Veranstaltungsprogramm

Die Zugänge zu allen Zoom-Räumen finden sie auf der Kongress-Plattform (https://plattform.dgfe2022.de/).
Login mit Ihrem ConfTool-Benutzernamen und Ihrem ConfTool-Passwort.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Veranstaltungen des Kongresses.
- Sie können die Veranstaltungen nach Beitragstyp (u.a. Symposium, Arbeitsgruppe, Forschungsforum, Parallelvorträge), Sprache (Englisch, Deutsch, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung) und Themen (Forschungszugänge, Kommissionen, Sektionen) filtern.
- Bitte wählen Sie ein Datum aus, um nur die betreffenden Veranstaltungen anzuzeigen.
- Wählen Sie eine Veranstaltung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
- Die Vortragenden sind jeweils unterstrichen dargestellt.
- Eine persönliche Agenda kann drei Wochen vor Kongressbeginn auf der Kongressplattform von mcc Agentur für Kommunikation erstellt werden.
- Änderungen des Programmes sind vorbehalten.

 
Nur Sitzungen am Veranstaltungsort 
 
 
Sitzungsübersicht
Sitzung
Die Überwindung von Sprach|losigkeit|en. Forschungsforum zu Ent|grenz|ungen durch Sprache
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 24
937 1017 0020, 829544
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, qualitativ, Deutsch

Zeige Hilfe zu 'Vergrößern oder verkleinern Sie den Text der Zusammenfassung' an
Präsentationen

Die Überwindung von Sprach|losigkeit|en. Forschungsforum zu Ent|grenz|ungen durch Sprache

Chair(s): Dr. Julia Ganterer (Leuphana Universität Lüneburg), Hila Kakar (Leuphana Universität Lüneburg), Verena Marke (Leuphana Universität Lüneburg)

Sprache schafft und überwindet zugleich Grenzen. Ent|grenz|ungen durch Sprache stellen eine Herausforderung für erziehungswissenschaftliche Forschung dar und lassen sich in vielen gesellschaftlichen Zusammenhängen beobachten. Ziel des Forschungsforums ist es Möglichkeiten und Grenzen dem/den Sprachlosen eine Sprache zu geben aufzuzeigen. Durch vier Impulsvorträge (10 min) aus aktuellen Forschungszusammenhängen werden beispielhaft Ent|grenz|ungen durch Sprache in Geschlechterverhältnissen, in globalisierten generationalen Ordnungen sowie in durch Migration geprägte Zusammenhängen skizziert und über Möglichkeiten Sprachlosigkeit zu überwinden diskutiert. Anschließend an die vier Impulsvorträge wollen wir folgende Fragen diskutieren:

- Wie entstehen sprachliche Ent|grenz|ungen?

- Welche Rahmenbedingungen braucht es, um Sprachlosigkeit zu überwinden?

- Wie kann Sprache als Medium eingesetzt/verhandelt/genutzt werden, um Ent|grenz|ungen entgegenzuwirken?

 

Beiträge des Panels

 

Sprach-Los – Grenzen-Los

Dr. Julia Ganterer
Leuphana Universität Lüneburg

Gewalt spricht nicht, gleichwohl sie ein Akt der Sprache ist. Die Gewalt ist in und durch die Sprache uns „heimisch geworden“ (Liebsch 2014: 356). (Sprachliche) Gewalt ist zerstörerisch, sie erniedrigt und herabwürdigt; be- und entgrenzt Menschen aus ihren sozialen Positionen und heimischen Plätzen. Anhand erzählter Gewalterfahrungen von Cis-Frauen, die sie durch eine männliche Beziehungsperson erlitten haben, soll nicht jene geschlechtsspezifische Gewalt sichtbar dargestellt werden, sondern gilt es, dem Dazwischen auf die Spur zu kommen. Also jenen existierenden Gewaltdynamiken, die nicht manifest, nicht sichtbar oder sagbar sind, sondern latent in der Welt, lautlos und leibhaftig in uns heimisch sind. Es gilt der Gewalt eine Sprache zu geben und ein Vokabular jenen zu geben, die es benötigen um sich auszudrücken, sich Grenzen-Los zu machen.

Literatur:

Liebsch, Burkhard (2014). Was (nicht) als Gewalt zählt. Zum Stand des philosophischen Gewaltdiskurses heute. In: Staudigl, Michael (Hg.). Gesichter der Gewalt. Beiträge aus phänomenologischer Sicht. Paderborn: Wilhelm Fink, S. 355-381.

 

Sprachliche Ent-grenz-ungen der UN-Kinderrechtskonvention und deren globalen und nationalen Auswirkungen

Verena Marke
Leuphana Universität Lüneburg

Die sprachlich und sozial konstruierten Prinzipien der binären Generationenzugehörigkeit der Kinder- und Menschenrechte, sowie der „sich entwickelnden Fähigkeiten von Kindern“ können in der UN-Kinderrechtskonvention auf zwei gegensätzliche Arten verstanden werden (Stoecklin & Bonvin 2014: 69): Als Einschränkung der von Kindern ausgeübten Rechte oder als Anerkennung der besonderen Fähigkeiten von Kindern im Sinne einer ethisch symmetrischen und akteurszentrierten Beziehungsqualität. Solange jedoch Erwachsene die Definitionsmacht für die Rechte des Kindes hierarchisch auslegen, wird das Prinzip im Sinne einer Einschränkung für Kinder angewendet.

Das generational ordnende Bild vom „Kind“ findet in „Sprache“ unreflektiert Anwendung und Reproduktion und lässt sich in der Absenz der Stimme von Kindern festmachen. „Sprache“ und „Mitsprache“ fungieren als Barrieren für vulnerable Gruppen und lassen sie in gesellschaftlicher Sprachlosigkeit verstummen. Intersektionale Wirkmechanismen können durch die sprachliche Anwendung und Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention verstärkt oder abgeschwächt werden.

Literatur:

Stoecklin, D. & Bonvin, J.-M. (2014). Children’s Rights and the Capability Approach. Challenges and Prospects. Dordrecht: Springer.

 

Sprachliche Ent|grenz|ung durch Migration

Hila Kakar
Leuphana Universität Lüneburg

„Die Sprache bildet einen zentralen Aspekt der Integration von Migranten, womöglich sogar den wich-tigsten“ (Esser 2006: 23). Dies hat die politische und öffentliche Integrationsdebatte stark geprägt: Der Erwerb von Deutschkenntnissen wird als Voraussetzung für die Teilhabe von Migranten*innen an der Gesellschaft gesehen. Die gelebte Mehrsprachigkeit von Migranten*innen wird dabei jedoch kaum be-rücksichtigt. Infolgedessen sehen die Migranten*innen die deutsche Sprache als größte Herausforderung im Kontakt mit Ämtern und Behörden sowie generell für das Leben in Deutschland.

Literatur:

Esser, Hartmut (2006). Sprache und Integration. Die sozialen Bedingungen und Folgen des Spracher-werbs von Migranten, Frankfurt: Campus.



 
Impressum · Kontaktadresse:
Datenschutzerklärung · Veranstaltung: DGfE-Kongress 2022
Conference Software - ConfTool Pro 2.8.95+TC
© 2001–2022 by Dr. H. Weinreich, Hamburg, Germany