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Sitzungsübersicht
Sitzung
Poster-Cluster: Berufliche Bildung - Fokus Ausbildung in Schulen und Betrieben
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
11:30 - 13:00

Chair der Sitzung: Myrthe Reinsberg, Universität Bremen
Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 01
948 9318 8464, 301357
Sitzungsthemen:
7. Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 9. Erwachsenenbildung, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung

In diesem Cluster werden sieben Poster vorgestellt, davon ein englischsprachiges und sechs deutschsprachige Poster.


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Präsentationen

Studierende und Lehrkräfte der beruflichen Bildung – Grenzgänger*innen zweier Welten?

Theo Döppers

JLU Gießen, Deutschland

Vor anderthalb Jahrzehnten veröffentliche Baethge (2006) seine Diagnose vom „deutschen Bildungs-Schisma“, also der „dauerhafte[n] wechselseitige[n] Abschottung von Bildungsbereichen gegeneinander, die darauf beruht, dass jeder Bildungsbereich einer anderen institutionellen Ordnung folgt“ (S. 16). Gemeint sind die Bereiche der beruflichen Bildung und der (höheren) akademischen Bildung.

Nicht nur die Quer- und Seiteneinsteigenden, sondern auch die regulär ausgebildeten Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen (bbS) verfügen meist über eine abgeschlossene Berufsausbildung (Berger & Ziegler 2020, S. 209; Friese 2019, S. 212; Micknaß, Huck & Ophardt 2018, S. 11f.). In diesem Sinne lassen sich Lehrkräfte der beruflichen Bildung – und Studierende, die solche werden wollen – als Grenzgänger*innen zwischen der Welt der beruflichen und akademischen Bildung verstehen: sie haben oft vor dem Studium langjährige berufliche Erfahrungen gesammelt, anschließend absolvieren sie ein wissenschaftliches Studium, um wiederum als zukünftige Lehrkräfte berufliches Wissen zu vermitteln (vgl. Bals et al. 2016: 5). Dabei sind die beruflichen Erfahrungen, Studium und Lehrtätigkeit eng miteinander verknüpft. Daraus ergibt sich folgende Fragestellung: Inwiefern verbinden die Untersuchten das angeeignete Wissen aus beiden Bildungsbereichen hinsichtlich ihrer beruflichen Praxis?

Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden narrative Interviews geführt, die thematisch fokussiert auf die Berufsbiografie sind (vgl. Nohl 2017). Interviewt wurden Lehrkräfte an berufliche Schulen und Studierende des beruflichen Lehramts. Der Fokus lag dabei u.a. auf den Erfahrungen, welche die Untersuchten vor dem Studium gemacht haben. Die Interviews werden mit der Dokumentarischen Methode (Bohnsack 1989, 2014) ausgewertet. Mit der Methode lassen sich sowohl implizite handlungsleitende Wissensbestände als auch berufsbiografische Orientierungen herausarbeiten.

Die Analyse gibt Aufschluss darauf, inwiefern Personen das Bildungs-Schisma als Grenze erleben, ob trotz zahlreicher „Annäherungen und Überschneidungen“ der beiden Bildungsbereiche in den letzten Jahren (Frommberger 2019) das Bildungs-Schisma weiterbesteht oder ob tatsächlich eine Entgrenzung stattgefunden hat. Darüber hinaus kann herausgearbeitet werden, dass sich die Untersuchten vielfältige Wissensbestände aneignen, welche eine große Rolle für die berufliche Praxis an bbS spielen.



„Aber die meisten träumen halt einfach dann vom Studium.“ – Organisationale Strukturen und pädagogische Praktiken an beruflichen Schulen zur Unterstützung beim Hochschulübergang

Nadine Dörffer1, Nadine Bernhard2

1Leibniz Universität Hannover; 2Humboldt-Universität zu Berlin

Laut Kultusministerkonferenz ist die Vorbereitung auf das Hochschulstudium eine wichtige Aufgabe von Schulen der Sekundarstufe II. Berufliche Schulen, an welchen heutzutage jede dritte Hochschulzugangsberechtigung (HZB) erworben wird, sind dabei insbesondere für Schüler*innen ohne akademischen Bildungshintergrund ein wichtiger Weg zu einer HZB (Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2020; Buchholz & Pratter, 2017). Allerdings ist die tatsächliche Verwertung der HZB, im Sinne eines Übergangs in die Hochschule, weiterhin sozial selektiv (Lörz, 2013).

