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Sitzungsübersicht
Sitzung
Kulturelle Teilhabe in peripheren Regionen: Orte, Institutionen, (digitale) Räume und Potentiale
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 09
982 4768 1881, 040174
Sitzungsthemen:
4. Empirische Bildungsforschung, 10. Pädagogische Freizeitforschung und Sportpädagogik, 14. Organisationspädagogik, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, Sektion 5, Kommission Schulforschung und Didaktik, Sektion 10, Kommission Pädagogische Freizeitforschung, qualitativ, quantitativ, Deutsch

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Präsentationen

Kulturelle Teilhabe in peripheren Regionen: Orte, Institutionen, (digitale) Räume und Potentiale

Chair(s): Prof. Dr. Sonja Nonte (Universität Osnabrück, Deutschland), Prof. Dr. Thade Buchborn (Hochschule für Musik Freiburg), Prof. Dr. Andreas Lehmann-Wermser (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover), Prof. Dr. Wolfgang Lessing (Hochschule für Musik Freiburg)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Nina Kolleck (Universität Leipzig)

Der Aspekt der musikalisch-kulturellen Teilhabe ist in den vergangenen Jahren vergleichsweise umfangreich beforscht worden (Kranefeld, 2015; Lehmann-Wermser, Weishaupt & Konrad, 2020). Bislang fehlt es jedoch an Untersuchungen, die diesen Aspekt in Bezug auf periphere Regionen diskutieren. Die theoretische Rahmung bildet der Befähigungsansatz nach Sen (Sen, 2012; Krupp-Schleußner, 2016). Unter Einbezug sozioökonomischer und wirtschaftlicher, aber auch familiärer Kontextfaktoren sowie des domänenspezifischen well-beings eignet er sich besonders als Analyserahmen individueller Teilhabechancen, auch mit Blick auf strukturelle Herausforderungen. Im Forum wird die Frage: „Wie können Bildungs- und kulturelle Institutionen sowie lokale Akteure (Musikvereine, freie Kulturschaffende etc.) musikalische kulturelle Teilhabe in peripheren Regionen ermöglichen?“ anhand von vier Beiträgen aus den Forschungsprojekten MOKUB und PReTuS aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und diskutiert.

 

Beiträge des Panels

 

Schulentwicklung und Kooperationen in peripheren Bildungslandschaften

Mario Mallwitz
Universität Osnabrück

Die Entwicklung und Gestaltung lokaler Bildungslandschaften wird in den vergangenen Jahren als eine bildungspolitisch „hochaktuelle“ Aufgabe stetig vorangetrieben (Weiß, 2011). Schulen und ihre standortspezifische Entwicklung werden hier an ihr lokales Umfeld gebunden betrachtet und auf die Chancen einer gegenseitigen Öffnung verwiesen: Kooperationen mit außerschulischen Bildungspartnern werden als (potentiell erfolgreiche) Netzwerke verstanden und erforscht (Fischbach et al., 2015). Das Forschungsprojekt PReTuS fokussiert Schulen als Orte der Vermittlung und Ermöglichung kultureller Teilhabe. Gerade im ländlichen Raum sind Schulen hierbei häufig auf die Kooperation mit außerschulischen Bildungsakteuren (Musikvereine, Konzerthäuser usw.) angewiesen, die jedoch anders als in städtischen Ballungsräumen, nicht immer in unmittelbarer Nähe liegen. Der Vortrag präsentiert Ergebnisse einer triangulativen Befragung von Schulleiter*innen peripher verorteter Schulstandorte hinsichtlich ihrer bestehenden Kooperationen, der von ihnen identifizierten Entwicklungsbedarfe und bisher ungenutzten Potenziale zur Vernetzung innerhalb einer kommunalen Bildungslandschaft. Während die Fragebogenerhebung vor allem eine Bestandsaufnahme der schulischen Ausstattung und bestehender Kooperationen bietet, ermöglichen die Ergebnisse einer qualitativen Inhaltsanalyse (Kuckartz, 2016) von Schulleiterinterviews vertiefende Einblicke in die Gründe für bisher ungenutzter Kooperationspotenziale.

 

Blasmusikvereine und ihre Beziehungen zu anderen kulturellen Bildungsinstitutionen

