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Sitzungsübersicht
Sitzung
Jugend und ländliche Regionen - Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen für gesellschaftliches, politisches und kulturelles Engagement
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 29
987 0082 1373, 071772
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, 10. Pädagogische Freizeitforschung und Sportpädagogik, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, qualitativ, Deutsch

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Präsentationen
ID: 295
Forschungsforum
Stichworte: Jugend, non-formale Bildung, politische Sozialisation, ländlicher Raum, Freizeit

Jugend und ländliche Regionen - Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen für gesellschaftliches, politisches und kulturelles Engagement

Chair(s): Dr. Maren Zschach (Deutsches Jugendinstitut, Außenstelle Halle, Deutschland), Prof. Dr. Cathleen Grunert (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Jugendforschung, die sich auch unter regionalen Perspektiven mit ungleichen Lebensverhältnissen junger Menschen befasst, scheint sich erst langsam wieder zu etablieren. Jugendliche in ländlichen Regionen geraten bislang eher selten in den Forschungsfokus und wenn, dann oftmals unter einer Defizitperspektive im Hinblick auf Schulschließungen, Mobilitätseinschränkungen, der Abwanderung aus strukturschwachen Regionen oder Gefährdungen ihrer Entwicklung durch das Erstarken demokratie-ablehnender Akteure. Neuere Entwicklungen zeigen jedoch ein verstärktes Forschungsinteresse an einer multidimensionalen Analyse diversifizierter Lebensverhältnisse, Handlungspraktiken und Bedeutungszuschreibungen der Jugendlichen selbst. Die im Forschungsforum versammelten Beiträge schlagen diese Richtung ein und werfen die Frage auf, wie für Jugendliche in ihrer Lebensgestaltung regionale Bedingungen relevant werden, sie sich darauf beziehen und diese selbst mit hervorbringen.

 

Beiträge des Panels

 

Orientierungen zu Engagement und Politik von jungen Menschen im ländlich geprägten, kleinstädtischen Milieu. Rekonstruktionen zur Lebenswelt 12-Jähriger in ermöglichenden und begrenzenden Räumen

Dr. Maren Zschach, Pia Sauermann
Deutsches Jugendinstitut e.V., Außenstelle Halle

Das Lebensumfeld und der Alltag junger Menschen in ländlichen Regionen ist einerseits von der Möglichkeit geprägt, selbstständig aktiv zu sein und andererseits nur wenige formalisierte Freizeitaktivitäten nutzen zu können. Im Vortrag soll dieses Spannungsfeld auf seine gesellschaftspolitische Dimension hin analysiert werden. Dabei wird gefragt, welche Partizipationsmöglichkeiten Jugendlichen in ländlichen Regionen offenstehen und wie das Lebensumfeld als ein Ort in Erscheinung tritt, der zur Entwicklung gesellschaftspolitischer Interessen, Haltungen und Handlungspraxen beiträgt. Begünstigende und unterstützende Faktoren für politische Sozialisationsprozesse werden dabei ebenso in den Blick genommen wie hemmende, behindernde und gefährdende Einflüsse auf die Herausbildung eines politischen Bewusstseins. Dazu erfolgt eine Panel-Untersuchung, in der aktuell ca. 12-jährige Jugendliche mittels narrativ-biographischer Interviews befragt werden. Neben einem individuellen Blick auf ihr Leben im Zusammenhang mit (vor)politischen Orientierungen, spielen Online-Aktivitäten in sozialen Medien und die Frage nach einer Konfrontation mit bzw. einem Engagement für gesellschaftspolitische Themen im Internet ebenfalls eine Rolle. Im Vortrag werden diese Fragestellungen miteinander verbunden und zur Diskussion gestellt.

