Veranstaltungsprogramm

Die Zugänge zu allen Zoom-Räumen finden sie auf der Kongress-Plattform (https://plattform.dgfe2022.de/).
Login mit Ihrem ConfTool-Benutzernamen und Ihrem ConfTool-Passwort.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Veranstaltungen des Kongresses.
- Sie können die Veranstaltungen nach Beitragstyp (u.a. Symposium, Arbeitsgruppe, Forschungsforum, Parallelvorträge), Sprache (Englisch, Deutsch, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung) und Themen (Forschungszugänge, Kommissionen, Sektionen) filtern.
- Bitte wählen Sie ein Datum aus, um nur die betreffenden Veranstaltungen anzuzeigen.
- Wählen Sie eine Veranstaltung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
- Die Vortragenden sind jeweils unterstrichen dargestellt.
- Eine persönliche Agenda kann drei Wochen vor Kongressbeginn auf der Kongressplattform von mcc Agentur für Kommunikation erstellt werden.
- Änderungen des Programmes sind vorbehalten.

 
Nur Sitzungen am Veranstaltungsort 
 
 
Sitzungsübersicht
Sitzung
'Neue' Migration, Differenz(-ierung) und Schule. Symbolische und institutionelle Grenzen im Bildungssystem.
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 46

950 3807 4025, 976138
Sitzungsthemen:
3. Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft, Sektion 3, Kommission Interkulturelle Bildung, qualitativ, Deutsch

Zeige Hilfe zu 'Vergrößern oder verkleinern Sie den Text der Zusammenfassung' an
Präsentationen

'Neue' Migration, Differenz(-ierung) und Schule. Symbolische und institutionelle Grenzen im Bildungssystem.

Chair(s): Lydia Heidrich (Universität Bremen), Judith Jording (Bergische Universität Wuppertal), Anna Cornelia Reinhardt (Universität Osnabrück)

Im Forum werden drei aktuelle qualitativ-empirische Forschungsprojekte zum schulischen ‘Seiteneinstieg’ von Neuzugewanderten präsentiert. Es werden nicht nur die einzelnen Forschungserkenntnisse im Kontext ungleichheitstheoretischer Überlegungen dargestellt, sondern auch die Potenziale in ihrer Komplementarität für die sich mit Differenz(-ierungen) befassende erziehungswissenschaftliche (Migrations-)Forschung diskutiert. Ein besonderer Erkenntnisgewinn ergibt sich daraus, dass die Grenzen und Potenziale der unterschiedlichen grundlagentheoretischen Perspektiven (Systemtheorie, situationsanalytischer Ansatz, Praxistheorie) reflektiert werden. Der Übergang aus Vorbereitungsklassen in die Regelklasse wird fokussiert und dieser als für Neuzugewanderte bildungsbiographisch relevante symbolische und institutionelle Grenze gelesen. Durch das multiperspektivisch angelegte Forschungsforum wird ein Raum zum Austausch über ‘Seiteneinstieg’, soziale Ungleichheit und Differenz(-ierung) eröffnet.

 

Beiträge des Panels

 

Differenzierungspraxen und Partizipationsbedingungen neu migrierter Schüler*innen in der Schule der Migrationsgesellschaft

Judith Jording
Bergische Universität Wuppertal

Auf Basis einer Regionalstudie an sechs Grundschulen in zwei Kommunen in NRW stellt der Vortrag einen empirisch fundierten Beitrag zur Debatte um die (Re-)Produktion von Bildungsungleichheit in der Migrationsgesellschaft dar. Der Fokus liegt auf der Frage, welche Partizipationsbedingungen an die Differenzierungen neu migrierter Schüler*innen anknüpfen. Aufgezeigt wird, dass in den dokumentarisch ausgewerteten Interviews keine einheitlichen Muster der Beobachtung und Beschulung neu Zugewanderter ausgemacht werden können. Vielmehr differieren die untersuchten Schulen erheblich in der Art und Weise, 1) wie (ökonomische, rechtliche, politische) Umweltanforderungen organisationsintern verarbeitet werden, 2) wie auf Gelegenheitsstrukturen reagiert wird und 3) wie neu migrierte Schüler*innen auf der Grundlage von Wissens- und Deutungsressourcen klassifiziert werden. Argumentiert wird entsprechend, dass neben gesellschaftlich verankerten (ungleichheitsrelevanten) Wissens- und Deutungsressourcen auch die interne Verarbeitung von ökonomisch, rechtlichen oder politischen Kontexten in der Organisation Schule zu analysieren sind, um die Komplexität der Erzeugung ungleichheitsrelevanter Strukturbildungen im Erziehungssystem erfassen zu können. Exemplarisch aufgezeigt wird die im Projekt verfolgte systemtheoretisch fundierte Analyseperspektive hinsichtlich der bildungsbiographisch relevanten Entscheidungsstelle des Übergangs neu migrierter Schüler*innen in den Regelschulbetrieb.

