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Sitzungsübersicht
Sitzung
„Folgenforschung als Entgrenzung von Wirkungsperspektiven – methodologische Überlegungen und empirische Anschlüsse“
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 12

963 6729 1452, jzYkc9
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

„Folgenforschung als Entgrenzung von Wirkungsperspektiven – methodologische Überlegungen und empirische Anschlüsse“

Chair(s): Prof. Dr. Bernd Dollinger (Universität Siegen), Dr. Hanna Weinbach (Universität Siegen), Dr. Jennifer Buchna (Universität Siegen), Selina Heppchen (Universität Siegen)

Die Arbeitsgruppe stellt Optionen zur Diskussion, wie Folgen sozialpädagogischer Maßnahmen erforscht werden können. Dies erfolgt in kritischer Absetzung von der etablierten Wirkungsforschung und ist ausgerichtet an den Adressat*innen der Maßnahmen beziehungsweise Hilfen. Anstelle eines spezifischen Forschungsdesigns als „Goldstandard“ der Forschung werden unterschiedliche Methodologien, Methoden und empirische Ergebnisse vorgestellt und diskutiert, um einer Begrenzung der aktuellen Wirkungsforschung und ihren meist impliziten Kausalitätsannahmen mit einem breiten Verständnis von Hilfen, ihren Beteiligten und den durch sie hervorgebrachten Folgen zu begegnen. Fokussiert wird auf das Erkenntnispotential und die jeweils besondere Art von Folgen, die mit den unterschiedlichen methodischen und methodologischen Herangehensweisen (nicht) sichtbar gemacht werden können.

 

Beiträge des Panels

 

Anmerkungen zu Kausalitätsannahmen von Folgenforschung

Prof. Dr. Bernd Dollinger
Universität Siegen

Der Vortrag vermittelt der Arbeitsgruppe einleitende Bezugspunkte, indem begründet wird, dass heterogene Forschungen notwendig sind, um zu verstehen, wie Folgen bzw. Wirkungen in sozial-/pädagogischen Kontexten hervorgebracht werden. Es werden hierzu in einem ersten Schritt zunächst allgemein verbreitete Optionen der Wirkungsforschung systematisiert, um deren jeweilige Erkenntnispotentiale, aber auch Einschränkungen zu markieren. Anstelle einer Benennung vermeintlich „besserer“ oder „schlechterer“ Forschungsdesigns erscheint es sinnvoll, durch die Forschung Aspekte hervorzuheben, die als charakteristisch für soziale Maßnahmen anzusehen sind. Dies wird, in einem weiteren Schritt, auf die Interaktionen bezogen, die von professionellen Akteur*innen und Adressat*innen der Maßnahmen realisiert werden. In dem Beitrag wird argumentiert, dass sozialen Maßnahmen beziehungsweise Hilfen insbesondere solche Kausalitätsverständnisse und mit ihnen verbundene Arten der Folgenforschung entsprechen können, die empirisch anschlussfähig sind, um diesen Referenzpunkt beforschen zu können. Die Rekonstruktion von Folgen sozialer Hilfen, so die Quintessenz, muss im Detail die interaktiv, im Zeitverlauf realisierten Praktiken einer Hilfeerbringung und die mit ihnen assoziierten Bedeutungszuschreibungen rekonstruieren, um nachvollziehen zu können, wie Folgen von Maßnahmen entstehen.

 

Adressat*innenorientierte Dispositivanalyse. Methodologische Reflexionen und Implikationen

Dr. Jennifer Buchna
Universität Siegen

Nach Foucault (1978) handelt es sich bei der Dispositiv-Figur um ein machtvolles, netzartiges soziales Ensemble, das Diskurse generiert, legitimiert und potentiell modifiziert. Dispositive antworten in diesem Sinne auf einen sozialen Notstand und scheinen demnach für die Erforschung von Folgen sozialer Hilfen, die vielfach als Reaktion auf problematische Verhältnisse ‚eingesetzt‘ werden, als besonders geeignet. Dispositivanalysen sind, angelehnt an Foucault, häufig strukturalistischen Perspektiven auf gesellschaftliche (Wissens-)Verhältnisse und deren Folgen verschrieben. In diesem Zusammenhang werden z.B. Subjekte meist außerhalb von Dispositiven positioniert oder ausschließlich als Konsequenzen von Diskursen in den Blick genommen, was wiederum Begrenzungen der Adressat*innen als Akteur*innen der Hilfen und gleichsam des Verständnisses von Folgen impliziert. Basierend auf dem empirischen Habilitationsprojekt der Vortragenden werden theoretische und methodische Reflexionen von Dispositivanalysen vorgenommen, poststrukturalistisch gewendet und in Konzeptualisierungen einer adressat*innenorientierten Dispositivanalyse überführt. Vorgestellt und diskutiert werden soll, welche Entgrenzungen die adressat*innenorientierte Dispositivanalyse für die Erforschung von Folgen sozialer Hilfen als komplexe, multiperspektivische Prozesse mit sich bringt und welche (neuen) forschungsmethodologischen Begrenzungen sich gegebenenfalls daraus ergeben.

