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Sitzungsübersicht
Sitzung
Poster-Cluster: Digitale Lehre/ Mediendidaktik
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
11:30 - 13:00

Chair der Sitzung: Prof. Karsten D. Wolf, Universität Bremen
Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 07

910 4494 2285, 855189
Sitzungsthemen:
12. Medienpädagogik, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung

In diesem Cluster werden sieben Poster vorgestellt, davon ein englischsprachiges und sechs deutschsprachige Poster.


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Präsentationen

Eye-Viewing als ethnographische Variante der Erhebung medienbezogener Praktiken von Lehrer*innen. Method(-olog)ische Überlegungen aus dem Projekt EduGraphie.

Dr. Isabel Neto Carvalho, Carina Troxler, Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs

TU Kaiserlautern, Deutschland

Der Einsatz digitaler Medien durch Lehrer*innen wird derzeit breit und vor allem mit Bezug zur pandemiebedingten „Zuhause-Schule“ erforscht (vgl. Fickermann und Edelstein, 2020, 2021). Wie genau Lehrer*innen medienbasiert handeln und welche Praktiken sich im Zusammenspiel mit Technologie entwickeln, ist jedoch bisher noch unzureichend geklärt. Das Projekt EduGraphie untersucht daher ethnographisch und aus praxistheoretischer Perspektive (vgl. Reckwitz, 2003; Schatzki et al., 2001) pädagogische Praktiken des Medienhandelns von Lehrer*innen in situ und actu. Ziel ist es, mit den erhobenen Daten in Form von Video- und Audioaufzeichnungen, Beobachtungsprotokollen und Fotos alltägliche mediale Praktiken von Lehrer*innen zu rekonstruieren und damit empirische Aussagen zu aktuellen Transformationsprozessen von Schule und Unterricht treffen zu können.

Damit zusammenhängend erprobt das Forschungsprojekt auch neue Praktiken der ethnographischen Datenerhebung. Das Erkenntnisinteresse richtet sich nicht nur auf die technische Seite der Datenerhebung, sondern auch auf ein methodologisches Weiterdenken von Ethnographie als Forschungsmethode unter Bedingungen zunehmender Digitalisierung. Ethnographie gilt in der Schulforschung als „unsicheres Terrain“ (vgl. Heinzel et al., 2010), weil die Notwendigkeit besonders groß ist, sich vom doch sehr vertrauten Gegenstand in besonderem Maße zu befremden. Gleichzeitig soll das Feld durch die Anwesenheit der Forscher*innen möglichst wenig irritiert werden. Insbesondere die Weiterentwicklung von mobilen Aufzeichnungsinstrumenten wie Eye-Tracking ermöglicht neue Perspektiven auf Praktiken. Konnte mittels Videographie bisher v.a. das Sprechen, Interagieren und Handeln von Akteur*innen sichtbar gemacht werden, kann das durch Eye-Tracking entstandene Video die Blicke der Akteur*innen aufzeichnen.

Mit dem Poster möchten wir diese Methode des Sichtbar-Machens des Sehens, welche wir als Eye-Viewing bezeichnen (Nutzung von Eye-Tracking unter der Prämisse videoethnographischer Zugänge; z. B. Mohn, 2018) vorstellen und zur method(olog)ischen Diskussion an den Grenzen der Ethnographie anregen.



Potenziale, Dysfunktionalitäten und die Relevanz von data literacy von Lehrpersonen bei datengestützten pädagogischen Entscheidungen im Kontext digitaler Innovationen

