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Sitzungsübersicht
Sitzung
Qualitative Bildungs- und Biografieforschung unter Bedingungen der Corona-Pandemie
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 21
980 9785 3820, 440605
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, qualitativ, Deutsch

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Präsentationen

Qualitative Bildungs- und Biografieforschung unter Bedingungen der Corona-Pandemie

Chair(s): Prof. Dr. Anke Wischmann (Europa-Universität Flensburg, Deutschland), Prof. Dr. Thorsten Fuchs (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Juliane Engel (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Prof. Dr. Christine Demmer (Universität Bielefeld)

Das Forschungsforum widmet sich den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf qualitative Bildungs- und Biografieforschung. Es geht darum, die Einsichten in die notwendig gewordenen Veränderungen von Forschungsprozessen qualitativen Zuschnitts auf die Frage hinauszuführen, ob und inwiefern sie Innovationen und Transformationspotenziale für die qualitative Bildungs- und Biografieforschung bereithalten. Auf diese Weise wird die Gelegenheit genutzt, über Einblicknahmen in konkrete qualitativ-erziehungswissenschaftliche Forschungsprojekte und ihre erforderlichen Veränderungen in Anbetracht der Corona-Pandemie die methodischen und methodologischen Konsequenzen für die qualitative Bildungs- und Biografieforschung insgesamt zu sondieren – konkret unter der Frage, welche der entwickelten Neujustierungen bzw. -perspektivierungen Aussicht darauf haben, qualitative Ansätze in der Erziehungswissenschaft zu innovieren.

 

Beiträge des Panels

 

Komputable Perspektiven auf virtuelle Situiertheiten – Qualitative Erhebungsszenarien auf Distanz am Beispiel digitaler Jugendkulturforschung

Anna Carnap1, Viktoria Flasche2
1Humboldt Universität zu Berlin, 2Universität Erlangen-Nürnberg

Im Rahmen der Corona Pandemie werden vermehrt qualitative Erhebungsszenarien über digitale Plattformen umgesetzt. Wenngleich qualitative Forschung die konstitutive Positioniertheit der Forschenden als Situiertheit (Haraway 1988) oder Standortgebundenheit (Mannheim 1980) berücksichtigt, zeigte sich bereits vor der Digitalisierung, dass mediale Voraussetzungen des Forschungsprozesses oft unhinterfragt bleiben (Schäffer 2021). Vor dem Hintergrund eines technischen Solutionismus gerät nun das Berechenbare oder Komputable (Jörissen 2020) aus dem Blick.

Diese Entwicklung zeigt sich im Forschungsprozess mit Jugendlichen u.a. darin, dass sich konjunktives Erfahrungswissen nicht unabhängig vom plattformspezifischen Feld des Erscheinens entfalten kann: Was ist etwa das Konjunktive einer Kommentarspalte? Welche Rolle spielen algorithmische Entscheidungsprozesse? Warum mangelt es bei einer Gruppendiskussion auf Zoom an interaktiver Dichte?

Ausgehend von einer transaktionalen Methodologie (Nohl 2012, Engel/Jörissen 2018) und dem Material Feminism (Taylor 2013) diskutieren wir eine rekonstruktive Vorgehensweise, die die technischen, materialen, digitalen Bedingungen des in Erscheinung Tretens in virtuellen Räumen systematisch im Forschungsprozess berücksichtigt.

 

Veränderung des Forschungsfeldes = Veränderung der Feldforschung? Einblicke in Forschungserfahrungen unter Pandemiebedingungen

Prof. Dr. Jens Oliver Krüger, Mirjam Schön
Universität Koblenz-Landau

Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Verhältnisse, unter denen geforscht wird, sondern mitunter auch die zu erforschenden Verhältnisse verändert. Um die daraus resultieren Herausforderungen zu reflektieren, referiert der Beitrag Erfahrungen aus einem qualitativen Forschungsprojekt zur kulturellen Bildung, in dem ursprünglich mit Interviews und ethnographischen Beobachtungen gearbeitet werden sollte. Projektbezogen wird die Notwendigkeit zu methodischen Anpassungen in einem ersten Schritt an Beispielen nachvollziehbar gemacht, in denen der ethnographische Anspruch der „Gleichörtlichkeit“ (Breidenstein u.a. 2013, 46) bzw. der „synchrone[n] Begleitung lokaler Praktiken“ (ebd., 47) durch Kontaktbeschränkungen irritiert wurde. Darüber hinaus gehend, fragt der Beitrag in einem zweiten Schritt, was die Veränderungen, die die Corona-Pandemie im Feld verursacht, für dessen Erforschung bedeuten. Den Bereich der kulturellen Bildung betreffend, ist hier nicht nur der Ausfall von Veranstaltungen bzw. deren digitale Substitution zu reflektieren, sondern insb. eine Verunsicherung, die sich in den Interviews mit professionellen Akteur:innen artikuliert.

Während sich die methodischen Herausforderungen, die durch die Pandemie entstehen, im Sinne einer rekursiven Forschungslogik (Bischoff u.a. 2018, 4) noch lösen und mitunter sogar produktiv machen lassen, wird abschließend die offene Frage diskutiert, ob der Veränderung des Feldes damit genüge getragen werden kann.

 

Teilnahme wie und woran? Ethnografie im Online-Unterricht

Dr. Andrea Bossen1, Prof. Dr. Jürgen Budde2
1Universität Halle-Wittenberg, 2Europa-Universität Flensburg

Die ethnografische Unterrichtsforschung verliert in Zeiten von digitalem Lernen und Unterricht ihre gewohnten Routinen. Im Online-Unterricht sind nicht mehr nur Schüler:innen und schulisches Personal anwesend; auch (Groß-)Eltern, Geschwister und die Dinge und Räume privater Lebenswelten werden zu Teilnehmenden im Forschungsfeld: Wie also lässt sich der Gegenstand der Beobachtung (Unterricht) in seiner digitalen Erscheinungsform beschreiben? Was kann digital teilnehmend in welcher Weise beobachtet werden?

So transformiert sich der Fokus von Beobachtungen einer digitalen Ethnographie von klaren Einheiten (Klassen, Räume, Schüler:innen) zu diversifizierten Konstellationen, und zu fragen ist, inwiefern sich auch die Rolle der Forscher:innen verändert. Dabei stellen sich ebenso ethische Fragen neu. In der Summe könnten die Transformationen auf eine Neujustierung von Zentrierung/Dezentrierung des Lernens im Digitalen hindeuten, die die Frage aufwerfen, woran eigentlich bei Unterrichtsethnografien in Zeiten von Corona (auch noch) teilgenommen wird. Inwieweit dies neue erkenntnistheoretische und methodische Herausforderungen sind oder eher eine Reformulierung traditioneller Spannungsfelder ethnografischer Forschung, soll in dem Beitrag anhand von Überlegungen zu einer virtuellen Ethnografie (vgl. z.B. Marotzki 2003; Hine 2000) und Unterrichtsbeobachtungen aus digitalen Klassenzimmern (vgl. Bossen/Breidenstein i.E.) ausgelotet werden.



 
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