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Sitzungsübersicht
Sitzung
Quer- und Seiteneinsteiger*innen im Lehrerberuf – Diskurse, Praktiken und Forschungsbefunde
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 42

968 4694 4829, 339278
Sitzungsthemen:
4. Empirische Bildungsforschung, 5. Schulpädagogik, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, Sektion 5, Kommission Professionsforschung und Lehrerbildung, qualitativ, quantitativ, Deutsch

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Präsentationen

Quer- und Seiteneinsteiger*innen im Lehrerberuf – Diskurse, Praktiken und Forschungsbefunde

Chair(s): Prof. Dr. Raphaela Porsch (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland)

Die Anpassung der Lehrerbildung an die sich wandelnden Herausforderungen des Berufs sowie der Umgang mit der „Dynamik und Komplexität des Lehrerarbeitsmarktes“ (Boecker & Drahmann, 2016, S. 50) können als ein stetiges Bemühen um Optimierung des Berufsfeldes ‚Schule‘ beschrieben werden. Aktuell stehen zahlreiche Bundesländer in Deutschland vor der Aufgabe ausreichend Lehrkräfte einzustellen, um den Unterricht abdecken zu können. Die Sorge mehrere Fachverbände besteht, dass Quer- und Seiteneinsteiger*innen nicht angemessen in der Lage sind, die an sie gestellten beruflichen Anforderungen zu bewältigen und Nachteile für die Lernentwicklung der Schüler*innen entstehen. In diesem Forschungsforum werden in fünf Beiträgen aus Deutschland und der Schweiz sowohl qualitative als auch quantitative Arbeiten zum Thema vorgestellt und mit den Tagungsteilnehmenden über Konsequenzen und Forschungsdesiderata diskutiert.

 

Beiträge des Panels

 

Quer- und Seiteneinsteiger*innen im Lehrer*innenberuf: Thesen in der Debatte um die Einstellung nicht-traditionell ausgebildeter Lehrkräfte

Prof. Dr. Raphaela Porsch
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland

Quer- und Seiteneinsteigende werden seit einigen Jahren vermehrt auch an allgemeinbildenden Schulen als Lehrkräfte eingestellt. Der vorliegende Beitrag greift drei zentrale Thesen auf, die in der Debatte um die Einstellung von Quer- und Seiteneinsteiger*innen wiederholt für bzw. gegen die Einstellung in den Lehrer*innenberuf angeführt werden. Anhand von Befunden empirischer Studien und Statistiken wird versucht zu eruieren, inwieweit eine Kohärenz zwischen den im Diskurs gebrauchten Aussagen und der Sach- bzw. Forschungslage besteht. Im Ergebnis zeigt sich, dass die bislang vorliegenden empirischen Befunde die Annahme der ungünstigeren Voraussetzungen für das Lehrerhandeln weitgehend nicht stützen können. Zur Unterrichtsqualität liegen bislang keine Befunde vor und zu den Auswirkungen auf Schülerleistungen erst zwei Studien aus Deutschland. Dagegen zeigt ein historischer Exkurs und die Entwicklung des Lehrerarbeitsmarktes der letzten Jahre, dass Quer- und Seiteneinsteiger*innen im Lehrerberuf dringend gebraucht werden, um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. Der Beitrag endet mit Vorschlägen für zukünftige Forschungsarbeiten sowie Gedanken zur Anstellung alternativ qualifizierter Lehrkräfte an deutschen Schulen.

 

Lehrkräfte mit und ohne Lehramtsstudium: Zeigen sich Unterschiede in der Unterrichtsqualität?