Sarah Bez1, Samuel Merk2

1Universität Tübingen; 2Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Wie in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen hält auch die Digitalisierung mehr und mehr Einzug in Schule und Unterricht. Sie macht, im Sinne einer Entgrenzung, unter der Voraussetzung der Maschinenlesbarkeit der Daten deren Verfügbarkeit, Transformation und Teilbarkeit überhaupt möglich bzw. sehr einfach und erlaubt zudem die Aggregation, Transformation und Verknüpfung von Daten (z.B. von Lernprozess- und Leistungsdaten). Für datengestützte pädagogische Entscheidungen (data-based decision-making) ergeben sich so vielversprechende Möglichkeiten, da der Datennutzung und darauf basierenden Entwicklung von Schule und Unterricht erhebliches Potenzial zur Adressierung aktueller Herausforderungen zugeschrieben wird (Tempelaar et al., 2015). Allerdings garantiert die gute technische Verfügbarkeit von Daten und ihre potenzielle Informativität allein noch nicht ihre gewinnbringende Nutzung und es stellt sich die Frage nach möglichen Dysfunktionalitäten (Schildkamp, 2019). Diese Überlegungen führen zur zentralen These dieses konzeptuellen Beitrags: Um die Potenziale für datengestützte pädagogische Entscheidungen, die mit der Digitalisierung im Bildungswesen einhergehen, ausschöpfen und potenzielle dysfunktionale Wirkungen verhindern zu können, sind die Kompetenzen der Lehrkräfte im Umgang mit Daten (data literacy) eine notwendige Voraussetzung. Der Beitrag fokussiert dabei insbesondere das Potenzial der Digitalisierung für die individuelle Förderung fachlichen Lernens im Unterricht. Denn das Konzept der individuellen Förderung kann sowohl in der bildungspolitischen Diskussion als auch in der bildungswissenschaftlichen Forschung als ein breit diskutiertes aktuelles Konzept gelten, gerade auch im Kontext der Digitalisierung.

Im Beitrag werden zunächst Begriffsklärungen vorgenommen und zentrale Modelle des data-based decision-making skizziert. Dann wird das Konstrukt data literacy definiert, von anderen Konstrukten abgegrenzt und anhand des Forschungsstandes die notwendigen Voraussetzungen von Lehrpersonen für gelingendes data-based decision-making dargestellt. Anschließend wird das Potential aktueller digitaler Innovationen (technologiebasiertes formatives Assessment und Dashboards) für eine verstärkte Realisierung individueller Förderung exemplarisch analysiert und illustriert, welche zentrale Rolle die data literacy der Lehrpersonen für deren Gelingen und die Verhinderung von potenziellen dysfunktionalen Wirkungen auf Lernende spielt. Perspektiven für weitere Forschung werden als Ausblick formuliert.



Unterrichtliches Medienhandeln von Lehrpersonen zwischen normativen Erwartungen und habitueller Handlungspraxis