Wir argumentieren, dass die bloße Ermöglichung von Hochschulzugängen über formale Zertifikate nicht ausreichend ist, sondern dass es an weiteren institutionellen Unterstützungsstrukturen und -praktiken an den Schulen selbst bedarf, um sozial durchlässige Hochschulzugänge zu schaffen. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir, wie der Übergang zur Hochschule von den Akteuren an vollzeitschulischen beruflichen Schulen organisational strukturiert sowie pädagogisch begleitet wird. Ziel ist es, nicht nur allgemeine Strukturen und Praktiken an beruflichen Schulen herauszuarbeiten, sondern auch zu untersuchen, inwiefern diese zwischen unterschiedlichen Typen beruflicher Schulen und sozialen Lernendengruppen variieren.

Konzeptionell unterscheiden wir zwischen institutioneller und sozialer Durchlässigkeit. Als eine Bedingung für soziale Durchlässigkeit, d. h. die von sozialen Kategorien unabhängige Möglichkeit von Bildungs- und sozialer Mobilität, wird institutionelle Durchlässigkeit erachtet. Institutionelle Durchlässigkeit betrachtet institutionelle Strukturen, die erfolgreiches Lernen und Zugänge zur Hochschule ermöglichen. Dazu gehören unter anderem Zugangsfragen und Fragen nach der Anerkennung von bereits erworbenen Kompetenzen, aber vor allem auch Fragen nach der institutionalisierten Unterstützung heterogener Lernender durch z. B. Information und Beratung oder eine abgestimmte Didaktik. Dem Institutionenverständnis von Scott (2008) folgend, untersuchen wir daher an den Schulen geltende Regelungen, Normen und Standards sowie geteilte Ideen und Verständnisse dazu, wie der Übergang zur Hochschule gefördert wird.

Zur Erforschung der Unterstützungsstrukturen und -praktiken nutzen wir in unserer qualitativ-rekonstruktiven Studie problemzentrierte Interviews (Witzel, 2000) mit Schul- und Abteilungsleitungen, Lehrkräften und Beratungspersonal an ausgewählten beruflichen Schulen in Niedersachsen und analysieren zusätzlich Schuldokumente und -homepages. Diese werten wir mittels der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Gläser und Laudel (2010) aus. Wir fokussieren uns auf die vollzeitschulischen Angebote beruflicher Schulen, die regulär zu einer HZB führen (Berufliche Gymnasien, Fachoberschulen und Berufsoberschulen). Ziel der Posterpräsentation ist es, das Forschungsdesign und erste Ergebnisse vorzustellen und zu diskutieren.



Kompetenzvalidierung und -anerkennung bei formal geringqualifizierten Beschäftigten in der Altenpflege – Eine ‚unerhörte‘ Entgrenzung in der pflegeberuflichen Bildung?

Dr. Janika Grunau, Lena Sachse

Universität Osnabrück, Deutschland

Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftebedarfs in der Altenpflege wächst die Bedeutung von Qualifizierungs- und Anerkennungsformaten, die Alternativen zur regulären Berufsausbildung in der Altenpflege darstellen. Neben der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen gilt auch die Validierung und Anerkennung von Kompetenzen, die im Rahmen von langjährigen (Hilfs-)Tätigkeiten erworben werden, als Perspektive zur Verbesserung der Fachkräftequote (vgl. Gössling & Schulte-Hemming 2018). Die Diskussion um die berufliche Bildung in der (Alten-)Pflege ist jedoch seit geraumer Zeit durch Akademisierungsbestrebungen des Berufsfeld gekennzeichnet (vgl. Reiber et al. 2017). Diese Bestrebungen stehen offenbar alternativen Bildungs- und Qualifizierungswegen für geringqualifiziert Beschäftigte entgegen – entsprechende Bemühungen und Initiativen blieben bisweilen weitestgehend ‚unerhört‘.

