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Sitzungsübersicht
Sitzung
"Für-Wahr-Halten – In-Geltung-Setzen – Autorisieren." Schulwissen unter Bedingung seiner Entgrenzung und In-Frage-Stellung
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 03
944 6432 1021, 598600
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 5. Schulpädagogik, Sektion 2, Kommission Bildungs- und Erziehungsphilosophie, Sektion 5, Kommission Schulforschung und Didaktik, Sektion 5, Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

"Für-Wahr-Halten – In-Geltung-Setzen – Autorisieren." Schulwissen unter Bedingung seiner Entgrenzung und In-Frage-Stellung

Chair(s): Prof. Dr. Till-Sebastian Idel (Uni Oldenburg, Deutschland), Prof. Dr. Nadine Rose (Uni Bremen)

Dem Schulwissen kam lange Zeit hohe Geltung zu. Im Kontext aktueller gesellschaftlicher Veränderungen im Umgang mit Wissen (Digitalisierung, Produktion alternativer Fakten, Bubbles) wird die Wissenskonstruktion im Unterricht aus struktureller Sicht prekärer. Darüber hinaus führen individualisierende Perspektiven auf Lernprozesse in der Schulpädagogik und die bildungspolitische Kompetenzorientierung zur autoritativen Relativierung eines zunehmend unbestimmteren schulischen Wissenskanons. Unter der grundlegenden These, dass für die unterrichtliche Wissenskommunikation ein Geschehen der sozialen Konstruktion einer Wissensordnung konstitutiv ist, befasst sich die Arbeitsgruppe mit dem Fragekomplex, wie Schulwissen unter diesen Bedingungen autorisiert, in Geltung gesetzt und letztlich für wahr gehalten wird. In den Beiträgen werden diese Prozesse der Objektivierung, Subjektivierung, Autorisierung und Validierung aus bildungswissenschaftlicher und fachdidaktischer Sicht beleuchtet.

 

Beiträge des Panels

 

Wie konstituiert sich Schulwissen im Sachunterricht der Grundschule?

Prof. Dr. Lydia Murmann, Prof. Dr. Anja Starke
Uni Bremen

In der Grundschule ist der Sachunterricht das zentrale Fach zur Anbahnung fachlichen Wissenserwerbs so unterschiedlicher Schulfächer wie Geschichte, Physik oder Geografie (GDSU 2013). Ihm kommen eine propädeutische und eine Lebenswelt erschließende Funktion zu. Durch die Entwicklung hin zu einem inklusiven Schulsystem wird die auch zuvor schon bestehende Vielfalt in Schule gesteigert, zunehmend wahrgenommen und auch in Unterrichtskontexten konstitutiv. Die Auswahl, Inszenierung und sprachliche Vermittlung von Inhalten im Sachunterricht vollziehen sich zusätzlich in diversen konzeptionellen Spannungsfeldern (vgl. Murmann 2020). So stellen sprachliche Zugänglichkeit und fachliche Korrektheit durchaus konfligierende Zielvorstellungen dar, ebenso sind pädagogische Ziele, die Interessen und Bedürfnisse der Schüler*innen aufgreifen, mit (fach-)didaktischen Zielvorstellungen einer curricularen Orientierung auszubalancieren (vgl. Tempelmann u.a. 2021, Kern u.a. 2021). Die Autorisierung von Wissen erfolgt in der Grundschule in hohem Maße durch die Lehrperson. Anhand von Vignetten untersuchen wir, welche Inhalte und Darstellungsformen Lehrpersonen mit welchen Begründungen autorisieren und wie sie Entscheidungen vor dem Hintergrund sprachlicher und inhaltlicher Differenzierungsnotwendigkeiten und konzeptioneller Zielkonflikte reflektieren.

 

Digitalisierung von Bildungsmedien

Dr. Martin Karcher1, Trupp Johann2, Voß Christin1, Ntonti Antigoni1, Prof. Dr. Thomas Höhne1
1HSU Hamburg, 2Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut

Lernen wurde und wird in seiner institutionalisierten schulischen Form stets mittels Medien vollzogen und Schulbücher bilden das klassische und zentrale Bildungsmedium, in dem das als relevant erachtetes Schulwissen für die vielfältigen Vermittlungszwecke manifestiert ist. Nach der Erfindung der Schrift und des Buchdrucks, so Michel Serres, wandle „sich die Pädagogik völlig mit den neuen Technologien“ (2016: 21). Mit der Digitalisierung verändern sich – so die zentrale These – Produktions- und Rezeptionsformen von Bildungsmedien in entscheidender Weise, was wiederum Effekte für Lernpraktiken zeitigen könnte, so unsere weitergehende Vermutung. Denn es lässt sich seit mehreren Jahren beobachten, wie sich das einstmalige Monopol der Schulbuchverlage auflöst und ein mittlerweile kaum zu überblickender Markt an digitalen Bildungsmedien-Anbietern entstanden ist. Hierbei wirkt die Coronakrise wie ein Katalysator. Hinzu kommen noch die veränderten bildungspolitischen und curricularen Bedingungen seit PISA, d.h. die Kompetenzorientierung, Bildungs- statt Lehrpläne, Output-Orientierung usw. Zu befürchten ist ein Verdichtungseffekt von bildungspolitischem Umsteuern und Digitalisierung. Im DFG-Projekt zu ‚Bildungsmedien 4.0‘ untersuchen wir diese digitalen und bildungspolitischen Transformationen des Bildungsmedienfelds, die sich – so eine weitere These – bis auf die Ebene des Schulwissens auswirken und es nachhaltig verändern, was wir beispielhaft zeigen wollen.