Andreas Dertinger

Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland

Die Medienkompetenzförderung ist fester Bestandteil des Aufgabenprofils von Lehrkräften in einer mediatisierten und digitalisierten Gesellschaft (KMK 2017). Im medienpädagogischen Diskurs wird die Professionalisierung von Lehrpersonen primär kompetenztheoretisch begründet (Blömeke 2000; Knaus et al. 2018). In der Erziehungswissenschaft weisen strukturtheoretische Professionsansätze allerdings auf die Notwendigkeit hin, auch strukturelle Bedingungen und daraus resultierende Ambivalenzen in der Professionalisierung zu berücksichtigen (Helsper 2021). Um eine routinierte, professionelle Handlungspraxis zu ermöglichen, wird die habituelle Bewältigung dieser Ambivalenzen als essentiell angesehen (ebd.). Auch in der Medienpädagogik wird die Bedeutung des Habitus für das medienpädagogische Handeln diskutiert (Kommer 2010). Hierbei erfolgte bislang aber noch keine Auseinandersetzung mit dem Wechselverhältnis von normativen Erwartungen und habituellen Orientierungen, welche die habituelle Praxis unterrichtlichen Medienhandelns prägen (Bohnsack 2017). In der Posterpräsentation wird ein Dissertationsprojekt in der Endphase vorgestellt, welches diesem Desiderat nachgeht. Hierfür wurden zwölf Interviews mit Lehrkräften zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht geführt und mit der Dokumentarischen Methode ausgewertet (Nohl 2017). Das Sample setzt sich aus Lehrpersonen der Sekundarstufe (Mittelschule, Realschule, Gymnasium) zusammen und wurde ausgehend von der Berufserfahrung und der Erfahrung bei der Nutzung digitaler Medien kontrastiert. Die verwendete Metatheorie der Praxeologischen Wissenssoziologie ermöglicht es, das Verhältnis zwischen Normen und Habitus empirisch zu erfassen (Bohnsack 2017). In den Ergebnissen zeigt sich, dass dieses für die medienpädagogische Handlungspraxis von Lehrpersonen bedeutsam ist. Bei den rekonstruierten Verhältnissen konnte zwischen Spannungs- und Passungsverhältnissen zwischen Norm und Habitus unterschieden werden (Geimer & Amling 2019). Davon ausgehend wurden vier Typen unterrichtlichen Medienhandelns rekonstruiert, die je spezifische Strukturen von Norm und Habitus besitzen. Die hieraus resultierende Möglichkeit das Wechselverhältnis zwischen habituellen Orientierungen und normativen Erwartungen beim professionellen Handeln von Lehrpersonen im Umgang mit digitalen Medien differenziert zu beschreiben, erweitert den vorwiegend kompetenztheoretisch ausgerichteten Diskurs über die medienpädagogische Professionalisierung von Lehrkräften.



Förderung von digitalisierungsbezogenen Kompetenzen in der sprachlichen Bildung

Cedric Lawida, Janna Gutenberg, Dr. Christoph Gantefort

Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, Deutschland

Nicht zuletzt im Zuge der pandemiebedingten Schulschließungen wurde die Relevanz der Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen bei (angehenden) Lehrkräften deutlich. Anhand des etablierten mediendidaktischen Modells TPACK (Mishra & Koehler 2006) lassen sich Kompetenzen zur Gestaltung digitalen Unterrichts beschreiben und fördern. Das Modell fokussiert dabei das Wissen über die Verwendung digitaler Medien ganzheitlich und flexibel im engen Zusammenspiel mit pädagogischem Wissen und inhaltlichem Fachwissen von Lehrkräften. Die Konkretisierung der genannten Wissensbereiche wurde für viele Fächer (z. B. Biologie, Mathematik, o. Musik) vorgenommen und entsprechende Interventionsstudien zur Lehrkräfteprofessionalisierung durchgeführt. Trotz der Relevanz der sprachlichen Bildung für das fachliche Lernen (z. B. Reiss et al. 2019) blieb dieser für alle Fächer relevante Querschnittsbereich bisher unberücksichtigt. Diese Forschungslücke greift unser Forschungsvorhaben auf. Das Poster fasst erste Ergebnisse eines Lehrforschungsprojektes zusammen, das im Rahmen des DaZ-Moduls an der Universität zu Köln in Verknüpfung mit einem Projekt der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (ComeIn NRW) durchgeführt wird. Die Studie ist als Quasi-Experiment mit adaptierten Fragebögen zur TPACK-Selbsteinschätzung im Prä- und Postvergleich angelegt. Sie fokussiert die Frage, inwiefern die in der Lehrveranstaltung angebotenen Lerngelegenheiten digitalisierungsbezogene Kompetenzen der Studierenden im Kontext sprachlicher Bildung mit Blick auf die Unterrichtsgestaltung verbessern.



