sein Hauptziel ist es, verschiedene Themen der BNE (Inhalte und Methoden) in die Lehr- und Lernpraxis sowie in die Schulentwicklung zu integrieren und eine nachhaltige Schulkultur aufzubauen. Zur Unterstützung wurde eine Netzwerkstruktur mit ÖKOLOG-Regionalteams in den neun österreichischen Bundesländern entwickelt. Das ÖKOLOG-Netzwerk wächst stetig, derzeit sind über 600 Schulen (ca. 10% der österreichischen Schulen) und 12 von 14 Pädagogischen Hochschulen im Netzwerk aktiv. Die Koordination erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und die Universität Klagenfurt.

In den 25 Jahren des Bestehens des ÖKOLOG-Schulnetzwerks wurden eine Reihe von Evaluierungen, Untersuchungen und Studien durchgeführt (Rauch & Pfaffenwimmer, 2020).

Die Ergebnisse zeigen Erfolge des gesamtschulischen Ansatzes von ÖKOLOG und geben Aufschluss über Entwicklungsfelder und weitere Forschungsbereiche. Auf Schulebene beeinflusst ÖKOLOG die Veränderung von Unterrichtsmethoden, die verstärkte Integration von gesundheitlichen, ökologischen und sozialen Themen in den auch fachübergreifenden Unterricht und die Gestaltung von Gebäuden bzw. die Schaffung eines gesunden Schullebens (Rauch & Dulle, 2016; Ziener, 2017). Die Umsetzung von ÖKOLOG im Schulalltag erfolgt vor allem durch installierte Mülltrenn- und Vermeidungssysteme, die Nutzung nachhaltiger Energieressourcen und die Implementierung einer nachhaltigen Mobilität. Als besonderer Erfolg des Beitritts zum ÖKOLOG-Netzwerk wird auch die positive Wirkung auf die Schulentwicklung hervorgehoben. ÖKOLOG-Schulen, die eine nachhaltige Alltagskultur leben, können das Umweltbewusstsein und die Kompetenzen der SchülerInnen positiv beeinflussen. Auswirkungen auf das Verhalten der SchülerInnen an ÖKOLOG-Schulen werden in gesundheitsbezogenen Aspekten sowie in der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen gesehen (Swatek & Rauch, 2020). Die Zusammenarbeit mit dem schulischen Umfeld der ÖKOLOG-Schulen wird als ausbaufähig angesehen, ebenso könnten soziale und wirtschaftliche Aspekte stärker gefördert werden (Swatek & Rauch, 2020).



ID: 430
Poster
Keywords: Bildung für nachhaltige Entwicklung, pädagogische Kompetenzen, Hochschulbildung, hochschuldidaktische Weiterbildung

