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Sitzungsübersicht
Sitzung
Universitäts- und Versuchsschulen als Orte der Forschung: Einblicke und Perspektiven
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 38

935 7689 8410, 315160
Sitzungsthemen:
4. Empirische Bildungsforschung, 5. Schulpädagogik, Sektion 5, Kommission Schulforschung und Didaktik, Sektion 5, Kommission Professionsforschung und Lehrerbildung, qualitativ, quantitativ, Deutsch

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Präsentationen

Universitäts- und Versuchsschulen als Orte der Forschung: Einblicke und Perspektiven

Chair(s): Dr. Gabriele Klewin (Universität Bielefeld), Benedict Kurz (Universität Bielefeld), Dr. Christian Timo Zenke (Universität Bielefeld, Deutschland)

In den letzten Jahren entstehen zunehmend Universitäts- und/oder Versuchsschulen als enge Kooperationsform von Wissenschaft und Schule. Sie werden als Orte angesehen, an denen eine neue Form von Forschung entstehen kann, die durch eine Kooperation zwischen Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen, einen starken Praxisbezug sowie eine hohe Relevanz für die schulische Weiterentwicklung gekennzeichnet ist. Je nach Kontext unterscheidet sich die konkrete Ausgestaltung vor Ort jedoch zum Teil erheblich. Folglich werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Rahmen dieses Forschungsforums genauer in den Blick genommen und diskutiert. Zunächst stellen Beteiligte von unterschiedlichen Standorten ihren jeweiligen Forschungszugang in kurzen Impulsvorträgen vor. Daran anschließend folgt eine Diskussion zur Frage, ob – und wenn ja, wie – sich das Spezifische der Forschung an Universitäts- und Versuchsschulen aktuell fassen und weiterentwickeln lassen kann.

 

Beiträge des Panels

 

IUS Köln: Forschung als multiparadigmatischer und multiperspektivischer Prozess

Marion Hensel1, Andreas Niessen2, Ellen Reuther3, Dr. Lucia Sehnbruch3
1Inklusive Universitätsschule, Heliosschule Primarstufe, 2Inklusive Universitätsschule, Heliosschule Sekundarstufe, 3Universität zu Köln

In der Inklusiven Universitätsschule der Stadt Köln (IUS) werden vier gleichrangige, miteinander vernetzte Aufgabenfelder bearbeitet (Hensel et al. 2020): Forschung, Schulentwicklung, Lehrer*innenbildung und Innovationstransfer in das (regionale) Schulsystem. An allen vier Aufgabenfeldern wirken sowohl die Mitarbeitenden der Schule als auch Vertreter*innen von vier lehrer*innenbildenden Fakultäten der Universität zu Köln sowie zweier kooperierender Hochschulen mit. Für den Bereich Forschung bedeutet dies die Einbindung und Koordination unterschiedlicher Forschungszugänge, -interessen und -ziele: Die IUS ist aktuell ein Ort für Grundlagenforschung, entwicklungsbezogene Bildungsforschung, Evaluations- und Begleitforschung, Forschendes Lernen von Studierenden und Schüler*innen. Herausfordernd ist es, das verteilte multiparadigmatisch und multiperspektivisch angelegte Engagement auf die Schulentwicklung zu beziehen und die entstandenen Ergebnisse nachhaltig zu nutzen.

Hensel, M. / Niessen, A. / Reuther, E. / Rosen, L. / Sehnbruch / L., Şengüler, B. / Weber, B. / Werker, B. (2020): Die „Heliosschulen – Inklusive Universitätsschulen der Stadt Köln". Gründungsgeschichte und aktuelle Entwicklungsperspektiven. In: WE_OS-Jahrbuch, 3, 37–47.

 

Schulnahe Schulentwicklungsforschung und Evaluation von Schulen

Prof. Dr. Natalie Fischer, Prof. Dr. Barbara Koch, Prof. Dr. Hans Peter Kuhn
Universität Kassel

Neuere Entwicklungen in der Schulentwicklungsforschung zeigen, dass evidenzbasierte Verfahren der externen Evaluation wie z.B. Schulinspektion zunehmend an Bedeutung verlieren. Gestärkt werden soll aber die Selbstevaluation von Schulen (Ackeren et al. 2017). Allerdings wurden die in den 1990er Jahren festgestellten Probleme, wie mangelnde methodische Kompetenzen der Lehrkräfte oder eine zu geringe Verknüpfung zwischen Evaluation und Didaktik, inzwischen kaum bearbeitet. Eine Kooperation zwischen Schulen und Universitäten soll diese Lücke schließen, indem Aufgaben seitens der Universität übernommen werden, ohne dass die Schule die Verantwortung für den Forschungs- und Entwicklungsprozess abgibt. An der Universität Kassel werden zwei Modelle der Kooperation realisiert: eine mit einem Kooperationsvertrag geschlossene Partnerschaft zwischen der Universität Kassel und der Offenen Schule Waldau, der Reformschule Kassel und der Steinwaldschule Neukirchen. Das andere Modell beinhaltet schulnahe Schulentwicklungsforschung auf Anfrage von Schulen aus dem regionalen Umfeld. In dem Beitrag wird vorgestellt, welche Forschungszugänge im Rahmen dieser Kooperationen gewählt werden und welche Chancen und Herausforderungen sich daraus ergeben.

Ackeren, I. / Demski, D. / Klein, E. D. (2017): Entwicklungsprobleme Neuer Steuerung im Schulsystem. In H. G. Holtappels (Hrsg.): Entwicklung und Qualität des Schulsystems. Neue empirische Befunde und Entwicklungstendenzen. Münster: Waxmann, 241–259.