 

Professionelle Grenzbearbeitungen im Kontext wirkungsorientierter Steuerung. Ethnographische Notizen zu Positionierungen und Verschiebungen im Alltag Sozialer Arbeit.

Prof. Dr. Andreas Polutta
Duale Hochschule Baden-Württemberg Villingen-Schwenningen

Der Beitrag diskutiert Praxen der Grenzbearbeitung, Grenzvergewisserung und Grenzziehungen pädagogischer Fachkräfte im Feld der Sozialen Arbeit auf Basis ethnographischer Forschung. Die dem Beitrag zugrunde gelegte Forschung nimmt Konsequenzen wirkungsorientierter Steuerung in öffentlichen und freien Jugendhilfeträgern in den Blick und führt zur Erörterung folgender Fragen: Welche Logiken dokumentieren sich in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe im Zuge des zunehmenden Einflusses von Wirkungsdokumentation, Ergebnisdarstellung und Steuerungstechnologien? Welche Territorien, Wissensbestände und fachliche Haltungen werden im Alltag thematisch und können hier sozialpädagogische ‚Grenzbearbeitungspraktiken‘ (Kessl/Maurer 2010) rekonstruiert werden? Auch wenn hier zunächst die institutionell-professionellen Arrangements im Alltag Sozialer Arbeit in den Blick rücken, wird zugleich sichtbar, wie die Bearbeitungen von Grenzen des Nachweisbaren das Verhältnis zu Adressat*innen Sozialer Dienste justieren und wie diese die pädagogische Arbeitsbeziehungen und fachlichen Haltungen prägen.

 

Grenzerfahrungen als Folge? Leiblich-affektive Betroffenheit in Angeboten sozialpädagogischer Fanprojekte

Jannis Albus
Universität Siegen

In Anlehnung an die phänomenologische Lesart von Plessner (1975), in der der Körper in seiner Doppelung zu verstehen ist, haben Menschen einen Körper und sind ein Leib. Der subjektiv spürbare Leib hat das Potenzial, von Situationen leiblich-affektiv betroffen zu sein und über die körperlich konstituierte Grenze hinaus Erfahrungen zu machen (Gugutzer 2012). Die körperleibliche Konstitution des Menschen ermöglicht es somit, Grenzerfahrungen zu erleben und dadurch sich selbst zu erfahren. Gerade die körperleiblichen Regungen sowie individuelle als auch kollektive Erfahrungen von Fans im Fußball und den damit einhergehenden diversen Angeboten sozialpädagogischer Fanprojekte eröffnen die Möglichkeit, körperleibliche Grenzerfahrungen differenziert zu untersuchen. Anhand erster empirischer Ergebnisse des laufenden Promotionsprojektes wird diskutiert, inwiefern leiblich-affektives Betroffensein in Situationen sozialpädagogischer Fanprojektarbeit be- und/oder entgrenzende Erfahrungen für die Adressat*innen darstellen und ob und wenn ja wie, körperlich-leibliche Grenzerfahrungen als Folgen der Fanprojektarbeit analysiert werden können.

 

Folgen des Jugendstrafverfahrens: Sozialpädagogische Ableitungen einer adressat*innenorientierten Folgenforschung

Selina Heppchen
Universität Siegen

Ob soziale Hilfen ‚wirklich‘ wirksam sind, ist in Jugendstrafkontexten von besonderer Bedeutung, denn die Maßnahmen sollen zukünftiges delinquentes Verhalten verhindern und gleichzeitig erzieherisch auf die jungen Straftäter*innen wirken. Mit der neueren Forschungsrichtung der narrative criminology erfuhren kriminologische Diskurse über das Verständnis von Kriminalität Konjunktur. Die in der narrative criminology fokussierte Annahme, dass Kriminalität in Narrationen aktiv hergestellt wird und folglich nicht als faktisch gegeben betrachtet werden kann, wird anhand empirischer Befunde eines Promotionsprojektes mit einem sozialpädagogischen Blick diskutiert. Am Beispiel des Jugendstrafverfahrens werden die Folgen einer konsequent narrativen Betrachtung von Kriminalität in den Fokus gerückt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kriminalität und Straftäter*innenschaft von den Angeklagten im Kontext des Jugendstrafrechts hergestellt und verhandelt werden und welche Folgen sich daraus ableiten lassen. Die Folgen lassen sich hierbei zum einen auf einer methodisch-methodologischen Ebene rekonstruieren. Zum anderen wird ein Ausblick auf sozialpädagogische Perspektiven auf Kriminalität gegeben und kritisch diskutiert.



 
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