A Rounder Sense of Purpose - Grenzen einer Kompetenzbildung für BNE-Lehrende

Lukas Scherak, Prof. Dr. Marco Rieckmann

Universität Vechta, Deutschland

Das Erreichen einer sozial und ökologisch nachhaltigen Entwicklung wird auch davon beeinflusst, was in unseren Schulen unterrichtet wird, und auf welche Art und Weise Bildungsprozesse gestaltet werden. Dies unterstreicht den Bedarf an Lehrer*innen, die über die Fähigkeiten und die Motivation verfügen, ihren Schüler*innen eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu ermöglichen. Damit Lehrer*innen mit dem Konzept einer BNE arbeiten können, müssen sie Schlüsselkompetenzen für Nachhaltigkeit entwickeln (einschließlich Wissen, Fähigkeiten, Einstellungen, Werte, Motivation und Engagement). Zusätzlich zu den allgemeinen Nachhaltigkeitskompetenzen benötigen sie auch BNE-Kompetenzen, die als die Fähigkeit der Lehrkräfte beschrieben werden können, Menschen bei der Entwicklung von Nachhaltigkeitskompetenzen durch eine Reihe von innovativen Lehr- und Lernmethoden zu unterstützen. Elemente solcher BNE-Kompetenzen werden in verschiedenen Konzepten detailliert beschrieben: das CSCT-Modell (Sleurs 2008), das UNECE-Modell (UNECE 2012), das KOM-BiNE-Modell (Rauch et al. 2008; Rauch & Steiner 2013) und die Ansätze von Bertschy et al. (2013) und Timm & Barth (2021) (vgl. Corres et al. 2020). Auf dieser Grundlage wurde in dem europäischen Projekt 'A Rounder Sense of Purpose' ein Modell für BNE-Kompetenzen entwickelt (Vare et al. 2019), das in verschiedenen Bildungssettings in Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, der Schweiz, Ungarn und Zypern angewendet und validiert wird. In Deutschland wird das Modell als Rahmen für eine Reihe von hochschuldidaktischen Weiterbildungen an der Universität Vechta verwendet (Scherak & Rieckmann 2020). Ausgehend von der Anwendung des Modells an der Universität Vechta wird in diesem Beitrag gefragt: Welche Kompetenzen müssen Hochschullehrer*innen haben, um mit dem Konzept von BNE in der Hochschulbildung zu arbeiten, und wie können diese durch hochschuldidaktische Weiterbildungen entwickelt werden? An welche Grenzen stößt eine BNE-orientierte hochschuldidaktische Weiterbildung? Auf der Grundlage einer Fokusgruppe mit sechs Teilnehmenden der hochschuldidaktischen Weiterbildungen sowie einer Befragung aller Teilnehmenden wurden empirische Daten zu der Beantwortung dieser Frage gewonnen. Die Ergebnisse zeigen u.a., dass die Teilnehmenden durch die hochschuldidaktische Weiterbildung Wissen über das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung, das BNE-Konzept sowie BNE-Methoden gewinnen. Ein Erwerb von BNE-Kompetenzen findet hingegen nur in geringem Maße statt (Scherak & Rieckmann 2020). Ausgehend von diesen Ergebnissen und in Anlehnung an die Unterscheidung einer instrumentellen und einer emanzipatorischen BNE (Rieckmann 2016) soll im Hinblick auf das Tagungsthema reflektiert werden, welche Grenzen und Möglichkeiten sich durch Weiterbildungen für die Entwicklung von BNE-Kompetenzen von Hochschullehrenden bieten.



ID: 441
Poster
Keywords: Bildung für nachhaltige Entwicklung, Wildnisbildung, Schule, Hochschule

Zwischen Be- und Entgrenzung: Wildnisbildung im Kontext einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung

Prof. Dr. Anne-Kathrin Lindau1, Toni Simon2, Jaqueline Simon2, Mohs Fabian3, Reinboth Alma2, Hottenroth Daniela4

1Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Deutschland; 2Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; 3Christian-Wolff-Gymnasium Halle; 4Staatliche Regelschule „G. E. Lessing“ Nordhausen

Das 21. Jahrhundert stellt die Erde und damit die Menschheit vor große globale Herausforderungen wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Bodendegradation und Verlust von Biodiver­sität, die im Modell der Planetaren Grenzen eindrucksvoll aufgezeigt werden (Röckström et al. 2009). Dem Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird ein wichtiger Beitrag zur Lösung dieser Herausforderungen zugesprochen, da sich das Konzept inhaltlich auf die in der Agenda 2030 verankerten 17 Nachhaltigkeitsziele bezieht (UN 2015; Rieckmann 2016). Auf der Suche nach möglichen Konzepten zur Umsetzung einer BNE zeigt der Ansatz der Wildnisbildung Chancen und Potenziale mit Blick auf Ent- und Begrenzungen innerhalb des Bildungsprozesses auf (Lindau et al. 2021). Wildnisbildung fokussiert auf das Erleben von wilder beziehungsweise verwildernder Natur mit dem Ziel, das Verstehen komplexer Systemzusammenhänge zu fördern, um auf dieser Basis Nachhaltigkeitsfragen kritisch zu reflektieren und Möglichkeiten und Grenzen eines nachhaltigeren Handelns zu erörtern (Langenhorst 2016; Lindau, Mohs & Reinboth 2021).

