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Sitzungsübersicht
Sitzung
Alternative Schulwelten. Rekonstruktive Forschungen zur Veränderung des Schulischen in Reform- und Alternativschulen
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 44

924 9459 9634, 600113
Sitzungsthemen:
5. Schulpädagogik, Sektion 5, Kommission Schulforschung und Didaktik, Sektion 5, Kommission Professionsforschung und Lehrerbildung, qualitativ, Deutsch

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Präsentationen

Alternative Schulwelten. Rekonstruktive Forschungen zur Veränderung des Schulischen in Reform- und Alternativschulen

Chair(s): Dr. Selma Haupt (RWTH, Deutschland), Anna-Luise Rehm (Universität Oldenburg), Julia Kernbach (Alanus Hochschule), Tobias Leßner (Universität Siegen), Sven Pauling (Universität Oldenburg)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Heiner Ullrich (Universität Mainz)

Im Forschungsforum wird diskutiert, wie das Schulische im Kontext von Reform- und Alternativschulen verhandelt wird. Diese werden nicht nur als Nischen und Provinzen des Schulsystems, sondern auch als Orte der Erprobung von Neuem verstanden. Die Beiträge des Forums konzentrieren sich dabei auf zwei Merkmale. Erstens untersuchen sie, wie in Reform- und Alternativschulen die Öffnung zur Subjektivität einzelner Schüler*in betrieben wird. Zweitens wird die Inverhältnissetzung reformpädagogischer Schulen zum Regelschulsystem beleuchtet, im Rahmen derer sie fortlaufende Entgrenzungen und Grenzüberschreitungen schulischer Semantiken vornehmen. Entlang beider Merkmale werden in den vier Beiträgen die vier Aspekte Leistung, Medialität, Schulentwicklung und Partizipation betrachtet. Diese Merkmale werden in Schulen mit unterschiedlicher Nähe zum etablierten Schulsystem untersucht. Die Projekte eint ein rekonstruktiver Forschungsansatz sowie schul-, struktur- und praxistheoretische Optiken.

 

Beiträge des Panels

 

Zur Frage der Entgrenzung von Leistung in individualisierten Lernkulturen

Anna-Luise Rehm
Universität Oldenburg

Dieser Beitrag diskutiert die Frage, inwiefern an reformorientierten Sekundarschulen, die eine individualisierte und dezentrale Unterrichtspraxis aufweisen, von Entgrenzungstendenzen schulischer Leistung gesprochen werden kann. Die Datengrundlage bilden audiographierter Lehrer*innenkonferenzen sowie ethnographischer Feldprotokolle, die im Rahmen eines sich in der Anfangsphase befindenden Promotionsprojektes erhoben wurden. Aus einer praxistheoretischen Perspektive wird aufgezeigt, wie in Praktiken des Beratens über sowie des Rückmeldens, Kommentierens und Bewertens von Leistung Schüler*innen als ganze Personen in den Blick geraten, die nicht nur über ein domänenspezifisches Wissen und Können verfügen, sondern die mit ihren individuellen Eigenschaften, Einstellungen, Vorlieben, Verhaltensmerkmalen, Haltungen und Emotionen in je spezifischer Weise als Leistungserbringer*innen und als für ihre Leistung Verantwortliche adressiert werden. Leistung wird auf diese Weise hochgradig individualisiert. In dem Beitrag wird somit aufgezeigt, wie sich in den Praktiken der Leistungskommunikation die Grenzen dessen, was in der Schule als Leistung gilt oder nicht, zu einem diffuseren vielschichtigen Leistungsverständnis hin verschiebt und wie diese Grenzziehung auch auf der Ebene der einzelnen Schüler*innen stetig neu vorgenommen wird. Ebenso wird gezeigt, wie in Praktiken des Beratens und Rückmeldens das Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Standardisierung stets neu bearbeitet wird.

