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Session Overview
Session
Methodologisch-methodische Zugänge zu Kinderzeichnungen in der qualitativen Forschung: Potenziale und Grenzen
Time:
Wednesday, 16/Mar/2022:
9:30am - 11:30am

Virtual location: Zoom Seminar room 08

965 1526 3653, 429439
Session Topics:
8. Social Pedagogy and Early Childhood Education, Division 2, Subdivision Biographical Research in Education, Division 8, Subdivision Early Childhood Education, qualitative, German

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Presentations

Methodologisch-methodische Zugänge zu Kinderzeichnungen in der qualitativen Forschung: Potenziale und Grenzen

Chair(s): Prof. Melanie Kubandt (Universität Vechta, Deutschland), Dr. Mirja Kekeritz (Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz (bis 30.09.2021))

Discussant(s): Prof. Birgit Hüpping (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg), Dr. Wiebke Hiemesch (Universität Hildesheim)

Kinderzeichnungen als symbolisches Material jenseits sprachlichen Ausdrucksvermögens stellen einen wertvollen empirischen Zugang zu Welt- und Selbstverhältnissen von Kindern dar. Nichtsdestotrotz sind viele Fragen zu Kinderzeichnungen in der qualitativen Forschung noch nicht umfassend diskutiert. So besteht u.a. die Notwendigkeit an Reflexionen zu Potentialen und Grenzen unterschiedlicher analytischer Zugänge im Kontext der spezifischen Ausdrucksmaterialität von Kinderzeichnungen. Daher wird ein Überblick über Forschungszugänge und Desiderata im Hinblick auf Kinderzeichnungen gegeben und dabei u.a. methodologische Grundfragen zum Bildbegriff fokussiert. Ausgehend von einer Kinderzeichnung werden unterschiedliche analytische Zugänge zu Kinderzeichnungen im Hinblick auf ihren jeweiligen Erkenntnismehrwert vorgestellt, aber auch hinsichtlich ihrer Grenzen vor dem Hintergrund methodologisch-methodischer Herausforderungen des Fremdverstehens von Kindern gemeinsam diskutiert.

 

Presentations in this panel

 

Kinderzeichnungen im qualitativen Forschungskontext zwischen Potenzialen, Grenzen und Desiderata - Eine Einführung

Dr. Mirja Kekeritz1, Prof. Melanie Kubandt2
1Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz (bis 30.09.2021), 2Universität Vechta

Trotz zahlreicher Publikationen und vielfältiger Aufbrüche in den vergangenen Jahren im Hinblick auf Forschungsarbeiten zu Kinderzeichnungen sind im Rahmen der empirischen Sozialforschung viele Fragen nach wie vor zu diskutieren und systematisch weiter zu bearbeiten: Denn wenngleich weitestgehend Einigkeit darüber besteht, welches Potenzial ein Fokus auf Kinderzeichnungen im Hinblick auf kindliche Weltzugänge beinhaltet, so bleibt jedoch immer wieder die Hürde des Fremdverstehens und auch die sowohl erkenntnistheoretische als auch forschungspraktische Herausforderung, wie überhaupt aus der Perspektive von Kindern geforscht werden kann (vgl. Mey 2003, Heinzel 2012). Zentrale Argumente für entsprechende Vorbehalte sind neben der methodischen Herausforderung, symbolische Ausdrucksformen auch jenseits von verbaler Sprache zu berücksichtigen, u.a. die Gefahr der Reifikation bzw. die Schwierigkeit aus der Perspektive von Kindern zu forschen (vgl. Betz/Eßer 2016). Das heißt konkret, dass Kinderzeichnungen zwar fest im Methodenrepertoire der Neuen Kindheitsforschung geführt werden, wenngleich bis heute grundlegende theoretische wie empirische Leerstellen bzw. Herausforderungen zu methodisch-methodologischen Aspekten von Kinderzeichnungen virulent bleiben. Der einleitende Vortrag des Forschungsforums bereitet vor dem Hintergrund der genannten Herausforderungen zentrale Strömungen und Desiderata im Kontext nationaler wie internationaler Kinderzeichnungsforschung auf.

 

Herausforderungen und Grenzen bei der Analyse von Kinderzeichnungen. Ein Problemaufriss aus kunsthistorischer und bildmethodologischer Perspektive

Dr. Kathrin Borg-Tiburcy
Universität Osnabrück

Ziel des Vortrages ist es aus der Perspektive kunsthistorisch entwickelter und fundierter Methoden die Analyse von Kinderzeichnungen einer kritischen Reflexion zu unterziehen und damit verbundene Herausforderungen und Grenzen herauszuarbeiten. Hierbei wird auf kunsthistorische Perspektiven von Panofsky und Imdahl zurückgegriffen, welche im aktuellen sozialwissenschaftlichen Diskurs systematisch erarbeitete bildanalytische Verfahren wesentlich fundieren. In diesem Zusammenhang werden Aspekte dieser prominent gewordenen kunsthistorischen Zugänge, die immer auch bildtheoretische Implikationen enthalten, an aktuellen bildanalytischen Verfahren wie der Dokumentarischen Methode und Objektiven Hermeneutik diskutiert und zwar unter Berücksichtigung vorliegender Analysen von Kinderzeichnungen. Auf dieser Basis werden noch zu bearbeitende Desiderata bzw. offene Fragen im Hinblick auf die Analyse von Kinderzeichnungen veranschaulicht und zusammengefasst. Zentrale Fragen sind hierbei, ob Kinderzeichnungen mit bild- und kunstwissenschaftlichen Methoden analysiert werden und inwiefern Kinderzeichnungen vor diesem Hintergrund überhaupt als Bild konzipiert werden können.

