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Sitzungsübersicht
Sitzung
Grenzziehungen zwischen Regel- und Sonderpädagogik in inklusiven Kontexten
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 18
917 4946 0952, 114812
Sitzungsthemen:
5. Schulpädagogik, 6. Sonderpädagogik, Sektion 5, Kommission Professionsforschung und Lehrerbildung, qualitativ, Deutsch

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Präsentationen

Grenzziehungen zwischen Regel- und Sonderpädagogik in inklusiven Kontexten

Chair(s): Ann-Kathrin Arndt (Leibniz Universität Hannover, Deutschland), Jonas Becker (Goethe-Universität Frankfurt), Dr. Julia Gasterstädt (Goethe-Universität Frankfurt)

Die Debatte um Inklusion stellt die etablierte Konstellation zwischen Regel- und Sonderpädagogik – als Grenzziehung innerhalb der Erziehungswissenschaft – in Frage. Die Delegation von als behindert bzw. sonderpädagogisch förderbedürftig geltenden Schüler*innen zwischen Regel- und Sonderpädagogik gerät in eine Legitimationskrise. Gleichzeitig bleibt die Grenze zwischen Regel- und Sonderpädagogik jedoch u.a. in der bildungspolitischen Interpretation von Inklusion, der Lehramtsausbildung sowie der Unterrichtspraxis wirkmächtig. Die Arbeitsgruppe fokussiert die Grenzziehungen zwischen Regel- und Sonderpädagogik in inklusiven Settings in einem multiperspektivischen Zugriff: Neben den Positionierungen der Lehrkräfte werden die Aushandlungen in Teamgesprächen sowie die Perspektive von Schüler*innen einbezogen, um übergreifend danach zu fragen, welche Bearbeitungsmodi der Differenz zwischen Allgemeinem und Besonderem in inklusiven Settings beobachtet werden können.

 

Beiträge des Panels

 

Zur Differenz zwischen Sonder- und Regelschulpädagog*innen in sich inklusiv entwickelnden Schulen

Dr. Julia Gasterstädt, Alica Strecker, Prof. Dr. Michael Urban
Goethe-Universität Frankfurt

Der Beitrag schließt an vielfältige qualitative und quantitative Arbeiten an, die die Zusammenarbeit bzw. Kooperation von schulischen Akteuren in sich inklusiv entwickelnden Schulen analysieren. Diese Arbeiten haben gemeinsam, dass sie von der Differenz der Professions- bzw. Berufsgruppen ausgehen. Der Beitrag folgt dieser Setzung allerdings nicht, sondern rekonstruiert, wie die Differenzierung zwischen Sonder- und Regelschulpädagog*innen in alltäglichen schulischen Situationen hergestellt wird und daran anschließend Formate der Zusammenarbeit zwischen diesen Professions- und Berufsgruppen prozessiert werden. Dazu stellt der Beitrag Ergebnisse aus dem BMBF-geförderten Projekt „ProFiS - Professionalisierung durch Fallarbeit für die inklusive Schule“, Teilprojekt Elterneinbindung, vor. Das Teilprojekt geht davon aus, dass Prozesse der In- und Exklusion in komplexe Situationen eingebunden sind, die es multiperspektivisch zu analysieren gilt. Daher wurden in fünf Klassen neben mehrwöchigen Phasen teilnehmender Beobachtungen Gruppendiskussionen und Interviews mit schulischen Akteuren und Eltern geführt und entlang der Vorschläge der Grounded Theory Methodologie sowie der Situationsanalyse analysiert. Der Beitrag fragt nun danach, wodurch sich die Differenz zwischen Sonder- und Regelschulpädagog*innen im schulischen Alltag an sich inklusiv verstehenden Schulen kennzeichnen lässt – wie und woran also diese Grenze immer wieder hervorgebracht wird.

