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Session Overview
Session
Schüler*innen-Perspektiven als Erkenntnisgewinn bei der Analyse pädagogischer Grenzbearbeitung im inklusiven Unterricht
Time:
Wednesday, 16/Mar/2022:
9:30am - 11:30am

Virtual location: Zoom Seminar room 06

917 0452 1118, 983974
Session Topics:
5. Curriculum and Teaching/ School Pedagogy, 6. Special Education, Division 5, Subdivision School and Curriculum, Division 5, Subdivision Teacher Education, Division 5, Subdivision Primary Education, qualitative, German

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Presentations

Schüler*innen-Perspektiven als Erkenntnisgewinn bei der Analyse pädagogischer Grenzbearbeitung im inklusiven Unterricht

Chair(s): Prof. Andreas Köpfer (Pädagogische Hochschule Freiburg, Deutschland), Dr. Monika Wagner-Willi (Pädagogische Hochschule FHNW, Schweiz), Prof. Raphael Zahnd (Pädagogische Hochschule FHNW, Schweiz)

Discussant(s): Prof. Anja Hackbarth (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland)

Mit dem Ziel, Grundschulen im Anschluss an internationale Richtlinien (UN 2006, UN 2015) zur Gewährleistung inklusiver Bildungsprozesse weiterzuentwickeln, stellen Fragen pädagogischer Grenzbearbeitung - im Sinne von Praktiken des Ein- und Ausschliessens - seit den 1990er Jahren verstärkt Gegenstand wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses dar. Obwohl der Schüler*innen-Perspektive für die Entwicklung inklusiven Unterrichts eine bedeutende Rolle zugewiesen wird, wurde sie in empirischer Hinsicht bisher vergleichsweise wenig beleuchtet.

Das Forum greift diese Ausgangslage auf und verfolgt das Ziel, Fragen des forschenden Einbezugs von Schüler*innen-Perspektiven zu stellen: So sollen zunächst die method(olog)ischen Zugänge der Partizipativen Forschung und der Dokumentarischen Methode präsentiert und entlang von Datenmaterial zweier Forschungsprojekte aus Deutschland und der Schweiz hinsichtlich deren Erkenntnisgewinn im Kontext pädagogischer Grenzbearbeitung diskutiert werden.

 

Presentations in this panel

 

Partizipative Zugänge zu Raumpraktiken von Schüler*innen

Kathrin Lemmer, Prof. Andreas Köpfer
Pädagogische Hochschule Freiburg, Deutschland

In diesem Beitrag werden empirische Zugänge zur Schüler*innen-Perspektive im Rahmen Partizipativer Forschung thematisiert (Nind 2014). Dabei werden Zugänge zu schulischen Raumpraktiken von Schüler*innen bemüht, die Aufschluss über die Herstellung von Inklusion/Exklusion am Beispiel der Raumaneignung und -produktion in inklusionsorientierten Schulen ermöglichen. Zwei Ebenen stehen im Zentrum: Zum einen wird, mit Bezug zu theoretischen Vorarbeiten zu Raumproduktion und Raumaneignung, gemeinsam untersucht, wie sich Schüler*innen differenzierte Lernräume in Schulen aneignen und diese gestalten. Zum zweiten werden, vor dem Hintergrund empirischer Beispiele aus dem Projekt „Raum räumen“ (Köpfer, Lemmer & Rißler 2020) bezogen auf den Partizipativen Forschungsprozess methodologische Implikationen und Spannungsfelder für die empirische Adressierung von Schüler*innen-Milieus i.S.d. Forschungshabitus von Schüler*innen im Kontext Partizipativer Forschung aufgezeigt. Hierbei eröffnet der Partizipative Forschungsprozess die Möglichkeit, die facettenreichen Perspektiven der Schüler*innen auf Lernräume in Bezug auf Datenerhebung und -auswertung methodisch einzubeziehen.