Welche Bedeutung hat der Einsatz digitaler Medien für die wahrgenommene Veränderung des beruflichen Handelns? Der vermittelnde Effekt von Qualitätsmerkmalen in Online-Fortbildungen

André Meyer1, Juliane Kowalski2, Prof. Dr. Marc Kleinknecht2, Prof. Dr. Dirk Richter1

1Universität Potsdam, Deutschland; 2Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden Präsenz-Fortbildungen für Lehrkräfte zuletzt vermehrt als Online-Veranstaltungen durchgeführt. Untersuchungen von Präsenz-Fortbildungen zeigen, dass sich qualitativ hochwertige Veranstaltungen u.a. durch eine klare Strukturierung und der kognitiven Aktivierung der Teilnehmenden auszeichnen (Darling-Hammond, Hyler & Gardner, 2017). Untersuchungen von Online-Fortbildungen für Lehrkräfte geben Hinweise darauf, dass sich diese Merkmale auch auf Online-Angebote übertragen lassen (Lipowsky & Rzejak, 2021). Dies bringt uns zu der Annahme, dass es unabhängig vom durchgeführten Kontext insbesondere inhaltliche und strukturelle Merkmale von Fortbildungsveranstaltungen sind, die beeinflussen, wie gut Lehrkräfte im Rahmen von Online-Fortbildungen lernen. Aus diesem Grund gehen wir der Frage nach, in welchem Ausmaß digitale Medien in Online-Fortbildungen eingesetzt werden und inwiefern der Einsatz dieser Medien mit Qualitätsmerkmalen von Fortbildungen einerseits und dem beruflichen Handeln von Lehrkräften andererseits einhergeht.

Die Datengrundlage bildet eine online-basierte schriftliche Befragung von N = 257 Lehrkräften aus Brandenburg, die etwa vier bis sechs Wochen vor der Befragung eine Online-Fortbildung besucht hatten. Die Ergebnisse der durchgeführten Mediationsanalysen zeigen, dass in den besuchten Online-Fortbildungen ganz unterschiedliche Medien zum Einsatz. Als Indikator der Vielfalt der eingesetzten Medien wurde die Summe der in der Fortbildung verwendeten digitalen Medien ermittelt und in den Strukturgleichungsmodellen verwendet. Die Ergebnisse in Abbildung 1 zeigen, dass die Anzahl der verwendeten Medien positiv mit den Qualitätsmerkmalen (kognitive Aktivierung und Strukturierung) der Fortbildung zusammenhängt. Die Qualitätsmerkmale weisen wiederum einen positiven Zusammenhang mit der wahrgenommenen Veränderung des beruflichen Handelns auf. Somit lässt sich ein indirekter Zusammenhang zwischen der Anzahl der eingesetzten Medien und der Veränderung des beruflichen Handelns ermitteln. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Zahl der Medien und der Änderung des beruflichen Handelns war im Mediationsmodell nicht nachweisbar.

Trotz des querschnittlichen Charakters der Untersuchung deuten die Ergebnisse darauf hin, dass ein vielfältiger Medieneinsatz und ausgewählte Qualitätsmerkmale miteinander in Beziehung stehen und dass letztere bedeutsam für die Wirksamkeit von Online-Fortbildungen zu sein scheinen. (2492 Zeichen)



The Media Maturity Matrix: Assessing educator´s attitudes and practice for “Medienbildung” in the digital age in three dimensions (learning goal, developmental stage, type of medium)