 

Schüler*innenbezogene Differenzsetzungen in Aushandlungs- und Abstimmungsprozessen in Teamgesprächen von Regelschullehrkräften und Sonderpädagog*innen

Ann-Kathrin Arndt
Leibniz Universität Hannover

Unter Rückgriff auf „negotiated order“ (Strauss, 1978) als theoretische Sensibilisierung werden Teamgespräche „als ein zentraler Ort der Verhandlung pädagogischer Arrangements“ (Cloos et al., 2019, S. 7) betrachtet. Der Vortrag basiert auf zwei, in einem Promotionsprojekt audiographierten, Gesprächen von Regelschullehrkräften und Sonderpädago*innen zur Unterrichtsplanung, in denen ein Bezug auf die Gruppe der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterschiedlich relevant erscheint. Das Gespräch mit einer hohen Relevanz für die Aushandlungs- und Abstimmungsprozesse wird vertiefend betrachtet. Die hier relevante Unterscheidung zwischen den Regelschülern, die ‚sich nicht aufhalten müssen‘, und den Schüler*innen mit Förderbedarf, die ‚sich aufhalten dürfen‘, erscheint mit unterschiedlichen Fokussierungen und ‚commitments‘ der Lehrkräfte verbunden. Diese Nahaufnahme bezogen auf die Aushandlungs- und Abstimmungsprozesse in Teamgesprächen lässt sich mit Blick auf die unterschiedlichen Positionierungen bezogen auf die Grenzen von Sonder- und Allgemeiner Pädagogik diskutieren.

Strauss, A. (1978). Negotiations. Varieties, contexts, processes, and social order. San Francisco.

Cloos, P., Fabel-Lamla, M., Kunze, K. & Lochner, B. (2019). Einleitung: Pädagogische Teamgespräche als neues Forschungsfeld. In Dies. (Hrsg.), Pädagogische Teamgespräche. Methodische und theoretische Perspektiven eines neuen Forschungsfeldes (S. 7–14). Weinheim.

 

Die einen drinnen, die anderen draußen – Grenzziehungen in der äußeren Differenzierung aus Schüler*innensicht

Jonas Becker1, Ann-Kathrin Arndt2, Prof. Dr. Jessica Löser3, Prof. Dr. Michael Urban1, Prof. Dr. Rolf Werning2
1Goethe-Universität Frankfurt, 2Leibniz Universität Hannover, 3Georg-August-Universität Göttingen

Der Vortrag bearbeitet das Thema der Arbeitsgruppe unter Einbezug der – häufig unterrepräsentierten – Schüler*innenperspektive und greift auf Ergebnisse des BMBF-geförderten Verbundprojektes „Reflexion, Leistung & Inklusion“ zurück. Im Rahmen einer qualitativen Studie an zwei inklusiven Gesamtschulen und Gymnasien wurden u.a. episodische Interviews mit verschiedenen Schüler*innen geführt. Dabei thematisieren die Schüler*innen auch das Phänomen des Rausgehens – entweder das eigene Rausgehen oder das Rausgehen von Mitschüler*innen. Dahinter verbirgt sich die in den vier Schulen unterschiedlich stark ausgeprägte Praxis, dass Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen äußerer Differenzierung das Klassenzimmer verlassen und etwa von Sonderpädagog*innen separat unterrichtet werden. Das Rausgehen kann insofern als eine unterrichtsorganisatorische Grenzziehung zwischen Regel- und Sonderpädagogik gelesen werden. Der Vortrag setzt sich mit der Frage auseinander, inwiefern die Schüler*innen im Rahmen von mit ihnen geführten Interviews sowie in teilnehmenden Beobachtungen Bezug auf diese Grenzziehung nehmen. Dabei wird analysiert, in welchen Formen die Schüler*innen in das Relevantmachen und Bearbeiten der Differenz zwischen Allgemeinem und Besonderem involviert werden. Ein Fokus liegt dabei darauf, inwiefern diese Differenz mit den Gruppenkonstruktionen „Regelschüler“ und „Förderschüler“ sowie mit leistungsbezogenen Differenzkonstruktionen verwoben sind.



 
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