Auf dem Poster wird das Projekt „Valinda“ vorgestellt, in dem ein innovatives, einjähriges Verfahren zur Kompetenzvalidierung und Nachqualifizierung von geringqualifizierten Beschäftigten in der Altenpflege erprobt und evaluiert wurde. Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung erhielten die Teilnehmer*innen (N=48) die staatliche Anerkennung als Altenpflegefachkraft. Die ersten Ergebnisse der methodenintegrativen Begleitforschung zeigen, dass das Valinda-Verfahren eine zukunftsweisende Bildungs- bzw. Qualifizierungsmöglichkeit für geringqualifizierte Beschäftigte darstellt. Die Qualitätssicherung des Verfahrens stellt hierbei eine grundlegende Prämisse dar, um dem Bildungsanspruch und letztlich auch dem pflegerischen Versorgungsanspruch in der Gesellschaft gerecht zu werden. Genutzt wurde das Verfahren insbesondere von Frauen, die im Durchschnitt über 40 Jahre alt sind, über 10 Jahre Berufserfahrung in der Altenpflege aufweisen und auf eine große Bandbreite an informell erworbenen Kompetenzen zurückgreifen können.

Abschließend wird erörtert, ob und unter welchen Bedingungen eine Co-Existenz verschiedener Bildungs- und Qualifizierungswege und -niveaus für die Altenpflege denkbar und realistisch ist.



Digitale Lernwelten in personenbezogenen Dienstleistungsberufen - Simulationsbasierte Lernmedien am Beispiel der Pflegebildung: Ein Promotionsvorhaben unter dem methodischen Fokus des Lauten Denken

Cornelia Jeremias-Pölking1, Prof. Dr. Dorothee Meister2, Prof. Dr. Nadin Dütthorn1

1FH Münster, Deutschland; 2Universität Paderborn, Deutschland

Die anvisierte Posterpräsentation stellt das Promotionsvorhaben „Digitale Lernwelten in personenbezogenen Dienstleitungsberufen – Simulationsbasierte Lernmedien am Beispiel der Pflegebildung“ vor. Fokussiert wird auf ein qualitativ-methodische Vorgehen der Datenerhebung mittels Lautem Denken im Stil der Grounded Theory.

Mit dem Einsatz von digitalen simulationsbasierten Lernmedien wird die Hoffnung verbunden, Auszubildenden in der Pflege gefahrlose pflegerische Lern- und Erfahrungsräume zu ermöglichen, um pflegespezifische Kompetenzen auch außerhalb von Praxisstätten anzubahnen (Peters et al., 2018). Unter simulationsbasierten Lernmedien sollen sowohl digitale Simulationen als auch Serious Games verstanden werden.

Nach dem derzeitigen Recherchestand sind pflegespezifische Kompetenzen in einem hohen Maße von Situativität geprägt. Innerhalb weniger Sekunden werden auf der Grundlage verschiedener Sinneseindrücke Deutungs- und Entscheidungsfindungskompetenzen gefordert (Hülsken-Giesler, 2008). Aufgrund körpernaher Handlungen umfassen pflegespezifische Kompetenzen auch Berührungs- und Beziehungskompetenzen (Dütthorn, 2014). Ferner ist der professionelle Umgang mit persönlichen und berufsbezogenen Widersprüchen im Berufsfeld der Pflege zu erlernen (Darmann-Finck, 2010).

Im Promotionsprojekt wird die Fragestellung verfolgt, inwiefern digitale simulationsbasierte Lernmedien in der Pflegebildung einen Erwerb jener pflegespezifischen Kompetenzen ermöglichen. Zielsetzung ist dabei, diesen Kompetenzerwerb im Kontext der simulationsbasierten Lernmedien zu verorten, zu modellieren sowie Chancen und Grenzen digitaler Lernmedien für die Pflegebildung herauszuarbeiten.

Die Datenerhebung bezieht sich auf die Beobachtung und Analyse der konkreten Anwendung verschiedener simulationsbasierter Lernmedien durch Auszubildende in der Pflege. Der Spielverlauf wird im Rahmen von Verfahren des Lauten Denkens videographiert. Über den Einsatz spezifischer Methoden des Lauten Denkens, der Introspektion und dem Stimulated Recall Interview sind empirische Zugänge zu den beobachteten, handlungsrelevanten Kognitionen, sowie Absichten in Entscheidungsprozessen und Handlungsbegründungen zu erwarten (Huber & Mandl, 1982). Diese Präsentation fokussiert auf die methodische (Weiter-)Entwicklung des Lauten Denkens. Über dieses Vorgehen werden schwer und wenig untersuchte professionstheoretische Überlegungen zur Kompetenzaneignung im Kontext der simulationsbasierten Lernmedien zugänglich gemacht.



