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Sitzungsübersicht
Sitzung
Problemlösekompetenzen in der beruflichen Bildung: Von der Aufgabenanalyse zur innovativen Messung
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 15

926 3007 8513, 173066
Sitzungsthemen:
7. Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, qualitativ, quantitativ, Deutsch

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Präsentationen

Problemlösekompetenzen in der beruflichen Bildung: Von der Aufgabenanalyse zur innovativen Messung

Chair(s): Prof. Dr. Susan Seeber (Georg-.August-Universität, Deutschland), Prof. Dr. Eveline Wuttke (Goethe Universität Frankfurt)

Ziel der beruflichen Ausbildung ist der Erwerb beruflicher Handlungskompetenz, die neben dem beruflichen Fachwissen, Interessen und Bereitschaften situationsangemessen zu handeln, auch Fähigkeiten einschließt, anspruchsvolle berufliche Anforderungen zu bewältigen. Da künftig berufliche (Routine-)Tätigkeiten noch stärker digitalisiert werden, stehen beruflich Qualifizierte künftig vermehrt vor der Herausforderung, nicht-routinisierte, komplexe Aufgaben zu bewältigen. In der Arbeitsgruppe werden - grenzüberschreitend im Hinblick auf Domäne und disziplinäre Bezugsebenen - Modellierungen beruflicher Problemlösekompetenz vorgestellt und Ergebnisse ihrer Messung diskutiert. Ziel ist es mit Blick auf das Kongressthema darüber hinaus, die Grenzziehung zwischen kognitiven und nichtkognitiven Kompetenzfacetten zu überwinden und verschiedene methodische Zugänge auf die Messung von Problemlösekompetenzen kritisch zu reflektieren.

 

Beiträge des Panels

 

Zum Problemgehalt von Aufgaben beruflicher Abschlussprüfungen in kaufmännischen Berufen: Empirische Befunde der Aufgabenklassifikation

Prof. Dr. Susan Seeber1, Prof. Dr. Eveline Wuttke2, Dr. Carolin Geiser1, Lütfiye Turhan2, Hanna Meiners1
1Georg-August-Universität, Deutschland, 2Goethe Universität Frankfurt

Befunde bei Auszubildenden am Ende der Ausbildung zeigen, dass zwischen curricularem Anspruch und tatsächlich erreichten Problemlösekompetenzen eine erklärungsbedürftige Lücke besteht (vgl. Beck et al., 2016). Eine Ursache könnte in der Prüfungspraxis liegen, die immer noch überwiegend deklaratives Wissen statt komplexer beruflicher Kompetenzen erfasst und somit einen „heimlichen Lehrplan“ darstellt. Ob diese Kritik berechtigt ist, wird exemplarisch für die Berufe Industriekaufmann/-frau (IK) und Kaufmann/-frau für Büromanagement (KBM) untersucht. Zentrale Frage des Beitrags ist: Welchen Problemlösegehalt weisen die in Abschlussprüfungen eingesetzten Aufgaben auf?

Es wurden 1.468 Prüfungsaufgaben der Jahre 2015-2019 analysiert und inhaltanalytisch mittels deduktiver Kategorienanwendung (Mayring, 2015) ausgewertet. Das Kategoriensystem umfasst zehn Kategorien zur Problemhaltigkeit der Aufgaben und zwei zur Situierung. Dabei zeigt sich: Die analysierten Aufgaben sind wenig problemhaltig und authentisch. Ist-Zustand und Handlungsziele sind in der Aufgabenbeschreibung vorwiegend vorgegeben (83%/100% IK; 88%/99% KBM). Die meisten Aufgaben sind weder lösungsoffen gestaltet (81% IK; 85% KBM), noch sind Neben- und Folgewirkungen kaufmännischen Handelns zu berücksichtigen. Bei 99% (IK) bzw. 92% (KBM) der analysierten Aufgaben ist nur die Perspektive des Unternehmens und damit primär die der Eigenkapitalgeber zu berücksichtigen. Ebenso ist nur selten die entwickelte Lösung zu reflektieren.