Johanna Borchert
Hochschule für Musik Freiburg

In ländlichen Räumen spielen Blasmusikvereine (MV) nicht nur als kulturelle Institutionen, sondern auch in Bezug auf die musikalische (Aus-) Bildung außerhalb allgemeinbildender Schulen eine bedeutsame Rolle (Laurisch 2018). Insbesondere aufgrund ihrer teils sehr periphere Lage sind sie Prozessen des gesellschaftlichen und demographischen Wandels ausgesetzt (Sievers 2018), sodass die Kooperation und Vernetzung mit anderen Institutionen musikalisch-kultureller Bildung einen wichtigen Aspekt der Verankerung in der Kulturlandschaft (Keuchel 2013) und Sicherung des Fortbestands darstellt. Besonders zu Musikschulen, allgemeinbildenden Schulen und der Musikhochschule stehen MV in Beziehungen die auf unterschiedliche Weise (z. B. Kooperationen, Übergangsbeziehungen, durch eine gemeinsame Zielgruppe) strukturiert sein können. Für das Forschungsprojekt MOkuB ist die Akteur:innenperspektive in Bezug auf diese Beziehungen von Interesse. Deshalb werden diesbezüglich handlungsleitende Orientierungen durch die Auswertung von Gruppendiskussionen zwischen MV-Akteur:innen und Akteur:innen weiterer musikalischer Bildungsinstitutionen mittels der dokumentarischen Methode nach Ralf Bohnsack (Bohnsack 2014) herausgearbeitet. Es zeigen sich dabei Eigen- und Fremdwahrnehmungen der einzelnen Institutionen sowie Fördernisse und Hemmnisse der Kooperationen auch unter veränderten Bedingungen der Corona-Pandemie.

 

Musikalisch kulturelle Bildung in Musikvereinen aus Sicht der Akteur*innen. Eine Dokumentarische Studie

Verena Bons
Hochscule für Musik Freiburg

Insbesondere in ländlichen Regionen Deutschlands gelten Musikvereine (MV) als zentrale Akteure der Amateurmusikszene (MLR 2013). Sie fördern u.a. die produktive Auseinandersetzung mit Musik, eröffnen einem breiten Publikum Möglichkeiten der (Live-)Musikrezeption und initiieren musikalische Bildungsprozesse, etwa durch ihr Instrumentalunterrichtsangebot (Ardila-Mantilla 2016, Berg 2010, Deutsche Bläserjugend 2016). Wie die Mitglieder von MV ihre Arbeit im Kontext musikalisch kultureller Bildungsarbeit verorten und ob sie durch ihr Wirken in der Nachwuchsarbeit Teilhabemöglichkeiten eröffnen wollen, ist bislang nicht erforscht. Auch wenn neuere Publikationen die Mitgliederperspektive (BMJ 2017a und b, 2018, Laurisch 2017a und b, 2018) beleuchten, wurden weder das Selbstverständnis noch die Praktiken von Amateurblasorchestern genauer untersucht. Im Zentrum der Präsentation steht daher die Frage: An welchen impliziten oder expliziten Wissensbeständen orientieren MV-Mitglieder ihre musikalische Ausbildungsarbeit und inwiefern zeigen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Diskurs der musikalisch-kulturellen Teilhabe?

Anhand von Gruppendiskussionen rekonstruieren wir mittels der Dokumentarischen Methode (Bohnsack 2014) handlungsleitende Orientierungen von MV-Mitgliedern. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die musikalische Ausbildungsarbeit zwar einen hohen Stellenwert im Selbstverständnis der MV hat, jedoch werden Begriffe wie Teilhabe oder kulturelle Bildung kaum gebraucht.

 

Musikkultur zwischen Wald und Wiese. Musikalische Praxen auf dem Prüfstand der Attraktivität für Kinder und Jugendliche in peripheren Regionen

Julius Kopp
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Kulturelle Bildung in ländlichen Regionen gestaltet sich anders als in urbanen. So bilden beispielsweise Musik- und Bläservereine einen eigenen Kosmos gleichermaßen der musikalischen Praxis als auch des sozialen Austauschs, und während in städtischen Regionen oft eigene Kinder- und Jugendchöre existieren, gestalten sich Chor- und Gesangsvereine im ländlichen Raum intergenerativ (Overbeck, 2018; Vogt, 2020). Ein zentraler Bestandteil im Vereinswesen stellt beispielsweise neben der gelebten Laienmusikpraxis auch die Nachwuchsförderung dar. Doch welche Kinder und Jugendlichen sprechen diese Angebote an?

Das Forschungsprojekt PReTuS widmet sich den musikalischen Bildungsangeboten in peripheren Regionen des Harzes und des Kyffhäuser-Kreises. Bestehende Angebote werden auf ihre Erreichbarkeit für die Kinder und Jugendlichen erfasst und individuelle Teilhabechancen untersucht (Lehmann-Wermser & Krupp-Schleußner, 2017). Der Beitrag stellt auf individueller Ebene dar, inwiefern unterschiedliche Formen musikalischer Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche zugänglich, attraktiv und ansprechend sind, und welche Rolle die subjektiv eingeschätzte Entfernung zu diesen darstellt. Besonders vielversprechend könnten in diesem Zusammenhang digitale Formate sein, die aufgrund der weltweiten CoVid19-Pandemie auch vermehrt in etablierten institutionellen Bildungsangeboten Einsatz finden. Untersucht werden dabei sowohl formale und non-formale traditionelle musikalische Praxen.



 
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