Literatur:

Köpfer, A., Lemmer, K., & Rißler, G. (2020). Zwischen Fremd- und Selbstbestimmung – Raumnutzung von Rückzugsräumen durch Schüler*innen in inklusionsorientierten Schulen. Gemeinsam Leben, 28(2), 68-78.

Nind, M. (2014). What is Inclusive Research? London.

 

Erfahrungen von Schüler*innen zur primarschulischen Praxis im Spannungsfeld von Inklusion und Bildungsstandards – Fallvergleichende Rekonstruktionen mit der Dokumentarischen Methode

Katharina Papke, Dr. Monika Wagner-Willi
Pädagogische Hochschule FHNW, Schweiz

Im Hinblick auf die unterrichtliche Praxis und damit verbundene Inklusions- und Exklusionsprozessen werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede konjunktiver Erfahrungen und handlungsleitender Orientierungen von Schüler*innen-Milieus relevant (vgl. Wagner-Willi 2018). In der mit dem Ansatz der Praxeologischen Wissenssoziologie (vgl. Bohnsack 2017) arbeitenden Unterrichtsforschung hat sich vor dem Hintergrund dieser komplexen sozialen Interaktionspraxis ein Methodenkatalog entwickelt, der darauf zielt, das diese Praxis strukturierende habitualisierte Wissen zu rekonstruieren. Der vorliegende Beitrag möchte dabei entlang von Daten aus dem aktuellen SNF-Projekt „Primarschulen im Spannungsfeld von Inklusion und Bildungsstandards” diskutieren, inwiefern (Peer-)Gruppendiskussionen und Videografien (z.B. von Gruppenarbeiten im Unterricht) sowie deren dokumentarische Interpretation die „zentralen Erlebniszentren und Relevanzsysteme“ (Nentwig-Gesemann 2002, 46) von Schüler*innen offenlegen können.

Literatur:

Bohnsack, R. (2017): Praxeologische Wissenssoziologie. Opladen.

Nentwig-Gesemann, I. (2002). Gruppendiskussionen mit Kindern. Die dokumentarische Interpretation von Spielpraxis und Diskursorganisation. Zeitschrift für qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung, 3(1), 41-63.

Wagner-Willi, M. (2018). Schülerinnen und Schüler: Inklusion und Differenz in mehrdimensionaler Perspektive. In: T. Sturm & M. Wagner-Willi (Hrsg.), Handbuch schulische Inklusion, 315-329. Opladen.

 

Primarschulen im Spannungsfeld von Inklusion und Bildungsstandards – Partizipative Entwicklung inklusiven Unterrichts

Franziska Oberholzer, Prof. Raphael Zahnd
Pädagogische Hochschule FHNW, Schweiz

In diesem Beitrag wird am Beispiel praxisorientierter Partizipativer Forschung, die der Logik von Entwicklungsforschung bzw. Design-Based-Research folgt (vgl. Reinmann 2005), aufgezeigt, wie die Perspektive von Schüler*innen miteinbezogen werden kann, um inklusiven Unterricht weiterzuentwickeln. Dabei wir einerseits von Erkenntnissen aus der Partizipativen Forschung ausgegangen, die darlegt, dass die Berücksichtigung möglichst vielfältiger Akeur*innen-Perspektiven eine umfassendere Analyse komplexer Problemstrukturen ermöglicht (von Unger 2014); andererseits wird dabei auch berücksichtigt, dass insbesondere die Perspektive der Schüler*innen für die Weiterentwicklung von inklusivem Unterricht als äußerst relevant einzuschätzen ist (Florian & Beaton 2018).

Literatur:

Florian, L., & Beaton, M. (2018). Inclusive pedagogy in action: getting it right for every child. International Journal of Inclusive Education, 22(8), 870-884.

Reinmann, G. (2005). Innovation ohne Forschung? Ein Plädoyer für den Design-Based Research-Ansatz in der Lehr-Lernforschung. Unterrichtswissenschaft, 33(1), 52-69.

von Unger, H. (2014). Partizipative Forschung. Wiesbaden.



 
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