 

Möglichkeiten einer immanenten Bildanalyse von Kinderzeichnungen: Ein objektiv-hermeneutischer Zugang

Prof. Claudia Scheid, Jirko Piberger, Dr. Peter Münte
Universität Innsbruck

Im Zentrum der Objektiven Hermeneutik (OH) steht die Idee eines kontrollierten Erschließungsprozesses, der am Material ansetzt, mikrologisch verfahrend auch kleinste Sinneinheiten berücksichtigt und auf die Rekonstruktion fallspezifisch sich ausprägender sozialer Praxis zielt. Dies hat Konsequenzen für das im Forschungsforum behandelte Problem des Fremdverstehens: Um eine Kinderzeichnung zu verstehen, muss man sich der OH zufolge nicht vorgängig mit der Lebenswelt des Kindes vertraut machen. Vielmehr werden in der mikrologischen Analyse der Zeichnung Hypothesen dazu formuliert, was das Kind beim Verfertigen der Zeichnung beschäftigt haben und wie dies im Bild bearbeitet worden sein könnte. Es wird nicht das, was man über andere Datenerhebungswege über das Kind ohnehin weiß, in der Zeichnung entdeckt. Erst nach der Analyse der Zeichnung wird über den sukzessiven Einbezug von weiteren Daten in einen sich selbst korrigierenden und erweiternden Erkenntnisprozess eingetreten. Wenn man dieserart an der Kinderzeichnung selbst ansetzt, hat das insbesondere unter bildtheoretischen Gesichtspunkten erhebliche Vorzüge: Es ergibt sich so – und nur so – die Chance, den Erkenntniswert des Datentypus „Kinderzeichnung“ für die Kindheitsforschung zu bestimmen: Lassen sich an diesem Datum Hypothesen über den Bildungsprozess eines Kindes entwickeln, die sich auch im Zusammenhang umfassenderer Datenarrangements als tragfähig erweisen, ja bieten sie möglicherweise einen privilegierten Zugang?

 

Potenziale und Grenzen der visuellen Segmentanalyse von Kinderzeichnungen

Raphaela Kogler
Universität Wien

Die Methode der visuellen Segmentanalyse nach Roswitha Breckner (2010, 2020) macht bildliche Wahrnehmung über Sprache für eine interpretative Analyse zugänglich. Ähnlich der objektiven Hermeneutik (vgl. Oevermann et al. 1979) will die visuelle Segmentanalyse die Eigenlogik des Bildes nicht ignorieren. Kinderzeichnungen werden aus phänomenologischer Sicht als bildliche Dokumente, die „Zugang zu visuell verdichteten Erlebnis-, Erfahrungs- und Gestaltungszusammenhängen“ (Breckner 2012: 161) eröffnen, gefasst. Eine solche rekonstruktive Bildanalyse fragt nicht nach vordergründigen Inhalten und Motiven der Zeichnung bzw. setzt (Ein-)Gezeichnetes nicht mit subjektiv Relevantem gleich: Vielmehr bietet diese Methode Potenziale zur Analyse des Bildsinns und der Bedeutungsschichtung einzelner Bildsegmente. Außergewöhnlich erscheinen der Einbezug von weiterem empirischen Material des Forschungsprozesses (z.B. Transkripte) sowie die Relevanz des Kontextwissens über das Kind, welche explizit herangezogen werden. Dadurch können interpretative Erkenntnisse generiert und kindbezogene Ergebnisse im Hinblick auf eine spezifische Forschungsfrage formuliert werden. Der Vortrag zeigt anhand der Kinderzeichnung die visuelle Segmentanalyse in sechs Schritten: Dabei werden in jedem Schritt Potenziale und Grenzen aufgezeigt, um die Diskussion und Implementierung des Materials der Kinderzeichnung und dessen Analyse(möglichkeiten) im Kanon der qualitativen, kindbezogenen Forschung zu forcieren.

 

Kinderzeichnungsforschung in der Kunstpädagogik – Das hermeneutisch-mehrperspektivische Interpretationsmodell

Prof. Monika Miller
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

In einer anthropologisch und hermeneutisch ausgerichteten Kunstpädagogik stehen das bildnerische Wahrnehmungs-, Vorstellungs-, Darstellungs- und Mitteilungsvermögen des jungen Menschen in seiner Entwicklung und Bildungsfähigkeit im Mittelpunkt (vgl. Krautz 2015: 225). In der kunstpädagogischen Lern- und Unterrichtsforschung, wie sie in den letzten zehn Jahren im Umfeld des IMAGO-Forschungsverbundes durchgeführt wird (vgl. Miller 2016; Brandenburger 2018; Fröhlich 2019; Gonser 2018), wurden dafür u.a. Forschungsinstrumente weiterentwickelt, die einer hermeneutisch-mehrperspektivischen Interpretation der bildnerischen Lern- und Gestaltungs-prozesse dienlich sind. Wenn bildnerische Arbeiten von Kindern untersucht werden, müssen unterschiedliche Daten erfasst, analysiert und interpretiert werden. Neben Kinderzeichnungen werden daher u.a. Videografien, problemzentrierte Befragungen und Interviews als Quellen herangezogen, mit der Zielsetzung, Kinderzeichnungen in einem integralen Sinnzusammenhang zu verstehen, zu interpretieren und zu erklären. Der Vortrag stellt in diesem Zusammenhang das hermeneutisch-mehrperspektivische Produkt-Prozess-Interpretationsmodell vor.



 
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