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Sitzungsübersicht
Sitzung
Demokratiebildung in Kita und Schule: Herausforderungen, Potentiale und Grenzen
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 08
965 1526 3653, 429439
Sitzungsthemen:
4. Empirische Bildungsforschung, 8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, Sektion 8, Kommission Pädagogik der frühen Kindheit, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Demokratiebildung in Kita und Schule: Herausforderungen, Potentiale und Grenzen

Chair(s): Judith Durand (Deutsches Jugendinstitut, Deutschland), Dr. Patrick Mielke (Georg-Eckert-Institut für Schulbuchforschung)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Riem Spielhaus (Georg-Eckert-Institut für Schulbuchforschung), Dr. Katja Flämig (Deutsches Jugendinstitut)

Vielfältige gesamtgesellschaftliche und globale Faktoren zeigen gegenwärtig ‚Grenzen der Demokratie‘ auf. Dieser Befund stellt auch Bildungsinstitutionen vor Herausforderungen. Er fokussiert das Verhältnis von Bildung und Demokratie und wirft die Frage nach den genuinen Aufgaben, Zielen und Möglichkeiten von Bildungsinstitutionen für die Demokratie auf. Die Arbeitsgruppe greift dies in drei Beiträgen auf und erörtert, (1) welche Anrufungen in diesem Kontext aus Politik und Gesellschaft an die Bildungsinstitutionen Kita und Schule gerichtet werden und welche Auswirkungen die strukturellen Grenzen und die gegenwärtige Krise der Demokratie für die pädagogische Arbeit in der (2) Kita und (3) Schule haben. Dabei wird insbesondere diskutiert, ob und wie Kita und Schule selbst an Grenzen des Leistbaren kommen.

 

Beiträge des Panels

 

Politische Bildung und Demokratiebildung zwischen Affirmation und Kritik

Prof. Dr. Alexander Wohnig
Universität Siegen

Vor dem Hintergrund wahrgenommener und diagnostizierter gesellschaftlicher Polarisierungen – das Erstarken von Rechtspopulismus, Autoritarismus, Rassismus usw. – wird politische Bildung aktuell vermehrt von staatlichen Anrufungen adressiert, die im Modus einer Erziehung zu demokratischem Verhalten artikuliert werden und einseitig auf Affirmation zielen. Dies geschieht bspw. in den Förderprogrammen zur ‚Extremismusprävention‘ oder im Programm ‚Demokratie leben!‘. Die Anrufungen werden dabei zum einen mit dem Präventionsgedanken verbunden, zum anderen wird politische Bildung als Demokratiebildung beschrieben. Beide Tendenzen sind problematisch und sollten stärker kritisch reflektiert werden. Während der Präventionsgedanke einer subjektorientierten und kritischen Bildung im Wege steht, blendet die Gleichsetzung von politischer Bildung und Demokratiebildung Unterschiede in den Konzepten und auch den Professionen, die mit diesen arbeiten, aus. In dem Vortrag werden daher erstens die Konzepte der Demokratiebildung und politischen Bildung differenziert dargestellt. Zweitens soll vor dem Hintergrund einer zu diagnostizierenden Krise der Demokratie der Frage nachgegangen werden, welche Aufgaben kritischer politischer Bildung und kritischer Demokratiebildung zukommen und ob bzw. wo Schnittpunkte zwischen den Konzepten bestehen.

 

Frühkindliche Demokratiebildung - Zwischen Anspruch und Umsetzbarkeit

Dr. Leonhard Birnbacher, Judith Durand, Carola Frank
Deutsches Jugendinstitut

Aktuelle gesellschaftliche Wandlungsprozesse stoßen Auseinandersetzungen zum Verhältnis von Bildung und (demokratischen) Werten an und verbinden dies mit der Frage nach den genuinen Aufgaben, Zielen und Grenzen von Bildungsinstitutionen in der demokratischen Gesellschaft. Daran wird an das Bildungssystem die Forderung geknüpft, von Anfang an präventiv, sozialisatorisch und erzieherisch auf ein demokratisches Zusammenleben hinzuwirken. Der Vortrag greift diesen Befund auf und zeichnet auf der Basis erster Ergebnisse eines empirischen Forschungsprojektes nach, ob und wie Demokratiebildung über bildungspolitische (policy curriculum) und konzeptionelle Dokumente (programmatic curriculum) für frühpädagogische Institutionen der Bildung, Betreuung und Erziehung verankert und definiert wird. Die Analysen von sechs ausgewählten Bildungsplänen der Bundesländer und frühpädagogischen Konzepten werden mit Erkenntnissen aus qualitativen Befragungen von pädagogischen Fachkräften und Leitungen von Kindertageseinrichtungen zur praktischen Relevanz und Umsetzbarkeit (enacted curriculum) von Demokratiebildung zusammengeführt. Spezifische Herausforderungen für das demokratische Miteinander, wie soziale Ungleichheit, Menschenfeindlichkeit oder Machtasymmetrien werden für den frühpädagogischen Kontext diskutiert. Dabei wird kritisch reflektiert, inwiefern Anspruch und Umsetzbarkeit kollidieren und wo Ansatzpunkte, aber auch Grenzen des Leistbaren für die frühpädagogische Praxis aufscheinen.

 

Politische Bildung und Demokratiebildung in Schule: Aufgaben, Herausforderungen und Ent│grenz│ungen

Patrick Mielke, Anke Koeltsch
Georg-Eckert-Institut für Schulbuchforschung

Auf Grundlage erster empirischer Befunde einer systematischen Bestandsaufnahme schulischer Demokratiebildung in Deutschland als Gegenstand, Ziel und Praxis Politischer Bildung (Curriculum- und Schulbuchanalyse, teilnehmende Beobachtung) spürt die Projektgruppe in ihrem Beitrag folgenden Fragen nach: (i) Wie werden Verschiebungen des schulischen Bildungsauftrages, weg von einer reinen Vermittlung von Wissen über Demokratie im Fachunterricht und hin zu einem Verständnis von Demokratie als gesamtschulische Aufgabe im Sinne einer demokratischen Schulkultur und einer Erfahrbarkeit von Demokratie, in aktuellen Curricula, Schulbüchern und der schulischen Praxis gerahmt? (ii) Welche Grenzen (z.B. hinsichtlich der Partizipationsmöglichkeiten von Schüler*innen) und Entgrenzungen (z.B. hinsichtlich des erforderlichen pädagogischen Handelns von Lehrenden) lassen sich im Zusammenhang mit dem erweiterten Bildungsauftrag identifizieren? (iii) Mittels welcher Praktiken werden die Schüler*innen im Fachunterricht als demokratische Subjekte angerufen und inwiefern wird dabei auf eine (kritische) Bejahung der repräsentativen Demokratie abgezielt? (iv) Ob und auf welche Arten und Weisen wird spezifischen gesellschaftlichen Akteur*innen ein besonderer Bedarf an Demokratiebildung zugeschrieben? (v) Welche Grenzen der Partizipation (z.B. Staatsangehörigkeit) werden (nicht) thematisiert?



 
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