 

Digital engagiert auf dem Land? Zum Wechselverhältnis von Digitalisierung und Jugendengagement im ländlichen Raum

Dr. Katja Ludwig, Markus Schwarz
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Obwohl regionale Disparitäten auch im Kontext von Zugangs- und Teilhabechancen Jugendlicher an gesellschaftlich relevanten Prozessen und Gütern diskutiert werden, ist eine regionale Perspektive auf Engagement und Beteiligung von Jugendlichen in ländlichen Regionen bislang in der Forschung ebenso wenig berücksichtigt worden, wie die Bedeutung von Digitalisierungsprozessen in diesem Kontext. Die Zusammenhänge von digitalen Praktiken und dem Engagement Jugendlicher im Kontext des sozialen Zusammenlebens in ländlichen Regionen in den Blick zu nehmen, ist Ziel des Projektes. Dabei stehen die Relevanz (post-)digitaler Praktiken für Jugendliche im ländlichen Raum und ihre Potenziale für lokales Engagement und kommunale Beteiligung ebenso im Fokus wie die damit einhergehenden veränderten Praktiken und Prozessregeln auf Seiten der Engagementorganisationen. Um diese unterschiedlichen Ebenen einzufangen, werden sowohl quantitative Daten zu Angebotsstrukturen und zu lokalen und digitalen Aktivitäten Jugendlicher erhoben, als auch Expert:inneninterviews und qualitative Interviews mit Jugendlichen durchgeführt. Im Vortrag sollen erste Befunde vorgestellt und diskutiert werden, inwiefern regionale Bedingungsfaktoren bestehende Ungleichheitsstrukturen, die sich auch über unterschiedliche Nutzungs- und Beteiligungsformen im Netz manifestieren, weiter verstärken oder möglicherweise modifizieren.

 

Gesellschaftspolitisch relevantes Engagement Jugendlicher im ländlichen Raum. Zur Bedeutung von verfügbaren Freizeitangeboten für politische Sozialisationsprozesse

Johanna Häring, Marco Schott
Deutsches Jugendinstitut e.V., Außenstelle Halle

Im Gegensatz zu urbanen Zentren sind ländliche Regionen häufig von demographischen Veränderungen, knappen Ressourcen und einer begrenzten Infrastruktur geprägt. Daraus ergeben sich besondere Herausforderungen in Bezug auf die Möglichkeiten politischer Partizipation Jugendlicher. Diese Aspekte werden auf ihre Bedeutung für politische Sozialisationsprozesse junger Menschen hin untersucht. Von Interesse sind insbesondere Fragen nach der Politisierung von Jugendlichen in strukturschwachen, ländlichen Regionen mit dem Fokus auf freizeit- und peerbezogene Instanzen in deren unmittelbarem Umfeld. In einem gestuften Setting werden zwei regionale Sozialräume durch Interviews mit Kommunalverantwortlichen erschlossen und daran anknüpfend offene, narrative Interviews mit Aktiven der Kinder- und Jugendarbeit durchgeführt. Im Anschluss werden die, in Institutionen und Vereinen aktiven oder sich informell treffenden, Jugendlichen mittels Gruppendiskussionen befragt. Mit Hilfe dieses Vorgehens wird rekonstruiert, wie politische Themen in Freizeit- und Peeraktivitäten von Jugendlichen verhandelt werden und welche Rolle der Sozialraum für deren politische Sozialisation spielt. Im Vortrag werden erste empirische Erkenntnisse vorgestellt und Analyseergebnisse zu Prozessen politischer Sozialisation in ländlichen Regionen zur Diskussion gestellt.

 

Ländliche Regionen als Räume kultureller Bildung im Jugendalter?

Prof. Dr. Cathleen Grunert1, Maria Neumann2
1Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg

Der Vortrag fragt nach den Möglichkeitsräumen für Lern- und Bildungsprozesse, die sich Jugendlichen in der Auseinandersetzung mit Musik, Kunst und Kultur in peripheren ländlichen Regionen eröffnen. Dafür wird insbesondere auf qualitatives Datenmaterial zurückgegriffen. Mittels Expert:inneninterviews mit Verantwortungsträger:innen und Praktiker:innen im Bereich der kulturellen Bildung sowie biographisch-narrativen Interviews mit Jugendlichen aus ländlichen Regionen, wird der Blick auf das Zusammenspiel von regionalen und administrativen Bedingungskonstellationen und auf Handlungspraktiken der Jugendlichen selbst gerichtet. Dadurch geraten nicht nur vorstrukturierte Angebote, sondern auch Möglichkeitsräume kultureller Bildung in den Blick, die von Jugendlichen eigeninitiativ hergestellt werden oder, die sich vor dem Hintergrund lokaler Begrenzungen in den digitalen Raum verlagern.



 
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