 

Zur Validität von Embedded Experience Sampling (EES) bei der Messung nicht-kognitiver Facetten domänenspezifischer Problemlösekompetenz

Prof. Dr. Andreas Rausch1, Prof. Dr. Kristina Kögler2, Prof. Dr. Jürgen Seifried1
1Universität Mannheim, 2Universität Stuttgart

Wenngleich Problemlösen als Zusammenspiel aus kognitiven, metakognitiven, emotionalen und motivationalen Prozessen verstanden wird (Dörner & Funke, 2017), beschränkt sich die Messung häufig auf kognitive Facetten (Sembill et al., 2013). Embedded Experience Sampling (EES) ist eine Methode zur Messung nicht-kognitiver Facetten (Rausch, Kögler & Seifried, 2019). Im Gegensatz zu klassischem Experience Sampling werden EES-Erhebungen in die ‚Storyline‘ der Problemszenarien eingebettet. EES-Ereignisse im Rahmen einer Büroarbeitssimulation ähneln dabei sozialen Interaktionen am Arbeitsplatz (z.B. ein Kollege, der nachfragt, wie man zurechtkommt).

In drei Studien untersuchen wir, wie Testteilnehmende EES erleben, ob soziale Erwünschtheit deren Antworten verzerrt und ob die Datenstruktur theoretischen Annahmen entspricht (Multi-Trait-Multi-Method). In den retrospektiven Interviews gaben die Teilnehmenden keine Hinweise auf soziale Erwünschtheit, sondern erlebten die EES-Ereignisse als interessant und realistisch. Zudem fanden sich keine Korrelationen mit dispositionalem Impression Management (soziale Erwünschtheit), nur schwache Korrelationen mit situationalem Impression Management, aber mittlere Korrelationen mit Testmotivation und dem aktuellen Erleben. MTMM-Analysen zeigten stärkere Korrelationen zwischen gleichen Kompetenzfacetten über verschiedene Szenarien als zwischen unterschiedlichen Kompetenzfacetten innerhalb eines Szenarios. Alles in allem stimmen die Befunde optimistisch.

 

Analyse von Fehlerdiagnoseprozessen auf Basis von Logdaten- und papierbasierten Protokollen im Beruf Elektroniker*in für Automatisierungstechnik

Prof. Dr. Felix Walker
Technische Universität Kaiserlautern

Die Fehlerdiagnose stellt im Beruf des EA ein hochrelevantes Tätigkeitsfeld dar (Zinke, Schenk & Kröll, 2014), welches Auszubildende auffordert zur Fehlersuche Strategien anzuwenden (KMK, 2003, S. 29).

Der Beitrag präsentiert einen Ansatz, der den Fehlerdiagnoseprozess (Schaper & Sonntag, 1997a; Schaper & Sonntag, 1997b; Benda, 2008) als Handeln in Suchräumen (Klahr & Dunbar, 1988) begreift, wodurch eine theoriegeleitete Zuordnung von Diagnosehandlungen zu Suchräumen und dahinterliegenden Strategien möglich ist.

Konradt 1995 und Hoc, 2000 unterscheiden die symptomatische Strategie, welche an die Mustererkennungstheorie anschließt und die topographische Strategie, bei der die zielführende Informationsverarbeitung und mentale Modellbildung zentral ist.

Der Beitrag untersucht inwieweit sich die Strategien und Mischformen beim Diagnoseprozess identifizieren lassen, und welcher Zusammenhang zwischen Diagnoseprozess und -ergebnis besteht.

Basis bilden schriftliche Protokolle von Auszubildenden (n=318) und Logdaten-Analysen von Auszubildenden (n=89). Die Datenauswertung erfolgt mit Hilfe von Clusteranalysen (Calinski & Harabasz, 1974; Hall u.a., 2009) in WEKA 3.7.

Die Analyse ergab drei Clusterlösungen, welche die beiden Strategien und Mischtypen identifizierte. Kam eine topographische Strategie oder ein Strategiewechsel zum Einsatz wurde die Fehlerursache erfolgreich identifiziert. Vertiefenden Logdaten-Analysen sowie die Grenzen des Ansatzes werden abschließend diskutiert.



 
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