 

‘Grenzen’ der Mitgliedschaft – die (Re-)Produktion von sozialen Welten in der Übergangssituation ‘Vorbereitungsklasse‘

Anna Cornelia Reinhardt
Universität Osnabrück

Der Vortrag thematisiert das Phänomen der (teil-)separierenden Beschulung neu Migrierter in sog. Vorbereitungsklassen als eine, im Sinne Clarke (2012), (Übergangs-)Situation. Infolgedessen rückt die Situationsanalyse als ein Theorie-Methoden-Paket (Diaz-Bone 2013) mit ihrem sozialtheoretischen Fundament der “Sozialen Welten und Arena Theorie” (Strauss 1978) in den wissenschaftlichen Fokus. Infolge dieser Überlegungen wirft der Vortrag die Fragen auf, wie und inwiefern soziale Welten in der Übergangssituation ‘Vorbereitungsklasse‘ durch Differenz hergestellt und wie dabei Mitgliedschaft(-sgrenzen) sozial konstruiert werden.

Anhand ethnografischer Daten kann empirisch gezeigt werden, dass die sozialen Konstruktionen von Differenz(-markierungen) einen integralen Bestandteil für die Herstellung der Übergangssituation darstellt. Dies verdeutlicht sich empirisch durch eine ‘institutionelle Exklusion’ der sog. ‘Seiteneinsteiger*innen‘ im schulischen Alltag. Des Weiteren kann gezeigt werden, dass durch Praktiken des Differenzierens Mitgliedschaftsgrenzen konstruiert werden, die u.a. eine „Etablierte und Außenseiter“-Figuration (Elias/Scotson 1990) zwischen den ‘Seiteneinsteiger*innen‘ und den Regelklassenschüler*innen hervorbringen. Diese symbolischen Aushandlungsprozesse von Differenz(-markierungen) verweilen dabei nicht im schulischen System allein, sondern verweisen letztendlich auf die allgemeine Frage nach Zugehörigkeit(en) in der Migrationsgesellschaft.

 

Soziale Praktiken der Begrenzung in der Schule. Die Herstellung migrationsbezogener Differenzordnungen

Lydia Heidrich
Universität Bremen

In dem Vortrag werden Ergebnisse eines Dissertationsprojektes präsentiert, in dem ethnographisch die Beschulung von neu migrierten Kindern und Jugendlichen ‚ohne Deutschkenntnisse‘ an einer Sekundarschule untersucht wird.

Diesem Dissertationsprojekt liegt eine praxistheoretische Perspektive zugrunde (Schatzki 1996; Reckwitz 2002). Schule wird in diesem Sinne als ein durch (institutionelle) Praktiken hergestellter Raum verstanden (Mecheril/Shure 2018). Praktiken der Besonderung werden im Kontext migrationsgesellschaftlicher Verhältnisse als eine Form der Differenzproduktion in und durch die Schule sowie in ihrem Beitrag zu einer migrationsbezogenen Differenzordnung betrachtet. Dabei wird weder von einer vorgeschalteten Existenz sozialer Ordnungen noch von völlig unabhängigen individuellen Handlungen ausgegangen, sondern das Ordnen des Sozialen in den Geflechten sozialer Praktiken fokussiert (Alkemeyer/Buschmann 2016; Rieger-Ladich 2017).

Empirische Ergebnisse verdeutlichen, wie der Übergang aus der Vorbereitungsklasse in den Regelunterricht im Kontext des teilintegrativen Beschulungsmodells als Praktiken der Begrenzung gelesen werden können. Es wird untersucht, wie sich Entscheidungspraktiken im Übergang in einer Schüler-Lehrer*innen-Konferenz routinisieren und in Stundenplänen materialisieren. Von besonderem Interesse ist dabei, wie in dieser Übergangspraktik auf schulinterne sowie rassismusrelevante Wissenbestände zurückgegriffen wird.



 
Impressum · Kontaktadresse:
Datenschutzerklärung · Veranstaltung: DGfE-Kongress 2022
Conference Software - ConfTool Pro 2.8.96+TC
© 2001–2022 by Dr. H. Weinreich, Hamburg, Germany