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Sitzungsübersicht
Sitzung
Die Zukunft ist schon da. Die handlungsleitende Rolle von Zukunftsnarrativen in der Bildungspolitik
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 15

926 3007 8513, 173066
Sitzungsthemen:
3. Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft, Sektion 3, Kommission Vergleichende und Internationale Erziehungswissenschaft, qualitativ, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung

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Präsentationen

Die Zukunft ist schon da. Die handlungsleitende Rolle von Zukunftsnarrativen in der Bildungspolitik

Chair(s): Prof. Dr. Florian Waldow (Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland)

Diskutant*innen: Ana Werkstetter Caravaca (Freie Universität Berlin)

Zukunftserwartungen sind in pädagogischen und bildungspolitischen Diskursen allgegenwärtig. Bildungspolitische Agenden gründen notwendigerweise auf Annahmen über zukünftige Entwicklungen, versuchen, die Organisationen und die Lernenden auf antizipierte Entwicklungen vorzubereiten, und gestalten diese Entwicklungen gleichzeitig mit.

Zukunftserwartungen werden im bildungspolitischen Feld aktiv von Akteuren mitkonstruiert und reproduziert. Für die Herstellung von Plausibilität und Legitimitität dieser Erwartungen spielen Narrationen, „stories“, eine wichtige Rolle.

Im Forschungsforum sollen derartige Zukunftsnarrative und wie sie zustande kommen in den Blick genommen werden, einerseits im Blick auf die Digitalisierungsdebatte in deutschen Leitmedien, andererseits im Blick auf übergreifende, tlw. globale Geltung beanspruchende Zukunftsnarrative, wie sie in internationalen Organisationen konstruiert, verhandelt und verbreitet werden.

 

Beiträge des Panels

 

Zwischen Hoffnung und Bedrohung. Zukunftsnarrative und Plausibilisierungsstrategien in der massenmedialen Digitalisierungsdebatte

Jakob Erichsen
Humboldt-Universität zu Berlin

Der Beitrag rekonstruiert und analysiert massenmedial vermittelte Zukunftserwartungen im Hinblick auf den Prozess der Digitalisierung im Bildungsbereich. Er geht von der Prämisse aus, dass Zukunftserwartungen handlungsleitende Phänomene sind, die nicht als rein individuell kreiert betrachtet werden dürfen, sondern kollektiv vermittelt und sozial geformt Eingang in Debatten und Interaktionen finden.

Mediale Debatten sind hier ein interessantes Forschungsobjekt, da sie aktiv am Agenda Setting und am Framing von Problemen mitwirken. Sie verbreiten, erzeugen und verstärken Erwartungen, Problemlagen und Begründungsmuster, die in der Folge von anderen Akteuren übernommen werden können. Die Betrachtung der medialen Debatten erlaubt darüber hinaus Aussagen darüber, wie das Handeln von anderen bildungspolitischen Akteuren im Bezug auf bestimmte Zukunftserwartungen öffentlich wahrgenommen und bewertet wird.

Im Beitrag wird dargestellt, welche Zukunftserwartungen die Debatte prägen, durch welche Narrative sie plausibilisiert werden und welche policies ihrerseits mit ihnen legitimiert werden. Dabei wird das Wechselspiel zwischen allgemeinen, breit diffundierten Zukunftserwartungen und gesellschaftlichen Erwartungen an das Bildungssystem analysiert und argumentiert, dass bildungspolitische Debatten von Antizipationsprozessen geprägt sind und Entscheidungen mehr auf Interpretation und Imagination als auf rationaler Kalkulation beruhen.

 

The Presence of Futures. Futures Discourse in the Global Education Governing Arena Mediated by UNESCO’s “Futures of Education”

Franziska Primus
Örebro University, Schweden

This paper presents insights into the analysis of how futures are imagined or portrayed in the global education governing arena. The United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) and its current initiative “Futures of Education” serve as concrete entry points. The analysis of material published by the initiative between its launch in 2019 and the end of 2020, and of historical commission reports is inspired by the discourse historical approach (DHA). The paper discusses first findings along argumentative topoi which are reconstructed from the material representing general reasonings on futures. The topoi of crisis, negative disruption and threat come to the fore with the COVID-19 pandemic. The respective global challenges prevail, but the possibly impending loss of future opportunities is framed as the actual central threat. Hope seems to rise as a topos to counter that.

The paper is part of a broader study based on sociology of expectations and sociological fictionalism aiming to gain a deeper understanding of the (re)production of global education policy by relating it to future imaginaries. Therefore, it also discusses first indications of how the discourse on futures relates to the programmatic level of education policy.

 

Naming the Future: Die Relevanz kultureller Repertoires über die Zukunft bei der OECD und UNESCO im Vergleich

Walter Fritsch
Humboldt-Universität zu Berlin

Wie Menschen die Zukunft wahrnehmen, ist in der Tat keine rein individuelle Entscheidung, sondern durch soziale Gegebenheiten geprägt und damit ein inhärent kulturelles Phänomen. Welche Zukunftsrepertoires Individuen dabei zur Verfügung stehen, ist allerdings stark von historischen und materiellen Voraussetzungen geprägt, sodass die ‚capacity to aspire‘ ungleich verteilt ist.

Der Beitrag analysiert, wie Akteure auf globaler Ebene um Zukunftsnarrative im Bildungsbereich konkurrieren und inwiefern dabei Rücksicht auf die ungleiche Verteilung jener Kapazität genommen wird. Insbesondere sollen dabei Unterschiede zwischen den zwei internationalen Organisationen (UNESCO und OECD), die für sich beanspruchen, die Zukunft der Bildung gestalten zu wollen, herausgearbeitet werden. Als Grundlage dafür dienen Materialien, die im Rahmen der Futures Of Education Initiative der UNESCO und dem Future of Education and Skills 2030 Projekt der OECD zwischen 2019 und 2021 veröffentlicht wurden. Es wird argumentiert, dass auf dem Rücken der Zukunftsgestaltung politische Auseinandersetzungen ausgetragen werden, da beide Organisationen versuchen, sich durch ihre (sehr unterschiedlichen) Vorstellungen der Zukunft voneinander abzugrenzen, um eine Führungsrolle in der internationalen Bildungspolitik beanspruchen zu können. Obwohl die Relevanz kultureller Repertoires unterschiedlich stark betont wird, hat sie bei beiden Organisationen ähnlich wenig Auswirkungen auf die Umsetzung ihrer Programme.



 
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