Veranstaltungsprogramm

Die Zugänge zu allen Zoom-Räumen finden sie auf der Kongress-Plattform (https://plattform.dgfe2022.de/).
Login mit Ihrem ConfTool-Benutzernamen und Ihrem ConfTool-Passwort.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Veranstaltungen des Kongresses.
- Sie können die Veranstaltungen nach Beitragstyp (u.a. Symposium, Arbeitsgruppe, Forschungsforum, Parallelvorträge), Sprache (Englisch, Deutsch, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung) und Themen (Forschungszugänge, Kommissionen, Sektionen) filtern.
- Bitte wählen Sie ein Datum aus, um nur die betreffenden Veranstaltungen anzuzeigen.
- Wählen Sie eine Veranstaltung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
- Die Vortragenden sind jeweils unterstrichen dargestellt.
- Eine persönliche Agenda kann drei Wochen vor Kongressbeginn auf der Kongressplattform von mcc Agentur für Kommunikation erstellt werden.
- Änderungen des Programmes sind vorbehalten.

 
Nur Sitzungen am Veranstaltungsort 
 
 
Sitzungsübersicht
Sitzung
Professionelle Lerngemeinschaften - begrenzend bei der Etablierung, entgrenzt beim Einsatz im Bildungssystem
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 36
937 1842 1567, 351195
Sitzungsthemen:
5. Schulpädagogik, 14. Organisationspädagogik, Sektion 5, Kommission Professionsforschung und Lehrerbildung, qualitativ, quantitativ, Deutsch

Zeige Hilfe zu 'Vergrößern oder verkleinern Sie den Text der Zusammenfassung' an
Präsentationen

Professionelle Lerngemeinschaften - begrenzend bei der Etablierung, entgrenzt beim Einsatz im Bildungssystem

Chair(s): Prof. Dr. Katja Kansteiner (Pädagogische Hochschule Weingarten, Deutschland), Prof. Dr. Peter Theurl (Pädagogische Hochschule Vorarlberg)

PLGs für Lehrkräfte sind viel diskutiert. PLGs können auch erfolgreich in der Führungskräfteentwicklung eingesetzt werden. Versteht man ‚professionell‘ als Qualitätsanspruch, dann lässt sich eine Entgrenzung des Formats für die Kooperation von Studierenden konzeptualisieren. Bei der Etablierung einer PLG wirken begrenzende Dynamiken. Perfektioniert sich die Kooperation nach innen, grenzen sie sich nach außen ab. Für Schulleiter*innen, die sich in entgrenzten Netzwerken bewegen, stellt die PLG eine besondere Verbindlichkeit gerade aufgrund ihrer Begrenzung dar. Für Studierende wird mit dem PLG-Anspruch die Gruppenarbeit zu einer Begrenzung der Kooperationsdynamiken zugunsten ihrer Kompetenzentwicklung. Die Beiträge stellen Befunde vor, die Begrenzungen erkennen lassen, resultierend aus der Logik des Formats selbst und seiner noch nicht qualitätsvollen Umsetzung, und diskutieren Notwendigkeiten sowie Wege diese zu überkommen.

 

Beiträge des Panels

 

Professionelle Lerngemeinschaften von Lehrkräften – Entgrenzung der Kapazität für gemeinsames Lernen und Entwickeln

Susanne Schmid
Pädagogische Hochschule Weingarten

Die Lehrkräftekooperation avancierte in den letzten Jahren zu einem zentralen Merkmal guter entwicklungsorientierter Schulen (Lütje-Klose & Urban, 2014). Die berufsbegleitende Professionalisierung durch Reflexionsprozesse in (multi)professionellen Settings über das konkrete Unterrichtshandeln im kollektiven Vollzug erhält hierbei eine hohe Bewertung (Arndt, 2016). Trotz empirisch bestätigter Wirksamkeit kokonstruktiver Kooperationsformen scheinen sie als Widerpart zur Vollzugswirklichkeit kooperativer Praxis an Schulen zu stehen (Gräsel, Fussangel & Pröbstel, 2006). Mit der Orientierung an PLGs wird die Hoffnung verbunden, das Kooperieren auf Austauschebene qualitätsvoll anreichern zu können. Konstitutiv hierfür ist eine gemeinsame Verantwortung für systematische Kooperation mit dem Ziel durch Formen des reflektierenden Dialogs über die deprivatisierte Praxis zu lernen, um das Lernen der Schüler*innen anzureichern (Bonsen & Rolff, 2006). Mit einem quantitativen Fragebogen erkundet das Projekt die existierenden Aspekte von Lehrkräftekooperationen an baden-württembergischen Grundschulen. Dabei liegt der Konstruktion des Fragebogens ein erweitertes und geschärftes PLG-Verständnis (in Anlehnung an Kansteiner, Stamann & Rist, 2020) zugrunde mit dem Ziel, Kooperation differenzierter mit Blick auf das Lernen darin auszuleuchten und Desiderate in der Kooperationspraxis aufzudecken, um qualitätsvolle PLGs zu entwickeln.