Mit dem Poster soll einerseits bündig das Forschungsfeld der Wildnisbildung skizziert werden, welches in einigen erziehungswissenschaftlichen Diskursen noch weitgehend unbekannt und entsprechend kaum aufgegriffen worden ist. Andererseits sollen mit dem Poster wesentliche Problemfelder der Be- und Entgrenzung von/durch Wildnisbildung zusammenfassend dargestellt werden. Zu diesen gehören beispielsweise (1) die Begrenzung i. S. der wildnisbildnerisch bedeutsamen Suffizienz versus der im Kontext der Wildnisbildung bislang kaum diskutierten „digitalen Entgrenzung“ zum Zwecke der barrierefreien Gestaltung wildnisbilderischer Maßnahmen; (2) die Be-/Entgrenzung von Lehr-Lern-Prozessen durch Schüler*innenvorstellungen und fachliche Klärungen; (3) der mögliche Zusammenhang von Einstellungen und der für den Kontext Schule nach wie vor zentralen Differenzlinie Migration sowie (4) notwendige Entgrenzungen professioneller Handlungskompetenzen im Kontext der universitären (Geographie)Lehrkräftebildung. Mit Blick auf diese und weitere Aspekte werden Be- und Entgrenzungen von und durch Wildnisbildung pointiert sowie ausgewählte Anregungen zur Diskussion und weiteren themenbezogenen Forschung gegeben.



ID: 447
Poster
Keywords: Bildung für nachhaltige Entwicklung, empirische Bildungsforschung, quantitative Forschung

Bildung für nachhaltige Entwicklung im naturwissenschaftlichen Unterricht: Die Auswirkungen einer Thematisierung des Ökosystems Wattenmeer auf umweltpsychologische Konstrukte

Till Schmäing

Universität Bielefeld, Deutschland

Der globale Klimawandel stellt die gesamte Menschheit zunehmend vor teilweise existenzielle Herausforderungen. Im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird in der schulischen Praxis über die Grenzen der Fächer hinweg eine Thematisierung von globalen Umweltproblemen mit verschiedenen inhaltlichen Zugängen umgesetzt. In den Naturwissenschaften werden die Folgen der globalen Erwärmung und die Bedrohungen unter anderem mit einem Fokus auf verschiedene Ökosysteme erörtert.

Obwohl das Wattenmeer ein UNESCO-Weltnaturerbe ist und auf einer nationalen Ebene geschützt wird, wurde es bisher kaum aus der Perspektive der empirischen Bildungsforschung betrachtet (Schmäing & Grotjohann 2021). Um das Potenzial und die Grenzen des Wattenmeeres für die BNE erschließen zu können, wurde in Kooperation mit dem UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum Cuxhaven eine Stationsarbeit entwickelt und durchgeführt. In einem Prä-Post-Follow-Up-Design wurden die Auswirkungen des Unterrichts auf verschiedene umweltpsychologische Konstrukte erhoben. So konnten jeweils über die drei Messzeitpunkte hinweg mit der 2-Major-Environmental-Values-Scale (Bogner & Wieseman 2006) die Einflüsse auf die Umwelteinstellungen und mit der Inclusion of Nature in Self Scale (Schultz 2001) jene auf die Naturverbundenheit der Lernenden (n=157) ermittelt werden. Mit dem erst genannten Instrument werden die Einstellungen zur Natur(aus)nutzung und zum Umweltschutz erfasst. Beide Instrumente wurden bisher in zahlreichen internationalen Studien eingesetzt.

Zum aktuellen Zeitpunkt befindet sich das Projekt in der Datenauswertung. Der Posterbeitrag wird die Ergebnisse präsentieren und dabei die Entwicklung zu den drei Testzeitpunkten sowie den Zusammenhang zwischen den betrachteten Konstrukten statistisch darlegen. Auf diese Weise wird ein Beitrag aus dem Bereich der empirischen Bildungsforschung geleistet mit welchem konkrete Implikationen für die Vermittlung von BNE gegeben werden können.

