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Sitzungsübersicht
Sitzung
Begrenzende Praxis? Ethnographische Perspektiven zur Genese von Differenz und Ungleichheit in der Grundschule
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 19

949 8077 2260, 267441
Sitzungsthemen:
3. Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft, 5. Schulpädagogik, Sektion 3, Kommission Interkulturelle Bildung, Sektion 5, Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe, qualitativ, Deutsch

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Präsentationen

Begrenzende Praxis? Ethnographische Perspektiven zur Genese von Differenz und Ungleichheit in der Grundschule

Chair(s): Prof. Dr. Claudia Machold (Bergische Universität Wuppertal, Deutschland)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Melanie Kuhn (Pädagogische Hochschule Heidelberg)

Immer wieder wird das Selbstverständnis der Grundschule als Schule für alle durch Befunde herausgefordert, die zeigen, dass sie nicht in der Lage ist, die Herkunftsabhängigkeit von Bildung merklich zu verändern. Ausgehend von praxis-, differenz- und ungleichheitstheoretischen Perspektiven werden in dieser Arbeitsgruppe Ergebnisse von drei neueren ethnographischen Studien diskutiert, die Einblicke in die Alltagspraxis der Grundschule geben. Unter der Frage, welchen Beitrag diese Praxis zur Genese von Differenz und Ungleichheit leistet, werden zunächst die Ergebnisse der Studien präsentiert, um sie anschließend anhand eines Kommentars und der gemeinsamen Abschlussdiskussion in ein Verhältnis zu setzen. Dabei kommen sowohl die unterschiedlichen Kontextbedingungen (Grund- bzw. Primarschulen in Deutschland und der Schweiz) als auch Verbindungslinie spezifischer Phänomene in den Blick.

 

Beiträge des Panels

 

Die schulische Selektion als soziale Praxis: Aushandlungen von Bildungsentscheidungen beim Übergang von der Primarschule in die Sekundarstufe I

Prof. Dr. Daniel Hofstetter
Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich)

Bildungsstatistiken belegen einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Hintergrund der Schüler*innen und ihrer Platzierung in den hierarchisierten Sektionen der Sekundarstufe I. Solange die Ursachen des Phänomens notorischer Ungleichheiten in der Bildungsbeteiligung umstritten sind, hofft man auf wissenschaftliche Klärung der statistisch gemessenen Effekte. Die ethnografisch angelegte Studie leuchtet die Black Box schulischer Selektion beim Übergang von der Primarschule in die Sekundarstufe I aus und nimmt die sozialen Selektionsprozesse und Praktiken des Schulpersonals im Umgang mit sozial ungleichen Kindern und Eltern in den Blick. Im Beitrag werden mit der „Protoselektion“, der „Antizipierungsarbeit“, der „Dominanz und Unterwerfung“ und der „Passungsarbeit“ vier Phänomene besprochen, die innerhalb institutionell-organisatorischer Rahmenbedingungen in der Interaktion zwischen Eltern, Schulpersonal und Schüler*innen zur Reproduktion schulischer Ungleichheiten beitragen.

 

Die Herstellung von Differenz in der Grundschule. Eine Langzeitethnographie

Prof. Dr. Claudia Machold
Bergische Universität Wuppertal

Die Prämisse der ethnographischen Langzeitstudie (DFG-anonym) besteht darin, dass Praktiken des Unterscheidens im Alltag der Grundschule einen Beitrag zur Genese von Ungleichheit leisten. Als praxis- und differenztheoretisch ausgerichtete Forschung, wird im Vortrag expliziert, wie in den Praxisformen Unterricht, der Elternsprechtagsgespräch und Interview, Akteur*innen an Praktiken partizipieren, die leistungs- und herkunftsbezogene Unterschiede von Schüler*innen prozessieren und so die Differenzordnung der Grundschule reproduzieren. In den Blick kommt dabei die Normalerwartung der Grundschule. Die Aufschichtung dieser Praktiken gibt dann anhand von Analysen zu Datenbasierten Porträts, die die Konstruktion spezifischer Grundschulkinder und ihrer Bildungsbiographie über vier Jahre in den Blick nehmen, Einblicke in ihren Beitrag zur Genese von Ungleichheit. Denn, so zeigen die Ergebnisse der Analysen zur Praxis der Schulformempfehlung und Schulformwahl am Ende der Grundschulzeit, diese Konstruktionen dienen der Plausibilisierung des Übergangs. Insgesamt zeichnet die Studie nach, wie alle Akteur*innen an der Herstellung des meritokratischen Prinzips teilnehmen und so seine Illusion aufrecht erhalten.

 

Lehrkräfte und soziale Ungleichheit. Eine ethnographische Studie zum un/doing authority in Grundschulen

Dr. Florian Weitkämper
Pädagogische Hochschule Freiburg

Das ethnographischen Promotionsprojekt (Graduiertenförderung der FES, 2014-2016) untersucht in ‚inklusiven‘ Grundschulen in Deutschland, welche Rolle Lehrkräften bei der Zuweisung, Verhandlung und Ermöglichung von Bildungskarrieren zukommt. Die Studie zeichnet nach, wie durch Prozesse eines un/doing authority, verstanden als wechselseitige Verhandlung von Autorität zwischen Lehrkräften und Schüler*innen, soziale Differenzen in Bildungsungleichheiten überführt werden. Neben Prozessen einer Re-Inszenierung sozialer Differenzverhältnisse kann gezeigt werden, dass Lehrkräfte Differenzen in Reflexionsprozessen als Legitimierungs- und Diskriminierungsgelegenheiten nutzen. In diesem Sinne werden Praktiken der Bebilderung und Klassifikation in ihrer ermächtigenden wie begrenzenden Weise im Rahmen schulischer Anerkennungsverhältnisse rekonstruiert. Insgesamt bietet das Projekt damit einen Einblick in das Verhältnis von Autorität, wechselseitiger Verletzlichkeit bzw. (teils) pathologischer Verletzung und sozialer Ungleichheit.



 
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