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Sitzungsübersicht
Sitzung
Forschung im Kontext von Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 14
926 7516 1367, cg0ZZa
Sitzungsthemen:
5. Schulpädagogik, Sektion 5, Kommission Schulforschung und Didaktik, Sektion 5, Kommission Professionsforschung und Lehrerbildung, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Forschung im Kontext von Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft

Chair(s): Eric Bollmann (Alanus Hochschule, Deutschland), Prof. Dr. Jost Schieren (Alanus Hochschule)

Der empirische Forschungsstand zur Waldorfpädagogik ist im Vergleich zu den anderen Schultypen der klassischen Reformpädagogik vergleichsweise komfortabel, es mangelt aber nach wie vor an einem offenen, konstruktiven Dialog zwischen Erziehungswissenschaft und Waldorfpädagogik. An diesem Desiderat setzt das seit 2015 an der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn angesiedelte Graduiertenkolleg Waldorfpädagogik an, das vom Bund der Freien Waldorfschulen finanziert wird. Am Kolleg sind auch Erziehungswissenschaftler*innen staatlicher Hochschulen beteiligt; die Promotionen werden an unterschiedlichen staatlichen Universitäten durchgeführt. Gefördert werden (vor allem empirische) Arbeiten mit Anbindung an aktuelle erziehungswissenschaftliche bzw. schulpädagogische Forschungsfelder; eine reine Steiner-Exegese soll vermieden werden. Im Forschungsforum sollen vier aktuelle Promotionsprojekte aus dem Kontext des Graduiertenkollegs vorgestellt werden.

 

Beiträge des Panels

 

Bildungserfahrungen geflüchteter Adoleszenter an einer Waldorfschule

Larissa Beckel
Alanus Hochschule

Insbesondere für neu migrierte und geflüchtete Kinder und Jugendliche besteht ein hohes Risiko, in gering qualifizierende Bildungsgänge des deutschen Bildungssystems eingruppiert zu werden, wodurch ein Bildungsaufstieg und gesellschaftliche Partizipation stark erschwert werden. Das rekonstruktiv angelegte Promotionsprojekt zeigt anhand von Fallbeispielen minderjähriger unbegleiteter Geflüchteter, welche Faktoren zu mehr Bildungsgerechtigkeit insbesondere für Schüler*innen mit Fluchthintergrund beitragen können. Das Datenmaterial wurde mit Hilfe kartografischer Methoden der Sozialraumforschung (narrative Landkarte) sowie ethnografischer Methoden (teilnehmende Beobachtung) gesammelt. Die Daten wurden hinsichtlich der Alltagsorganisation, der Unterrichtspraxis und der Beziehungsgestaltung zwischen pädagogischem Team und Schüler*innen analysiert. Somit findet ein Adressierungswechsel statt, der den Blick von den Institutionen hin zu den von den Beschulungsmaßnahmen betroffenen Geflüchteten lenkt. Die Jugendlichen geben durch die kartografische Methode der narrativen Landkarte Einblicke in die Organisation und Aneignung ihres Sozialraums. Dadurch ergeben sich Aufschlüsse über die strukturellen, institutionellen und individuellen Ressourcen und Barrieren für gesellschaftliche Partizipation. Das Promotionsprojekt zeigt somit auf, wo Potenzial besteht, um mehr Bildungsgerechtigkeit für (neu) migrierte Schüler*innen in Deutschland zu erreichen.

 

Die Möglichkeiten des fächerübergreifenden Unterrichtens für die Klassenlehrerin bzw. den Klassenlehrer an der Waldorfschule in den Jahrgangsstufen 6 bis 8