Christin Lucksnat1, Eric Richter1, Dr. Lars Hoffmann2, Dr. Sofie Henschel2, Dr. Stefan Schipolowski2, Prof. Dr. Dirk Richter1
1Universität Potsdam, 2IQB Berlin

Quer- und Seiteneinsteigenden fehlt die im traditionellen Lehramtsstudium vermittelte tiefgreifende pädagogische und fachdidaktische Qualifizierung. Es lässt sich daher vermuten, dass sie sich von traditionell ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen darin unterscheiden, wie qualitätsvoll sie ihren Unterricht gestalten. Auf Basis der Daten des IQB-Bildungstrends 2018 werden Lehrkräfte mit und ohne traditionellem Lehramtsstudium hinsichtlich der von Schülerinnen und Schülern eingeschätzten Unterrichtsqualität im Fach Mathematik verglichen. Die Stichprobe umfasst 1.947 Lehrkräften mit Lehramtsstudium und 185 Lehrkräften ohne Lehramtsstudium. Im Rahmen von Mehrebenanalysen fanden sich zunächst in Bezug auf die ausgewählten Dimensionen „Schülerorientierung“, „Störungsausmaß“ und „kognitive Aktivierung“ keine signifikanten Unterschiede. Ein genauerer Blick auf die Berufserfahrung der Lehrkräfte zeigt jedoch, dass Schülerinnen und Schüler von erfahrenen Lehrkräften mit Lehramtsstudium das Störungsausmaß im Unterricht signifikant geringer einschätzen als von wenig erfahrenen Lehrkräften ohne Lehramtsstudium. Die Ergebnisse verdeutlichen den Unterstützungsbedarf von Lehrkräften ohne Lehramtsstudium im Bereich des Klassenmanagements zu Beginn ihrer Tätigkeit. Für die anderen zwei Dimensionen zeigen sich keine Unterschiede. Die Studie ist eine der ersten, die die Unterrichtsqualität von Lehrkräften mit und ohne Lehramtsstudium vergleicht.

 

Naja man muss schon dafür brennen“ – Erzählmomente von Seiteneinsteiger*innen zwischen schulischen Normen und habitualisierter Handlungspraxis

Teresa Beck
TU Chemnitz

Das Dissertationsprojekt SeLe an Grundschulen (Seiteneinstieg in den LehrerInnenberuf an Grundschulen) beleuchtet das Desiderat der berufsbiographischen Übergänge von Lehrpersonen mit einem alternativen Berufszugang. Der Vortrag fokussiert dabei individuelle Reflexionsmomente der Berufseinsteiger*innen, wobei der Übergang in die Lehrtätigkeit als Prozess von Professionalisierung sichtbar gemacht werden soll. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Rekonstruktion beschriebener Erfahrungen sowie der Betrachtung von korrelierenden biografischen Abfolgen, welche ineinandergreifen, sich bedingen und dabei neben persönlicher Kohärenz, einen lebensgeschichtlichen Sinn und damit einher Identität und über dies einen konjunktiven Erfahrungsraum dokumentieren. In theoretischer Rahmung der praxeologischen Wissenssoziologie werden dabei Aporien zwischen Norm und Habitus in ihrer Spannung rekonstruiert und in Vergleichshorizonten kontrastiert.

 

Kompetenzen und Arbeitssituationen von MINT-Lehrkräften verschiedener Professionalisierungswege

Prof. Dr. Friederike Korneck, Renan Vairo Nunes
Goethe-Universität Frankfurt

Vor allem im MINT-Bereich herrscht seit Jahren ein akuter Lehrkräftemangel. Sondereinstellungsmaßnahmen haben zur Folge, dass ein substanzieller Anteil des heutigen MINT-Unterrichts von Quer- und Seiteneinsteigenden, fachfremd Unterrichtenden und studentischen Vertretungslehrkräften erteilt wird und sich zudem die Zusammensetzungen der MINT-Kollegien erheblich verändern. Noch fehlen ausreichende Erkenntnisse über die Auswirkungen der kultusadministrativen Entscheidungen auf die professionelle Kompetenz und Arbeitssituation von Lehrkräften. Der Beitrag widmet sich diesen Fragen, indem er zum einen Ergebnisse einer Studie zum Vergleich der Kompetenzen von Quereinsteiger*innen und Lehramtsabsolvent*innen (Korneck et al., 2021) und zum anderen die aktuelle Studie MINT-Personal zur Arbeitssituation von Lehrkräften verschiedener Professionalisierungswege (Vairo Nunes et al., 2021) vorstellt.



 
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