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Sitzungsübersicht
Sitzung
Zwischen Transformation und Persistenz. Grenzverschiebungen in Schule und Unterricht im Kontext der Corona-Pandemie
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 02

995 4413 8632, 985735
Sitzungsthemen:
5. Schulpädagogik, Sektion 5, Kommission Schulforschung und Didaktik, Sektion 5, Kommission Professionsforschung und Lehrerbildung, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen
ID: 171
Arbeitsgruppe
Stichworte: Corona-Pandemie, Fernunterricht, schulische Transformativität, Persistenz, Rekonstruktive Forschung

Zwischen Transformation und Persistenz. Grenzverschiebungen in Schule und Unterricht im Kontext der Corona-Pandemie

Chair(s): Prof. Dr. Petra Herzmann (Universität zu Köln, Deutschland)

Ausgehend von den im Zuge der Corona-Pandemie bildungspolitisch verordneten (zeitweiligen) Schulschließungen sowie der Umstellung auf Fernunterricht untersuchen die Beiträge der Arbeitsgruppe, inwiefern sich im Kontext einer kriseninduzierten Ausnahmesituation akteursbezogene und institutionelle Grenzverschiebungen als Relationierungen von Transformation und Persistenz empirisch zeigen. Die Beiträge rekonstruieren die Perspektiven unterschiedlicher Akteur*innen sowie den Online-Unterricht. Aufgezeigt werden bildungspolitische Adressierungen sowie Positionierungen der Akteur*innen als Diskurse berufskultureller und habitueller Selbstvergewisserungen. Darüber hinaus wird mit Blick auf den Online-Unterricht deutlich, wie Teilnahme durch Transformation und Persistenz von Praktiken im Klassenzimmer (neu) ausgehandelt wird. Unsere Befunde nehmen wir weitergehend zum Anlass, Fragen der besonderen ‚Qualität‘ der Corona-Krise für die Transformativität von Schule und Unterricht zu diskutieren.

 

Beiträge des Panels

 

Zur ‚Digitalisierung‘ unterrichtlicher Praktiken im Online-Unterricht

Dr. Andrea Bossen
Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg, Deutschland

Im Zuge der Corona-Pandemie sind Lehrpersonen herausgefordert, Unterricht in den privaten Lebenswelten von Kindern zu organisieren. Der Fernunterricht wird einerseits sowohl als Herausforderung und Chance diskutiert (vgl. Breidenstein & Bossen, 2020; Fickermann & Edelstein, 2020), anderseits kommen die für selbstverständlich genommenen Grundlagen schulischen Unterrichts durch die Krise verstärkt in den Blick (Bossen & Breidenstein, i.E.). Online-Unterricht als eine Form des Fernunterrichts bietet die Möglichkeit, Schüler*innen, die über eine entsprechende digitale Ausstattung verfügen, und Lehrperson als Unterrichtsgemeinschaft synchron zu versammeln. Dabei lassen sich geteilte unterrichtliche Praktiken (wie z.B. Prüfung von Anwesenheit, Begrüßungsrituale, Melden, Unterrichtgespräche, Tafelbilder) nicht ohne Weiteres in die digitale Welt übertragen. Beobachtungen, die im Online-Unterricht dreier unterschiedlicher Grundschulen protokolliert wurden, zeigen übergreifende Handlungsprobleme und teilweise skurrile Effekte, die von den Teilnehmer*innen am Online-Unterricht (Lehrperson, Schüler*innen und weitere Personen wie (Groß-)Eltern oder Geschwister) in unterschiedlicher Weise bearbeitet werden und so auch die ‚Teilnahmebedingungen‘ am gemeinsamen Unterricht neu verhandelt werden müssen. Der Beitrag unternimmt den Versuch einer Beschreibung der ‚Digitalisierung‘ unterrichtlicher Praktiken im Online-Unterricht und fragt danach, wie dort ein gemeinsamer Unterricht etabliert wird.

 

Unterrichten ‚ohne Klassenzimmer‘: Habituelle Orientierungen von Lehrer*innen im Kontext bildungspolitischer Erwartungen in der Covid19-Pandemie