Separationen in der beruflichen Ausbildung überwinden: Gestaltung eines inklusiven Lernsettings mit beruflichen Rehabilitand:innen und Auszubildenden

Marieke Vomberg1, Prof. Dr. Isabel Zorn2

1Hochschule Niederrhein, Deutschland; 2Technische Hochschule Köln

Die beruflichen Ausbildungssysteme von Auszubildenden und Rehabilitand:innen sind vollständig voneinander separiert. Rehabilitand:in wird man aufgrund von diagnostizierten langfristigen Erkrankungen oder Behinderungen. Die Ausbildung erfolgt dann in einer 2-jährigen Umschulung an einem Berufsförderungswerk. Rehabilitand:innen haben nur während der 6-monatigen betrieblichen Lernphase direkten Kontakt zu Unternehmen und nicht direkt zu Auszubildenden in der gleichen Fachausbildung. Reguläre Auszubildende erhalten meist direkt nach der Schule eine 3-jährige Ausbildung im Unternehmen/Berufsschule. Sie haben dort i.d.R. keinen strukturierten Kontakt zu Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen. Es ergibt sich folgende Fragestellung: Wie lassen sich die im Ausbildungssystem angelegten Grenzen zwischen diesen Ausbildungsformen und den beteiligten Lernenden durchlässiger gestalten, um so inklusivere Formen des gemeinsamen Lernens zu entwickeln? Wie können beide Gruppen gemeinsam ihre Kompetenzen erweitern und dabei voneinander profitieren?

Solange Ausbildungssysteme noch nicht inklusiv gestaltet sind, können inklusive Bildungseinheiten zu Themen von umfassender Relevanz genutzt werden, um beide Gruppen zusammenzubringen. Neben prüfungsrelevanten Lerninhalten der Ausbildung bieten sich insb. überfachliche Kompetenzen an, die von Interesse für die ausbildenden Unternehmen sind: Medienkompetenz (Krämer et al. 2017; Härtel et al. 2018), Selbstlernkompetenz (Europäisches Parlament 2006, S. 16; Kultusministerkonferenz 2016) und Inklusionskompetenz (insb. für Auszubildende) (Autor:in 2020, 14 f.; Charta der Vielfalt e.V. 2017, S. 19). Die Gruppen kommen zur Erstellung eines gemeinsamen Lernmediums in inklusiven Tandems zusammen, wodurch diese Kompetenzen gefördert werden.

Der Beitrag wird darstellen, wie die Separation von Rehabilitand:innen und Auszubildenden durch ein kollaboratives, digitales und inklusives Lernsetting (hier Tandemarbeit) verringert werden kann, indem sie an einem gemeinsamen Projekt der Lernmedienerstellung arbeiten. Zusätzlich werden Implikationen zur Gestaltung des Szenarios digitaler ‚Interaktion und Kollaboration‘ (Huber 2014, S. 46) mit Online- und Offline-Phasen der Zusammenarbeit aufgezeigt, während außerdem das Konzept des ‚Lernen durch Lehren‘ (Martin 2000) berücksichtigt wird (sowohl im Tandem selbst, als auch bei der Lernmedienerstellung).



Abiturientenspezifische Bildungsprogramme in der Berufsbildung - Entgrenzung tradierter Bildungslaufbahnen