Moritz Gritschneder
Alanus Hochschule

Die Aufgliederung des schulisch zu vermittelnden Wissens in einzelne, voneinander isoliert unterrichtete Fächer ist schon seit mehr als hundert Jahren Gegenstand der Kritik an Schule. Der aktuelle erziehungswissenschaftliche Diskurs zur Fachlichkeit (vgl. ZfPäd 5/2020) wirft unter anderem die Frage auf, ob die Strukturierung des Unterrichts nach dem Fachprinzip auch angesichts veränderter gesellschaftlicher Verhältnisse nicht dringend einer Transformation bedarf. Ausgehend von der Kritik am Fachprinzip werden in diesem Promotionsprojekt ältere wie neuere Konzepte zum fächerübergreifenden Unterricht historisch-genetisch nachvollzogen und im Hinblick auf ihre didaktische Aktualität überprüft. Darüber hinaus werden die Möglichkeiten des interdisziplinären Unterrichtens für die Klassenlehrerin bzw. den Klassenlehrer an der Waldorfschule eruiert. Es werden sowohl die theoretischen Grundlagen der Waldorfpädagogik (Entwicklungspsychologie, Lerntheorie, Phänomenologie, Holismus) ausgewertet als auch Aspekte der gelebten Schulpraxis (Klassenlehrer-Prinzip, Epochenunterricht) herangezogen. Hierbei rücken verstärkt fächerübergreifende Kompetenzen in den Fokus schulpädagogischen Interesses. Der Beitrag diskutiert das Potenzial der Waldorfpädagogik in Bezug auf die Entwicklung fächerübergreifenden Unterrichts.

 

Anthropologische Reflexions- und Vermittlungslinien im Schnittfeld von Gesundheitsförderung und Allgemeiner Didaktik in der Waldorfpädagogik

Florentine Mostaghimi-Gomi
Alanus Hochschule

Im Dissertationsprojekt werden anthropologisch-erziehungswissenschaftliche sowie leibphänomenologische Perspektiven auf die Bedeutung des „Leibes“ im pädagogischen Kontext daraufhin untersucht, inwiefern sie an der Berührungsfläche von Gesundheitsförderung und Allgemeiner Didaktik der Waldorfpädagogik, welcher die anthropologischen Entwürfe Rudolf Steiners zugrundeliegen, einen vermittelnden Reflexionsrahmen aufspannen. An der Schnittstelle von Erziehungswissenschaften und Leibphänomenologie schließt die Dissertation an die Arbeiten von Malte Brinkmann, Barbara Wolf, Eckard Liebau, Jörg Zirfas u. a. an. Ausgehend von herausgearbeiteten Facetten des „Leibes“ sowie von Aspekten der Gesundheitsförderung in der waldorfpädagogischen Praxis soll die salutogenetische Wirkung typischer Signaturen der Waldorfpädagogik weiter erforscht werden. In einem konzeptionell-konstruktiven Teil der Dissertationsschrift soll auf Grundlage von Experteninterviews ein Gesprächsleitfaden erarbeitet werden, der der Kooperation von Schulärzt*innen und Lehrkräften dienen kann. Im Beitrag sollen Konzeption und Vorgehen dieses Promotionsprojekts zur Diskussion gestellt werden.

 

Pädagogische Qualität in Waldorfkindergärten und Waldorfkrippen

Philipp Gelitz
Universität Passau

Das Promotionsprojekt rekonstruiert mit der qualitativen Methode des Experteninterviews (n=8) Handlungswissen und Relevanzsetzungen beteiligter Erwachsener – Fachkräfte, Eltern und Dozierende – im Untersuchungsfeld von Waldorfkindergärten und -krippen. Den theoretischen Bezugsrahmen bilden zum einen vier Stränge des erziehungswissenschaftlichen Qualitätsdiskurses (quantitative Qualitätsfeststellung, qualitativ-rekonstruktiver Zugang, Kompetenzorientierung und Ko-Konstruktion sowie Professionalisierung und Persönlichkeit), zum anderen werden anthropologische Annahmen der waldorfpädagogischen Literatur zum vorschulischen Alter vertieft. Mit der theoriegenerierenden Auswertungsmethode nach Bogner et al. (2014, S. 75-83) wurden zunächst die relevantesten Themenfelder identifiziert, dann implizit wirkende Konzepte im Hintergrund der Ausführungen rekonstruiert sowie in einem letzten Schritt eine theoretische Generalisierung vorgenommen. Der Beitrag stellt die zentralen Befunde der Studie in den Mittelpunkt und diskutiert sie im Schnittfeld erziehungswissenschaftlicher Qualitätskonzepte und waldorfpädagogischer Überlegungen zu fachlich qualifizierter pädagogischer Arbeit in der frühkindlichen Bildung.

Literatur:

Bogner, A., Littig, B., Menz, W. (2014): Interviews mit Experten. Eine praxisorientierte Einführung. Wiesbaden: Springer VS.



 
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