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Sitzungsübersicht
Sitzung
Zwischen diskursiver Grenzziehung und Widerstand. Subjektivierungsanalytische Perspektiven auf schulische Anrufungen.
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 10

985 3744 2983, 819188
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 3. Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft, Sektion 2, Kommission Bildungs- und Erziehungsphilosophie, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, Sektion 3, Kommission Interkulturelle Bildung, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Zwischen diskursiver Grenzziehung und Widerstand. Subjektivierungsanalytische Perspektiven auf schulische Anrufungen.

Chair(s): Anne Otzen (Universität Bremen, Deutschland), Marie Hoppe (Universität Bremen), Saskia Terstegen (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Svenja Strauß (Georg-August-Universität Göttingen)

Gegenstand des Forschungsforums bilden subjektivierungsanalytische Perspektiven auf die Schule, dort beobachtbare normative Ordnungen und Widerstände. Die Einzelbeiträge diskutieren Ergebnisse aus aktuellen Dissertationsprojekten, deren gemeinsamer Fluchtpunkt eine subjektivierungstheoretisch informierte Perspektive auf Anrufungsprozesse in der Schule bildet. Anhand von verschiedenen Materialsorten und Forschungsgegenständen wird empirisch herausgearbeitet, wie Schüler*innen sich zu Anrufungen in unterschiedlichen schulischen Kontexten auf widerständige Weise in ein Verhältnis setzen. Das Forschungsforum widmet sich dabei folgenden Fragen: Wie und über welche Praktiken rufen die pädagogischen und gesellschaftlichen Ordnungen die jeweiligen Subjekte an? Wie sind diese Anrufungen von Macht- und Herrschaftsverhältnissen durchzogen und welche Ausschlüsse (re-)produzieren sie? Welche widerständigen Praktiken lassen sich in diesen ‚umwendenden‘ Verhältnissetzungen identifizieren?

 

Beiträge des Panels

 

Rassifizierte Subjekte? Anrufungen und Widerstände am schulischen Ort der Diskursproduktion

Saskia Terstegen
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Der erste Beitrag fokussiert auf diskursive Praktiken im schulischen Kontext, in denen Schüler*innen als rassifizierte Subjekte angerufen werden. Die Schule wird dabei als Ort der Diskursproduktion verstanden, an dem Rassismus als gesellschaftliches Verhältnis (Rommelspacher, 2009) wirksam und über je spezifische ,Konjunkturen‘ (Bojadžijev, 2008) (re-)produziert wird. In Rückgriff auf ethnographische Daten, die an einer US-amerikanischen Highschool erhoben wurden, wird eine materialübergreifende Analyse der Praktiken präsentiert. Ausgehend von einer subjektivierungstheoretischen Perspektive werden die rekonstruierten rassifizierenden Anrufungen als machtvolle Prozesse aufgefasst, zu denen die Schüler*innen sich gleichermaßen affirmativ wie widerständig verhalten. Der Beitrag kann dabei zeigen, wie diese In-Verhältnissetzungen der Schüler*innen zu den Anrufungen als Widerstand begriffen werden können und unter welchen spezifischen Bedingungen Widerstand gegen rassifizierende Anrufungen in schulischen (Macht- und Herrschafts-)Verhältnissen möglich wird. Die diskurs- und machtanalytische Betrachtung (Hall, 2017) ermöglicht es, sowohl die in Rassifizierungen produzierten Ausschlüsse als auch Potenziale und Grenzen der Irritation zugrundeliegender schulischer Differenzordnungen herauszuarbeiten, auf die die analysierten Schüler*innenpraktiken verweisen.

 

Zwischen(-)Spiel und Subversion? Subjektivierungsanalytische Perspektiven auf Ironie im Unterricht.

Anne Otzen
Universität Bremen

Im Zentrum des zweiten Beitrags stehen ironische Adressierungen aus dem Schulunterricht. Ausgehend davon, dass ironische Anrufungen mit diskursiven Bedeutungen spielen, ist es Ziel des Vortrags zu zeigen, wie Lehrpersonen und Schüler*innen sich über Ironie zu spezifischen normativen Anrufungen des schulischen Alltags positionieren. Ironie als Modus, der Dinge zu Sprache kommen lässt, die ohne ein Augenzwinkern problematisch wären, tangiert die Grenzen des Sagbaren und ist pädagogisch dann problematisiert, wenn das Gegenüber durch entgrenzende Kommentare exponiert wird. Doch bieten ironische Bezugnahmen auch die Möglichkeit sich uneindeutig zu vorherigen Anrufungen zu positionieren und diese somit für sich zu wenden. Ziel des Beitrags ist es anhand von Transkripten aus dem Unterricht zu rekonstruieren, wie in diesem Modus die schulischen Ordnungen und Praktiken gewendet und verschoben werden und wie Ironie eine Spielweise darstellt sich anders bzw. weniger determiniert zu entwerfen. Leitend für die Untersuchung ist ein adressierungsanalytischer Ansatz, der danach fragt, wie jemand über eine ironische Re-Adressierung in ein spezifisches Verhältnis zu Normen, Positionierungen und sich selbst gesetzt und dadurch zu jemanden gemacht wird, der_die sich wiederum - ggf. ironisierend - zu diesen Re-Adressierungen verhält (vgl. exempl. Ricken et al. 2017).

 

Subjektwerden in der nationalen Schule. Marginalisierung und Handlungsfähigkeit in biographischer Perspektive

Marie Hoppe
Universität Bremen

Der dritte Beitrag richtet den Blick auf Subjektivierung unter Bedingungen natio-ethno-kulturell codierter In- und Exklusionsverhältnisse im Nationalstaat, für deren Aushandlung die Institution Schule ein zentraler Ort darstellt. Empirische Grundlage des Vortrags stellen schulbildungsbiographische Selbstauskünfte kurdisch positionierter Frauen in der Türkei dar. Der biographische Forschungszugang erlaubt es nicht nur, retrospektive Ins-Verhältnis-Setzungen zu sozialen Normen der Anerkennbarkeit zu re-konstruieren, sondern ebenfalls zu zeigen, als welche Subjekte die Befragten im (schulbildungs-)biographischen Sprechen (nicht) entstehen (können). Gerade die Re-Konstruktion widerständiger Umwendungen auf Anrufungen fordert dabei zu Rückfragen an die Theorie auf: Wie privilegiert positioniert muss ein Subjekt sein, um über Resignifizierungen handlungsfähig zu werden? Welcher Widerstandsbegriff lässt sich sinnvoll für Subjekte anlegen, deren Subjektsein durch gesellschaftliche Ordnungen und deren schulische Artikulationen massiv restringiert wird? Im Beitrag wird somit auch diskutiert, welche Praktiken schon bzw. noch als Widerständigkeit gegen soziale Normen gelten und (normativ) anerkennbar sind.



 
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