Literatur:

Bogner, F.X. & Wiseman, M. (2006): Adolescent’s attitudes towards nature and environment: Quantifying the 2-MEV model. In: Environmentalist, 26(4): 247-254.

Schmäing, T., & Grotjohann, N. (2021). Students’ Word Associations with Different Terms Related to the Wadden Sea: Does the Place of Residence (Coast or Inland) Have an Influence? Education Sciences, 11(6), 284.

Schultz, P. W. (2001): The structure of environmental conern: Concern für self, other people, and the biosphere. Journal of Environmental Psychology, 21: 327-339.



ID: 472
Poster
Keywords: Ungewissheit, Unsicherheit, Klimawandel, Professionalisierung, Dokumentarische Methode

Der professionelle Umgang von Geographielehrer*innen mit Unsicherheiten im Kontext des Klimawandels

Melissa Hanke, Prof. Dr. Angelika Paseka, Prof. Dr. Sandra Sprenger

Universität Hamburg, Deutschland

Der Klimawandel stellt eine globale, intra- sowie intergenerationale Herausforderung für das System der Erde dar. Im Sinne einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist die Thematisierung des Klimawandels im Unterricht für Geographielehrer*innen unerlässlich. Eine Schwierigkeit stellt hierbei die Unsicherheit dar, die konstitutiv für Erziehung (Paseka et al. 2018) sowie Wissenschaft ist (Schmidt et al. 2017; Ruggeri 2011) und insbesondere im Kontext von zukunftsbezogenen Nachhaltigkeitsthemen diskutiert wird.

Mit den wissen(-schaft)stheoretischen und handlungsbezogenen Unsicherheiten müssen Geographielehrer*innen in der Unterrichtsplanung und -durchführung umgehen, wobei unterschiedliche Umgangsformen denkbar sind, wie beispielsweise: ignorierend-ablehnend, akzeptierend-bewältigend oder affirmativ-anerkennend (Böing 2016), die differente Auswirkungen auf den Unterricht haben. Beruhend auf der Wissenssoziologie nach Mannheim, ist beim Umgang nicht das explizite Wissen der Geographielehrer*innen handlungsleitend. Entscheidend sind die impliziten, atheoretischen Orientierungen (Nohl 2017).
Folglich soll der Forschungsfrage nachgegangen werden: Woran orientieren sich Geographielehrer*innen beim Umgang mit Unsicherheiten im Rahmen der Unterrichtsplanung und -durchführung zur Thematik Klimawandel?

Die Orientierungen von Geographielehrer*innen wurden im Rahmen von achtzehn digital durchgeführten, narrativen Einzelinterviews mit Geographielehrer*innen mit unterschiedlicher Berufserfahrung an weiterführenden Schulen erhoben und werden aktuell mithilfe der dokumentarischen Methode ausgewertet und rekonstruiert (Nohl 2017). Erste Ergebnisse sollen im Rahmen des Vortrags präsentiert werden.

Literatur
Böing, U. (2016). Ungewissheit – Implikationen einer nicht ausgrenzenden Pädagogik. In U. Böing & A. Köpfer (Hrsg.). Be-Hinderung der Teilhabe. Soziale, politische und institutionelle Herausforderungen inklusiver Bildungsräume (95-114). Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.

Nohl, A.-M. (2017). Interview und Dokumentarische Methode. Anleitungen für die Forschungspraxis (5. Auflage). Wiesbaden: Springer.

Paseka, A. & Keller-Scheider, M. & Combe, A. (2018). Ungewissheit als Herausforderung für pädagogisches Handeln. In A. Paseka & M. Keller-Schneider & A. Combe (Hrsg.), Ungewissheit als Herausforderung für pädagogisches Handeln (1-14). Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Ruggeri, N. L. (2011). Scientific Uncertainty and Its Relevance to Science Education. The University of Wisconsin: ProQuest Dissertations And Theses.