Benjamin Streit

Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Deutschland

An innovative survey tool was developed for the MünDig study (2019), an online survey conducted among German progressive education-oriented settings (Montessori, Waldorf and Nature education kindergartens and schools) (n=1390 teacher/educators, n=5799 parents, n=417 students). Unlike existing models (e.g. the technology acceptance model (TAM) (Köhler et al., 2014)) that record only the use of digital media in educational institutions, this tool differentiates between analogue and digital media, the objectives for which the respective medium is used (to produce and present, use and apply, problem solving and modeling, search for information/investigate, analyze and reflect, communicate and cooperate) and the stage of development of the child (represented by age). This leads to a classification in a three-dimensional matrix which we call Media Maturity Matrix (MMM). For this purpose, the study worked with examples presented in text accompanied by graphic representation, to which the interviewed professionals, parents and students could assign an entry age and the age up to which this activity appears reasonable with a specially created double slide rule to keep the time needed to participate in the survey limited low in spite of the high complexity. MMM can be used in two ways: Firstly, to investigate the question which type of medium is considered suitable for which purpose/learning goal at what age/developmental stage, extending existing models of “technology acceptance” (like TAM) by measuring an “attitude towards tools for education in the digital age”. Secondly it also can be used as a tool to easily document the current practice in the educational institution in detail. The first, attitude-related version of MMM can be used by parents, teachers and older students. MMM could be used to describe both practice and attitudes of educational professionals outside the target group of the MünDig study in the future. We also conducted a follow up study (MünDig-II) in spring 2021 with 70 teachers from the original sample, so that we can look for changes in practice and attitudes. This is particularly interesting in view of the fact that the survey period of MünDig was before Corona, while MünDig-II was conducted in the middle of the pandemic, which in any case suggests changes in practical implementation. A description of the MMM tool plus selected results from the MünDig studies as part of a PhD project will be presented. Potentials for using the MMM in other settings will be also discussed (for example a follow up study with representatives of all kinds of educational institutions).



Performanzbasierte Simulationsmethoden in virtuellen Umwelten

Julia Fecke, Dr. Lars Müller, Prof. Dr. Edith Braun

Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland

Die Digitalisierung erzeugt einen hohen Druck auf die Modernisierung der Lehrkräfteausbildung. Einhergehend mit einer solchen Modernisierung geraten die Entwicklung innovativer Lehr-Lern-Formate verstärkt in den Fokus, welche auf die individuellen Bedürfnisse dieser Zielgruppe angepasst sind. Ferner zeigen Analysen zur Studienzufriedenheit von Lehramtsstudierenden, dass insbesondere der Fehlende Praxisbezug bemängelt wird. Vorliegendes Abstract greift diese Aspekte auf und stellt ein Lehr-Lern-Format vor, bei dem performanzbasierte Simulationen (Braun et al., 2018) zur Erhöhung der Handlungsfähigkeit von Studierenden in virtuellen Lernumwelten durchgeführt wurden. Innerhalb dieser virtuellen Welten interagieren Lehramtsstudierende mittels eines Avatars, sodass nonverbale Kommunikation bei diesem Format entfällt und die Studierenden sich ungehemmt ausprobieren können (vgl. Kunze, Mohr & Ittel, 2016).

In einem experimentellen Design (ca. 25 Studierende pro Gruppe) wurde die Nutzung von avatar- und videokamerabasierten Interaktionen verglichen. Die Stichprobe stellen Lehramtsstudierende des allgemeinen und beruflichen Lehramts dar. Es wird u.a. überprüft, inwiefern durch die virtuelle Durchführung der Simulationen eine Übertragung der gewonnenen Fertigkeiten auf die Realität möglich ist. Bei der Simulation wurden kommunikative Kompetenzen im virtuellen Raum erprobt. Das Gegenüber stellten von Schauspieler*innen simulierte Schüler*innen oder Kolleg*innen dar.

Neben quantitativen Analysen (basierend auf Fremdeinschätzungen anhand eines Beobachtungsbogens und Selbsteinschätzungen anhand eines Fragebogens) wurden qualitative Methoden (Fokusgruppen und Reflexionstagebuch) eingesetzt (Schulz, Mack & Renn, 2012). Bspw. sollten die Studierenden mit dem Reflexionstagebuch u.a. einschätzen, inwiefern sie eine Übertragung der gewonnenen Fertigkeiten auf den Berufsalltag für realistisch halten. Da die Simulation von wiederkehrenden Situationen des beruflichen Lehramtsalltags direkte praktische Relevanz für den Übergang der Studierenden in den Beruf hat, wird erwartet, dass es den Studierenden in einer avatarbasierten Umgebung leichter fällt sich auf die Simulation einzulassen, da der Fokus hier auf dem Gesagten liegt.



 
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