 

Rekonstruktion von Angeboten zur Herstellung von Geltung in mathematischen Erklärvideos: (Wie) geht das?

Martin Ohrndorf, Prof. Dr. Maike Vollstedt, Prof. Dr. Florian Schmidt-Borcherding
Uni Bremen

Der Einsatz von multimedialen Erklärvideos gewinnt seit 10 Jahren an Bedeutung (Dorgerloh & Wolf, 2020; Moussiades et al. 2019). Erklärvideos stehen auf Online-Plattformen leicht zugänglich zur Verfügung und werden von Schüler*innen der Sekundarstufe zum Lernen genutzt. Zahlreiche Studien zeigen, dass die Nutzung digitaler Lernumgebungen positive Auswirkungen auf Lernprozesse von Schüler*innen hat (Hillmeyr et al. 2017). Ein Element für das erfolgreiche Lernen schulischer Inhalte ist nach Hofer (2010) eine subjektive Akzeptanz der Geltung des Gelernten. Doch wie gestaltet sich die Herstellung von Geltung bei der Nutzung von mathematischen Erklärvideos? Bislang wurden Erklärvideos vorwiegend im Hinblick auf allgemeine Design- und fachdidaktische Qualitätskriterien, zum Beispiel in der Physik (Kulgemeyer 2019), untersucht. Für die Mathematik sind solche Untersuchungen bislang kaum vorhanden (z.B. Marquardt 2016; Treidt 2020). Diese Studie untersucht, inwieweit Erklärvideos Angebote zur Herstellung von Geltung unterbreiten und wie diese durch allgemeine Design- und mathematikdidaktische Qualitätskriterien beeinflusst werden. Dafür werden die Videos inhaltsanalytisch untersucht und induktiv bzw. deduktiv kodiert. Im Vortrag wird ausgelotet, inwiefern das Konzept der Geltung nach Bardy (2015) auf mathematische Erklärvideos übertragen werden kann und welche Arten der Angebote zur Herstellung von Geltung rekonstruiert werden können.

 

Wie Digitalisierung ein Bild von Gesellschaft erzeugt und unsere Meinungsbildung darüber prägt

Prof. Dr. Andreas Klee1, Dr. Schmidt Jan-Hinrik2
1Uni Bremen, 2Hans Bredow Institut

Als Teil und Gegenüber von Gesellschaft ist politische Bildung dauerhaft in soziale Wandlungsprozesse verwickelt. Dies gilt insbesondere wenn sich der gesellschaftliche Wandel auf eine ihrer Kernaufgaben, nämlich die Wahrnehmung und Beurteilung „gesellschaftlicher Entwicklungen“ und damit verbunden das Erzeugen und Fortschreiben eines gesellschaftlichen Konsenses über das, was als wahr und bedeutsam gilt, bezieht (Schmidt 2019). Es wird hier von der These ausgegangen, dass die voranschreitende digitale Formalisierung politischer Artikulationen und die Wahrnehmung gesellschaftlicher Prozesse durch Digitalisierung und Datafizierung (Williamson, Bayne & Shay 2020; Mau 2017) neuer Kompetenzen bei Lernenden und Lehrenden sowie neuer didaktischer und methodischer Prinzipien zu deren Anbahnung bedarf. Das didaktische-methodische Konzept des „DataSprint“ greift dieses Verständnis auf. Das innovative Format zielt darauf ab, die digitale Darstellung und Beschreibung von Gesellschaft im Rahmen eines Lehr-Lernprozesses erlebbar und aus wissenschaftlicher Perspektive beobachtbar zu machen. Der Vortrag versucht die Veränderungen, die Digitalisierung für die Darstellung und Wahrnehmung von Gesellschaft mit sich bringt, konzeptionell zu fassen, leitet hieraus Leitlinien für eine politikdidaktische Begegnung ab und präsentiert erste empirische Einblicke (Teilnehmende Beobachtung, Interviews mit Teilnehmenden, Evaluation) in ein mögliches Format (DataSprint) zu deren praktischen Umsetzung.



 
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