 

Professionelle Lerngemeinschaften von Schulleitungen – Begrenzung im Zuge der Etablierung

Prof. Dr. Katja Kansteiner
Pädagoische Hochschule Weingarten

Im Projekt ProFLüP wurde über die GTM (Strauss & Corbin, 1996; Breuer, 2018) ein Modell der Etablierung von Schulleitungs-PLGs herausgearbeitet, an dessen Bedingungs- und konstituierenden Faktoren sich aufzeigen lässt, wie aus einem zunächst offenen Entwicklungsfeld durch die Mitglieder selbst ein je spezifischer, miteinander ausgehandelter Kooperationsraum entsteht. Dabei kommen Erwartungen an einen Mehrwert der Kooperation unter spezifischen Verbindlichkeiten zum Tragen, zu denen auch die Bereitschaft zu einem überdauernden Investment gehört sowie ein gemeinsam wachsendes Verständnis von PLG eine Rolle spielt (Kansteiner & Welther, 2021). Gleichzeitig ist zu beobachten, dass die Etablierung der je eigenen PLG den möglichen Austausch mit anderen SL-PLGs kaum motiviert. Die Befunde zu möglichen Abgrenzungsdynamiken sowohl bei LK-PLGs als auch bei SL-PLGs eröffnen die Frage, wie ihre Kopplung im jeweiligen Einzelschulsystem oder im regionaler Schulsystem befördert werden kann und sie legen nahe, das Konzept in Bezug auf Merkmale, Strukturen und Prozesse zu diskutieren, durch die Begrenzung und Entgrenzung gleichermaßen erreicht werden kann. Im Beitrag wird das jüngst entwickelte Modell der Etablierung von Schulleitungs-PLGs vorgestellt und jene Elemente ausgeleuchtet, die die Begrenzungsdynamiken entstehen lassen.

 

Professionelle Lerngemeinschaften von Studierenden – Entgrenzung des Formats für Studierende

Prof. Dr. Peter Theurl, Eva Frick
Pädagogische Hochschule Vorarlberg

Studentische Rückmeldungen über die von ihnen erlebte Kooperationspraxis an der Hochschule weist verschiedene Perspektiven aus. Aus einer Befragung von Studierenden, Lehrenden und Lehrkräften an Praxisschulen in sechs europäischen Ländern im Projekt TePinTeach (http://www.tepinteach.eu/) geht u.a. hervor, dass an den Hochschulen sehr häufig in Gruppen gearbeitet wird in den Lehrveranstaltungen und Arbeitsgruppen der Selbstlernzeit. Dabei lässt aufhorchen, dass einerseits viele Studierende selbst gewählte Gruppen favorisieren, aber auch viel Kritik geübt wird, weil studentische Arbeitsgruppen oft nicht als gewinnbringend im Hinblick auf Lernzuwachs und Prüfungssicherheit erfahren werden. Mitunter wird der gesellige Moment reizvoll erlebt und die Möglichkeit geschätzt, Arbeit aufzuteilen und so effizienter Aufgaben zu erledigen. Damit zeigen die Befunde ähnlich Muster wie z.B. für die Lehrkräftekooperation in Deutschland bekannt sind (Massenkeil & Rothland 2016). Studentische Zusammenarbeit in Gruppen zu elaborieren ist Ziel des EU-Entwicklungsprojektes. Wie PLG als Format erfolgreich in verschieden angelegten Lehrveranstaltungen zur Schulpraxisbegleitung eingesetzt werden, wird in diesem Beitrag auf der Basis internationaler Evaluationsdaten vorgestellt.



 
Impressum · Kontaktadresse:
Datenschutzerklärung · Veranstaltung: DGfE-Kongress 2022
Conference Software - ConfTool Pro 2.8.95+TC
© 2001–2022 by Dr. H. Weinreich, Hamburg, Germany