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Sitzungsübersicht
Sitzung
Be-oder entgrenzende Erziehungswissenschaft? Qualifizierung und Prekarisierung von Wissenschaftler*innen als Motoren der Disziplin
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 35
948 2531 6752, 565138
Sitzungsthemen:
1. Historische Bildungsforschung, 2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 11. Frauen- und Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, Sektion 2, Kommission Wissenschaftsforschung, qualitativ, Deutsch

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Präsentationen

Be-oder entgrenzende Erziehungswissenschaft? Qualifizierung und Prekarisierung von Wissenschaftler*innen als Motoren der Disziplin

Chair(s): Stefanie Leinfellner (Universität Paderborn, Deutschland), Friederike Thole (Universität Kassel)

Das Forum widmet sich dem Lebens- und Arbeitskontext von Wissenschaftler*innen jenseits unbefristeter Professuren und analysiert die möglichen Auswirkungen eines qualifizierenden wie prekarisierenden Wissenschaftssystems auf die Bedingungen der Wissensproduktion in der Erziehungswissenschaft. Hierzu wird (1.) die Historie und scheinbar grenzenlose Expansion der Erziehungswissenschaft ab den 1960er Jahren aus der Perspektive damals aktiver Wissenschaftler*innen beleuchtet; (2.) werden Subjektformationen von wissenschaftlich tätigen Paaren bei der Ausbalancierung entgrenzter Familien- und Berufsalltage fokussiert; und (3.) stehen aktuelle Perspektiven von Erziehungswissenschaftler*innen im Zentrum, die be- wie entgrenzenden Rahmenbedingungen ausgesetzt sind. Alle Beiträge nähern sich dem Themenfeld aus biographischer Perspektive und versuchen, die Entgrenzungen einer evidenz- wie profitabilitätsorientierten Forschungslandschaft aus Akteur*innenperspektiven in den Blick zu nehmen.

 

Beiträge des Panels

 

Erziehungswissenschaftliche Biographien zwischen Bildungsexpansion, empirischer Wende und Kritischer Universität

Friederike Thole
Universität Kassel

Dieser Forumsbeitrag soll einen exemplarischen Einblick in Wissenschaftsbiographien während des expansiven Ausbaus der Erziehungswissenschaft ab Mitte der 1960er bis in die 1980er Jahre geben – eine Zeit, die nicht nur geprägt war von einem Anstieg der Studierendenzahlen, sondern auch von einem (fast grenzenlosen) Mehr an Qualifizierungsarbeiten und Drittmittelförderungen (vgl. Lüders 1997; Schulze-Krüdener 2005). Eine Zeit, in der eine Generation im Wissenschaftssystem heranwuchs, die sich durch eine besondere Theoriearbeit profilierte (vgl. Felsch 2015) und deren Qualifizierungsphase geprägt war durch das Klima der ‚langen 68er’ (vgl. Hodenberg/Siegfried 2006). Weiter war diese Zeit neben dem quantitativen Ausbau – bezogen auf die Inhalte der Erziehungswissenschaft – eine Zeit des Umbruchs, kam es doch zu einer ‚Empirischen Wende’ (vgl. Tenorth 1986) und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der bis dahin dominierenden Geisteswissenschaftlichen Pädagogik (vgl. Peukert 1983).

Die hier verwendeten biographischen Interviews sollen die subjektiven Perspektiven auf entgrenzte erziehungswissenschaftliche Karrierewege in dieser Zeit des Auf- und Umbruchs beleuchten, um so diskutieren zu können, was diese zeithistorisch besonderen Bedingungen im Wissenschaftssystems eventuell für Folgen für erziehungswissenschaftliche Lehre und Forschung gehabt haben (können).

 

Subjektformationen und Entgrenzungspotenziale von in der Wissenschaft beschäftigten Elternpaaren

Stefanie Leinfellner
Universität Paderborn

Im zweiten Beitrag geht es um die Vermischung wirtschaftlicher und familiärer Interessen im Arbeitskontext Wissenschaft, die an vermehrt wettbewerbsorientierten Universitäten (Riegraf/Weber 2013) insbesondere dann deutlich wird, wenn sich Wissenschaftler*innen – trotz vergleichsweise hoher Kinderlosigkeit in diesem Arbeitsfeld (Metz-Göckel et al. 2014) – für Elternschaft entscheiden. Durch die Auswertung biographischer Interviews und mittels einer gouvernementalitätsanalytischen Perspektive richtet der Vortrag seinen Blick auf die Organisation Wissenschaft als Arbeitskontext, die darin beschäftigten Eltern sowie deren politisches Selbstbild. Ökonomischen Interessen folgend werden sie im Sinne eines ‚Sich-selbst-Regierens‘ als leistungsfähige Erkenntnissubjekte (Beaufaÿs 2003) in von Unsicherheit, Entgrenzung und Prekarisierung geprägten Beschäftigungsverhältnissen angeleitet. Infolge sind sie bestrebt (1.) ihren wissenschaftlichen Karriereverlauf, (2.) Forschungsaktivitäten und (3.) einen marktwirtschaftlich orientierten Universitätsalltag effizient auszugestalten und zugleich selbstoptimiert mit ‚privaten‘ Belangen wie Elternschaft und Familie zu organisieren (Leinfellner/Bomert 2016). Gefragt wird danach, ob die Befragten Kritik an Kontextfaktoren und Leitbildern üben, oder ob sie selbst zu den „social agents“ werden, denen der auf Entgrenzung setzende Ethos zu seiner Operationalisierung bedarf?

 

Biographische Konstruktionen und Entgrenzungserfahrungen von Wissenschaftler*innen jenseits unbefristeter Professuren

Julian Sehmer1, Stephanie Simon2
1ITES, HAWK Holzminden, 2Universität Kassel, ITES

Gegenwärtige Veränderungen der Arbeits- und Lebensbedingungen von Wissenschaftler*innen jenseits unbefristeter Professuren können ungleichheitsverstärkende Wirkung haben – darauf deuten u.a. Ergebnisse zum Promotionserfolg hin (Matthes 2018; Baader/Korff 2017). Was bedeutet das für eine Disziplin? Im Feld der Hochschulforschung lassen sich kaum systematische Forschungsstränge identifizieren, die sich qualitativ mit Fragen wie dieser beschäftigen. Es existieren quantitative Studien, die sich mit Absolvent*innen oder -abbrecher*innen (Franz 2018) auseinandersetzen und Arbeiten, die strukturelle Veränderungen nachzeichnen, z.B. den Wandel von Studiengängen und seine Folgen für die Erziehungswissenschaft (Grunert/Ludwig 2018). Über die Personen, die einen Großteil von Lehre und Forschung an Hochschulen und Universitäten tragen, liegen wenig Befunde zur Analyse der „Karrierewege“ in- wie außerhalb der Wissenschaft vor (Kosmützky et al. 2017).

Im dritten Beitrag werden empirische Einblicke in die Biographiekonstruktionen von Wissenschaftler*innen jenseits unbefristeter Professuren gegeben. Ziel ist es, deren Deutungen des erziehungswissenschaftlichen Feldes vor dem Hintergrund der von ihnen eingeschlagenen Wege in die Wissenschaft sowie der von ihnen wahrgenommenen Be- wie Entgrenzungen im Feld der hochschulischen Forschung und Lehre zu rekonstruieren.



 
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