Schmidt, H. & Eyring, V. & Latif, M. & Rechid, D. & Sausen, R. (2017). Globale Klimaprojektionen und regionale Projektionen für Deutschland und Europa. In G. P. Brasseur (Hrsg.), Klimawandel in Deutschland. Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven (7-16). Berlin, Heidelberg: Springer Spektrum.



ID: 478
Poster
Keywords: Serious Games, Climate Change Education, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Co-Creation

Bildung für nachhaltige Entwicklung und Serious Games. pigNplay als Beispiel für die co-kreative Entwicklung digitaler Lernmedien

Alexandra Reith1, Prof. Dr. Marco Rieckmann1, Gero Corzilius2, Dr. Barbara Grabkowsky2, Sarah Reddig3, Annika Greven3, Dr. Justus von Geibler3, Dr. Stefan Alexander Christ4, Prof. Dr. Joachim Hertzberg4, Christian Post5, Sabrina Elsholz5, Prof. Dr. Imke Traulsen5

1Universität Vechta, Fach Erziehungswissenschaften, Deutschland; 2Universität Vechta, Verbund Transformationsforschung Agrar Niedersachsen, Deutschland; 3Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, Deutschland; 4Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Osnabrück, Deutschland; 5Georg-August-Universität Göttingen, Department für Nutztierwissenschaften, Deutschland

Wie in zahlreichen Wirtschaftssektoren sollten im Interesse des Klimaschutzes in der Schweinehaltung effektive emissionsmindernde Maßnahmen getroffen werden. Der Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen hierzu in die Praxis, vermittelt über die Aus- und Weiterbildung, ist eine pädagogische Herausforderung. Da neben der Sachkenntnis auch Einstellungen und Werte der Lernenden berührt sind, erscheinen im Feld von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) Lern-Umgebungen und -Methoden unverzichtbar, die spezifische Kompetenzen fördern (Brundiers et al., 2021) und Verantwortungsübernahme und Handlungsbereitschaft hervorrufen (UNESCO, 2017).

Mit dem Serious Game (SG) pigNplay für digitale Endgeräte wird die komplexe Thematik von Stickstoffkreisläufen in der Schweinemast simuliert. Spieler*innen können Maßnahmen zur Reduzierung klimaschädigender Emissionen virtuell erproben und deren Potential basierend auf den hinterlegten empirischen Daten und Modellen für einen in die Zukunft hineinreichenden Zeithorizont überprüfen. Ziel des Spiels ist es, die Nutzer*innen zu befähigen und zu motivieren, eigenständig klimafreundliche Strategien zu entwickeln.

Der im Rahmen eines DBU-Projekts konzipierte Prototyp des SG wird an landwirtschaftlich berufsbildenden Schulen im Rahmen des Unterrichts getestet. Über die Zielgruppe von Schüler*innen hinaus soll das Endprodukt Studierende und erfahrenere Landwirt*innen beim selbstbestimmten Lernen unterstützen. Um variierenden Ansprüchen gerecht zu werden, wurde für die Entwicklung des SG ein Co-Creation-Ansatz gewählt. Unterschiedliche Interessenvertreter*innen erhalten dabei die Möglichkeit, über Umfragen, Interviews und Workshops Einfluss auf die Spielgestaltung zu nehmen. Einem interdisziplinären Team von Spielentwickler*innen liefert dieses Feedback wertvolle Anhaltspunkte hinsichtlich getroffener Annahmen, der Wahl von Lernzielen und der Zielerreichung.

SGs lassen ein starkes Potential erkennen, Szenarien komplexer Umweltproblematiken darzustellen (Reckien und Eisenach, 2013). Die Strategien und der Erfolg co-kreativer Spielentwicklung sind hingegen kaum erforscht (Katsaliaki und Mustafee, 2015). Erfolgen parallel zu dem Konzeptions- und Entwicklungsprozess von SGs dahingehende Untersuchungen, kann empirisch abgesichert werden, welche Voraussetzungen es begünstigen, dass SGs ihren Zweck in der BNE erfüllen, und mit Blick auf die Spielentwicklung können Optimierungen erfolgen.