Dr. Ariane Neu

FernUniversität in Hagen, Deutschland

Von seinem historischen Ursprung her ist das Abitur als Hochschulpropädeutikum angelegt. Entsprechend nimmt die Mehrzahl der (Fach-)Abiturient*innen ein Hochschulstudium auf, wohingegen der berufliche Bildungsweg vermehrt nicht als gleichwertige Alternative wahrgenommen wird (vgl. Schneider et al. 2017). Da jedoch in den vergangenen Jahrzehnten die Zahl der hochschulzugangsberechtigten Schulabsolvent*innen in Deutschland kontinuierlich gewachsen ist und der Anteil nicht-studienberechtigter Schulabsolvent*innen abgenommen hat, wird es für ausbildende Unternehmen zunehmend schwieriger, Ausbildungsstellen im Bereich der dualen Berufsausbildung besetzen zu können. Um daher den nach wie vor existierenden Bedarf an beruflich qualifizierten Fachkräften decken zu können, stellt sich die Frage, wie in der beruflich-betrieblichen Bildung Bildungsprogramme entwickelt und durchgeführt werden können, die für (Fach-)Abiturient*innen eine attraktive Alternative zum Hochschulstudium darstellen.

Der Posterbeitrag stellt die sog. Abiturientenprogramme im Einzelhandel als eine Möglichkeit zur Diskussion. Bei diesen spezifischen Bildungsprogrammen handelt es sich um einen Qualifizierungsweg, der sich explizit an studienberechtigte Schulabsolvent*innen richtet und eine berufliche Ausbildung eng mit einer beruflichen Fortbildung verknüpft, sodass die Absolvent*innen innerhalb von etwa drei Jahren sowohl einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf als auch in einem staatlich geregelten Fortbildungsberuf erwerben.

Diese abiturientenspezifischen Bildungsprogramme tangieren das Thema Entgrenzung somit in zweierlei Hinsicht: Zum einen bezüglich der für Deutschland charakteristischen Segmentierung von höherer Allgemeinbildung und Berufsbildung und zum anderen hinsichtlich des strukturierten Nacheinanders von Aus- und Fortbildung.

Empirische Basis des Beitrages bilden 27 qualitative Interviews, die die Autorin im Rahmen ihres Promotionsverfahrens im Zeitraum 04/2018 bis 03/2019 mit institutionellen Akteuren sowie mit Teilnehmenden der sog. Abiturientenprogramme im Einzelhandel zu den folgenden leitenden Fragestellungen geführt hat:

  • Wie werden die Abiturientenprogramme curricular entwickelt und durchgeführt?
  • Was macht die Attraktivität der Abiturientenprogramme aus Sicht von Teilnehmenden aus?


Enhancing the participation of vulnerable minority communities in Technical and Vocational Education and Training

Sophie Meinke

Universität Osnabrück, Germany

Globally, vulnerable minority communities often face challenges of lower educational attainment, higher educational dropout and a lower economic participation.

Particularly the participation in Technical and Vocational Education and Training (TVET) promises to be a means to bridge the gap between severe poverty and an access to the labour market, with a positive effect on the societal inclusion of these minority groups.

Particularly, the minority ethnic communities of Roma, Ashkali and Egyptians in the Republic of Kosovo show low educational attainment rates, specifically in upper secondary education, including TVET (UNICEF, 2017). Overall, they constitute the most vulnerable and most poverty-affected minority groups in Kosovo (Civil Rights Defenders (CRD), 2017). Despite the existence of several strategic documents and measures to improve the educational and economic participation of these groups, little progress has been made, especially regarding their participation in TVET.

The PhD Research therefore aims at finding explanatory approaches for the integration of vulnerable minority groups in TVET, through the example of Roma, Ashkali and Egyptian communities in Kosovo. An evidence-base for improving the participation of those groups shall be created to advise political decision makers and influencing actors in Kosovo.

To gain a holistic understanding, hampering factors, fostering factors and piloted approaches will be researched through four complementary methods: 1) A Systematic Review of international research on the integration of minority groups in TVET will create an evidence-base to understand hampering and fostering factors and piloted approaches in the international context. 2) A narrative review of policy and implementation documents in Kosovo will identify existing measures and gaps. 3) Expert Interviews in Kosovo will allow to get the experts’ opinions on the previously identified factors, approaches, their suitability for Kosovo and underlying causes for the low participation. 4) Focus Group Discussions will allow to assess how the affected population and other stakeholders perceive the potential and actual measures and adaptation needs for Kosovo.

The findings will generate new theoretical categories which will be reflected on the basis of initial theoretical approaches, such as Structural Theory of Discrimination (Burns, 2011).

The research contributes to the further development of existing theories and supports the creation of an evidence-base to improve the integration of minority groups in TVET.



 
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