 

Dokumentarische Evaluationsforschung: Wissenschaft und Schulpraxis auf Augenhöhe

Prof. Dr. Barbara Asbrand, Carmen Bietz
Goethe-Universität Frankfurt/Main

In der wissenschaftlichen Begleitung der Helene-Lange-Schule (hess. Versuchsschule) wird eine Kooperation von Wissenschaft und Praxis realisiert, von der beide Seiten profitieren und sich gegenseitig in ihrer Expertise anerkennen. Die Zusammenarbeit basiert auf einem Verständnis von Wissenschaft und Praxis als gleichrangig, aber verschieden (Asbrand & Martens 2021/i.E.) und wird möglich durch den forschungsmethodischen Ansatz der dokumentarischen Evaluationsforschung (Bohnsack 2006). Wesentliche Aspekte sind die Suche nach Schnittstellen zwischen erziehungswissenschaftlicher Grundlagenforschung und Fragestellungen, die in der Schulpraxis entstehen, die rekonstruktive Forschungsperspektive als Beobachtung zweiter Ordnung und die Responsivität im Umgang mit Forschungsergebnissen (ebd.). Anschlussfähigkeit entsteht zwischen rekonstruktiver Forschung, die Reflexionswissen zu Handlungsproblemen der Schulpraxis hervorbringt, und professioneller Schulentwicklung.

Asbrand, B. / Martens, M. (2021/i.E.): Zum Verhältnis von Wissenschaft und Schulpraxis: Potenziale der dokumentarischen Evaluationsforschung für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. In: E. Zala-Mezö & N. Bremm (Hrsg.): Die Dokumentarische Methode in der Schulentwicklungsforschung. Münster: Waxmann.

Bohnsack, R. (2006): Qualitative Evaluation und Handlungspraxis – Grundlagen dokumentarischer Evaluationsforschung. In: U. Flick (Hrsg.): Qualitative Evaluationsforschung. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 135–155.

 

Der Schulversuch „Universitätsschule Dresden“

Prof. Dr. Anke Langner1, Maxi Heß2
1TU Dresden, 2Universitätsschule Dresden

Eine Schule in einem Ko-Konstruktionsprozess zwischen Praxis und Forschung für die gelingende Entwicklung für alle Schüler*innen zu etablieren, ist das Ziel des Schulversuchs. Der gemeinsame Entwicklungsprozess folgt dem Verständnis einer gestaltenden Bildungsforschung (Tulodziecki et.al. 2013) und verwendet als methodologisches Grundverständnis den Ansatz des Design-Based-Research. In der aktuellen Phase des Schulaufbaus richtet sich die Forschung sehr stark an den Bedarfen der Schule aus, um das Reallabor (Schäpke et.al. 2018) zu stärken. Folglich werden ausgehend von Herausforderungen in der pädagogischen Praxis Veränderungen theoriebasiert und auf die Praxis bezogen gemeinsam modelliert. Anschließend wird gemeinsam der Durchführungsprozess der geplanten Modellierungen und dessen Evaluation bestimmt. Die Umsetzungsergebnisse werden ausgewertet, auf dessen Basis weitere Schritte gemeinsam entwickelt werden. Der kooperative und iterative Prozess der gemeinsamen Gestaltung von schulischen Bildungsprozessen wird exemplarisch in diesem Forum herausgearbeitet.

Schäpke, N. et al. (2018): Jointly Experimenting for Transformation? Shaping Real-World Laboratories by Comparing Them. In: GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society, 27 (1), 85–96.

Tulodziecki, G. et al. (2013): Gestaltungsorientierte Bildungsforschung und Didaktik. Theorie – Empirie – Praxis. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.

 

Praxisforschung an Versuchsschulen

Dr. Gabriele Klewin, Benedict Kurz, Prof. Dr. Annette Textor, Dr. Christian Timo Zenke
Universität Bielefeld

Am Standort Bielefeld besteht eine langjährige Tradition der Forschung von Lehrkräften über ihre eigene Praxis. Doch auch wenn das Bielefelder Praxisforschungsmodell seit Eröffnung der beiden Versuchsschulen Laborschule und Oberstufen-Kolleg mehrfach verändert und ausdifferenziert wurde, bleibt als wesentliches Merkmal die gleichberechtigte Kooperation von Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen in allen Phasen der Forschung erhalten. In diesem Beitrag sollen daher drei Aspekte hinsichtlich der Forschung an den Versuchsschulen aufgegriffen werden.

In der ersten Fokussierung wird die Organisationsstruktur in Bezug auf die Kooperation vorgestellt und gefragt, welche Inhalte bearbeitet wurden, wie die Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Kollegium personell verankert ist und welche Kooperationsvarianten zwischen Universität und Schule in den Projekten zu finden sind.

In der zweiten Fokussierung wird die Frage gestellt, welche Implikationen es hat, die aus der Praxis entstehenden Fragestellungen gegenstandsangemessen zu bearbeiten und sich dabei verschiedener paradigmatischer Herangehensweisen zu bedienen. Was bedeutet ein multiparadigmatischer Ansatz für die Forschung, aber insbesondere für die Nutzung der gewonnen Erkenntnisse in Unterrichts- und Schulentwicklung?

Ausgehend von diesen beiden Fokussierungen wird der Blick abschließend auf das internationale Phänomen der „Laboratory Schools“ und daraus abgeleitete grundlegende Forschungsprinzipien gerichtet.



 
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