ID: 486
Poster
Keywords: Bildung für nachhaltige Entwicklung, Transformative Bildung, Studentisches Engagement, außercurriculares Bildungsformat, Dokumentarische Methode

Gesellschaftliche Transformation durch studentisches Engagement. Eine rekonstruktive Studie im Kontext von Bildung als nachhaltige Entwicklung

Aline Steger

Pädagogische Hochschule Weingarten, Deutschland

Das Promotionsvorhaben hat zum Ziel, das Transformationsverständnis von Studierenden im Kontext von Nachhaltiger Entwicklung zu untersuchen und ihre handlungsleitenden Orientierungen zu rekonstruieren.

Für das Gestalten von Nachhaltigkeitsprozessen im Hochschulbereich wird Studierenden die Rolle als „Change Agents“ zugeschrieben (Nationaler Aktionsplan, 2017). Ein Bildungsformat, in dem sich studentisches Engagement im Kontext von nachhaltiger Entwicklung zeigt, sind die sogenannten „Nachhaltigkeitswochen“. Dabei handelt es sich um eine junge, bildungspolitisch motivierte Bottum-Up-Initiative, die hochschul- und länderübergreifend einen nachhaltigen (Hochschul-)Wandel anstrebt.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung wird im Hochschulkontext bisher überwiegend im Bereich der LehrerInnenbildung sowie der Hochschuldidaktik thematisiert (Keil et al., 2020; Künzli David, 2007; Rieckmann & Holz, 2017), wenige Arbeiten widmen sich explizit Studierenden als GestalterInnen einer Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung (Singer-Brodowski, 2016).

Im geplanten Promotionsprojekt soll folgende Forschungsfrage bearbeitet werden:

Welches Transformationsverständnis leitet Studierende in ihrem Engagement für nachhaltige Entwicklung und welche konjunktiven Erfahrungsräume lassen sich dabei beschreiben?

Das Bildungsformat der Nachhaltigkeitswochen ist ein praktisches Handlungsfeld für BNE/Transformative Bildung und bietet daher einen geeigneten Zugang für die Rekrutierung des Samples an. Dafür sollen mind. 16 Studierende an ca. sechs bis neun deutschsprachigen Hochschulstandorten (D, Ö & CH) befragt werden. Zusätzlich zu Narrativen Interviews werden Gruppendiskussionen geführt, um neben der Identifikation von individuellen, biographischen Auslösern für das Engagement auch die Aushandlungsprozesse über das implizite Verständnis von Transformation für die jungen Menschen rekonstruieren zu können.

Das rekonstruktive Verfahren ermöglicht die Dokumentation der impliziten Strukturen der Orientierungen der Studierenden. Die Daten werden mit der Dokumentarischen Methode ausgewertet (Nohl, 2017 & Bohnsack, 2010), mit dem Ziel eine sinngenetische Typenbildung zu entwickeln.

Die Studie bietet auf bildungstheoretischer Ebene die Möglichkeit, den Transformationsbegriff innerhalb des Spannungsfeldes von Bildung als nachhaltige Entwicklung und Transformativer Bildung unter Bezugnahme verschiedene Perspektiven auf transformativen Lernens (Freire, 1971; Koller, 2012; Mezirow, 1997) und des Diskurses um Bildung als nachhaltige Entwicklung (Singer-Brodowski, 2016) zu klären. In Anbetracht einer nicht mehr zu ignorierenden Weltgesellschaft ist das Potential von Bildungsprozessen für eine Nachhaltige Entwicklung an Hochschulen von enormer Bedeutung und bedarf einer größeren Beachtung. Für die Hochschulpraxis können die Ergebnisse zu einer strukturellen Veränderung der Hochschulen beitragen, um globalen (Bildungs-)Fragen und der Gestaltung von Transformation innerhalb des Curriculums mehr Raum zu bieten.



 
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