Prof. Dr. Petra Herzmann
Universität zu Köln, Deutschland

In Anlehnung an den professionstheoretischen Diskurs zum Lehrerhabitus (Kramer & Pallesen, 2019) untersuchen wir, wie Lehrer*innen die Anforderungen der pandemiebedingten Schulschließungen thematisieren und sich zu den bildungspolitischen Erwartungen, die in der Krise an sie gestellt werden, positionieren. Ziel ist es, habituelle Orientierungen von Lehrer*innen im Hinblick auf ihre Gestaltung des Fernunterrichts zu rekonstruieren. In diesem Zusammenhang gehen wir der Frage nach, inwiefern individuelle Professionsverständnisse (Bohnsack, 2020) in Auseinandersetzung mit exterioren Verhaltenserwartungen (Rauschenberg & Hericks, 2018), wie etwa bildungspolitischen Vorgaben, bearbeitet und Transformationen der habituellen Orientierungen erkennbar werden (Bohnsack, 2014). Zu diesem Zweck führen wir Interviews mit Lehrer*innen und untersuchen bildungspolitische Dokumente (z.B. SchulMails NRW) (Nohl, 2017). Erste Befunde weisen darauf hin, dass sich die Aussagen der Befragten in der krisenbedingten ‚Entzeitlichung‘ und ‚Enträumlichung‘ von Unterricht in einem Spektrum zwischen ‚Ressourcenbündelung‘ bzw. der Orientierung an ‚altbewährten‘ Methoden und eigeninitiativem bzw. proaktivem Handeln verorten lassen, bspw. im Hinblick auf die Konzipierung der häuslichen Lernaufgaben. Zugleich wird u.a. deutlich, dass sich die Befragten in kritischer Distanz zu bildungspolitischen Entscheidungen positionieren (Hövels & Herzmann, 2021) und diese nur bedingt als hilfreich in der Krise erachten.

 

Berufskultur und Transformativität – Empirische Rekonstruktionen zum Zusammenspiel von Fremd- und Selbstpositionierungen von Lehrer*innen zur „Corona-Krise“

Prof. Dr. Fabian Dietrich1, Dr. Nele Kuhlmann2, Julia Spitznagel1
1Universität Bayreuth, Deutschland, 2Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland

Im Zuge der gegenwärtigen Pandemie rückten erneut Fragen der Transformationsbedürftigkeit und -fähigkeit von Schule in den Fokus (vgl. Sliwka & Klopsch, 2020). Im Mittelpunkt des Beitrages stehen empirische Rekonstruktionen von Bezugnahmen auf diese Situation, die als aus einem komplexen Wechselspiel von Selbst- und Fremdbeschreibungen hervorgehend und als Ausdrucksgestalt der Berufskultur von in Schule tätigen Akteuren betrachtet werden. An vorliegende Konzeptualisierungen anschließend wird Berufskultur als übergreifende sowie in sich spannungsreiche und ausdifferenzierte symbolische Ordnung gefasst. Sie kennzeichnet das spezifische berufliche Feld und strukturiert in Gestalt kollektiver Dispositionen (Rademacher, 2009, S. 135) die „Wahrnehmungs-, Deutungs-, Urteils- und Kommunikationsformen“ (Kramer, Idel & Schierz 2018, S. 3) von Lehrer*innen. Grundlage der objektiv-hermeneutischen Rekonstruktionen (Wernet, 2009) bilden Auszüge von im Rahmen des Forschungsprojekts SchiK (Schule(n) in der Krise) erhobenen Gruppeninterviews mit Lehrer*innen sowie von ministeriellen Mitteilungen und Briefen, mit denen schulische Akteure im Verlauf des vergangenen Jahres regelmäßig adressiert wurden. Die Gegenüberstellung von Mustern innerschulischer Bezugnahmen und administrativer Thematisierungen ermöglicht es, die berufskulturelle Hervorbringung von Positionierungen zur Situation als rekursiv gedachtes Zusammenspiel von Fremd- und Selbstentwürfen zu rekonstruieren.

 

Die Schule in der Familie – Familiale Positionierungen zu pandemiebedingten Grenzverschiebungen

Dr. Julia Labede
Leibniz Universität Hannover, Deutschland

Über die andauernden Schulschließungen sowie die Konzeption eines kontinuierlichen Wechsels zwischen schulischem und häuslichem Lernen ist die schulische Aufgabenbearbeitung unweigerlich Bestandteil des Familienlebens geworden. Ist zu Beginn der Corona-Krise mit der Bezeichnung Home Schooling noch eine Ermächtigung elterlichen Handelns betont worden, wird mit dem Begriff des Fernunterrichts die Familie zunehmend dethematisiert. Dabei bleibt für den Lern- und Bildungserfolg der Heranwachsenden entscheidend, wie sich die Familie zu der ihr zugewiesenen Rolle als „Stützsystem der Schule“ (Tyrell, 1987) verhält. Im Rückgriff auf Familiengespräche, in denen Eltern und ihre Kinder sich gegenüber den veränderten Anforderungen positionieren und ihre Erfahrungen während der Pandemie schildern, wird das Spannungsfeld familialer Krisendeutung und -bearbeitung aus strukturtheoretischer Perspektive (u.a. Oevermann, 1996, 2004) betrachtet. Fallrekonstruktiv wird erschlossen, wie sich das Verhältnis zwischen Eltern, Kindern und Lehrkräften zwischen den Polen einer maximalen Anpassung und Verweigerung ausgestaltet.



 
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