 

Medienbildung 360° Grad? – Zum Spannungsverhältnis der Medienbildung für reformpädagogische Bildungseinrichtungen

Julia Kernbach
Alanus Hochschule

Um in einer mediatisierten Welt den Forderungen nach Medienbildung gerecht zu werden, sind Lehrkräfte zu einer aktiven, kritischen Auseinandersetzung gefordert (Paus-Hasebrink und Hasebrink 2017). Dabei stellt sich Weiterbildung für sie als bedeutsam für die Schultransformation im digitalen Zeitalter dar (Schultransform 2021). Hierbei scheint entgegen dem Anschein von Offenheit und Partizipation ein spezifisches Framing auf ein bestimmtes Verständnis dessen gelegt zu werden, was Lehrkräfte für Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter benötigen (Allert 2020). Dieses Dissertationsprojekt legt anhand von Interviews mit reformpädagogischen Lehrkräften dar, welches Verständnis von Medienbildung sich bei ihnen zeigt und wie sie als Akteure in diesem Spannungsverhältnis Schultransformation im digitalen Zeitalter gegenüber stehen. Der Beitrag diskutiert, was für sie ganzheitliche Medienbildung - die das Digitale in einem technisch-kompetenzorientierten Sinn beinhaltet - nicht nur bedeutet, sondern auch inwiefern dies für die Weiterbildung von Lehrkräften bedeutsam ist (Hippel 2011, S.693).

 

Schülerorientierung in Schulentwicklung als Moment von Überschreitung und Anpassung

Sven Pauling
Universität Oldenburg

Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, was es für Lehrpersonen bedeutet, vor dem Hintergrund berufsbiographischer Deutungsmuster eine veränderte pädagogische Praxis zu vollziehen und deren Bedingungen zugleich im Rahmen von Schulentwicklung erst hervorbringen so müssen. Für die Bearbeitung dieser Frage wurden im Rahmen einer sich im Abschluss befindenden Dissertationsstudie im Kontext der Begleitforschung zum Schulversuch PRIMUS Interviews mit Lehrkräften geführt. Diese wurden mit der Deutungsmusteranalyse unter einer strukturtheoretischen Perspektive ausgewertet. Die aufgeworfene Frage soll im Forschungsforum diskutiert werden, indem empirisch gezeigt wird, dass Deutungsmuster im Schulversuch einerseits bezüglich des pädagogischen Handelns Fragen nach der Selbständigkeit und dem Wohlbefinden einzelner Schüler*innen betreffen. Hinsichtlich des Schulentwicklungshandelns werden diese Momente andererseits aufgegriffen, um regelschulische Normen und Formen als Anpassungs- und Überschreitungshorizont heranzuziehen. Damit kann exemplarisch diskutiert werden, inwiefern a) sowohl im pädagogischen Handeln wie auch im Schulentwicklungshandeln Deutungsmuster von Lehrpersonen als handlungsleitende und implizite Wissensbestände auftreten, inwiefern sie b) in beiden Bereichen antinomische Handlungsstrukturen bearbeiten und inwiefern sie c) irritiert werden.

 

An den Grenzen Demokratischer Schulen: „den Begriff der Demokratischen Schule nicht der Beliebigkeit anheimgeben“

Tobias Leßner
Universität Siegen

Im Beitrag wird die praktische Hervorbringung von Grenzen durch die AkteurInnen der Gruppierung der Freien Demokratischen Schulen (vgl. Ullrich 2017) zu konventionellen Schulen analysiert. Im Kontext der sich im Abschluss befindenden ethnografisch angelegten Dissertationsstudie wird dabei entlang von Beobachtungen und gesammelten Textartefakten eine Gruppierung skizziert, die sich als besserer Gegenentwurf zu „nicht wirklich" demokratischen Schulen versteht sowie von diesen abzugrenzen und zu unterscheiden versucht. Dabei geraten an verschiedenen Orten der Inszenierung (z.B. Homepages, Zeitschriftenartikel) Praktiken der Abgrenzung, Beschreibung und Definierung in den Fokus. U.a. hinsichtlich des Demokratieverständnisses und einer radikalen Subjektorientierung. Der Beitrag zeigt letztlich auf, wie diese hergestellten Grenzen im schulischen Alltag als Praktiken des Demokratie(vor)spielens besonders dann sichtbar und sichtbar gemacht werden, wenn VertreterInnen konventioneller Schulen zu Gast sind.



 
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