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Sitzungsübersicht
Sitzung
Demokratisierungspotenziale sozialpädagogischer Professionalität? Gegenwärtige Vergewisserungsversuche
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 30
978 8578 1370, 349313
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Demokratisierungspotenziale sozialpädagogischer Professionalität? Gegenwärtige Vergewisserungsversuche

Chair(s): Dr. Lisa Janotta (Universtität Rostock)

Diskutant*innen: Dr. Lisa Janotta (Universtität Rostock)

Theoriedebatten der Sozialen Arbeit berufen sich erneut auf Demokratie als Bedingung und Anspruch an Professionalität. Zugleich ist Soziale Arbeit Teil des wohlfahrtsstaatlichen Arrangements und darin Teil von Ungleichheit re-produzierender Herrschaft. Nicht zuletzt muss Soziale Arbeit gegenwärtig sich selbst und Adressat*innen gegenüber erstarkten antidemokratischen Interessen behaupten.

Angesichts dieser Spannungsfelder thematisiert die AG Demokratie als Anspruch und Grenzphänomen sozialpädagogischer Professionalität. Zunächst werden Bestimmungsversuche diskutiert, die das Verhältnis von Sozialer Arbeit und Demokratie unter Rückgriff auf theoretische Linien beleuchten. Anschließend wird auf Basis empirisch fundierter Erkenntnisse ein zeitdiagnostischer Blick auf aktuelle Konfliktverhältnisse geworfen.

Kann ein Bezug zur Demokratie eine produktive Be-grenzung pädagogischer Professionalität sein, um einer potentiellen Ent-grenzung durch demokratiefeindliche Haltungen entgegenzuwirken?

 

Beiträge des Panels

 

Staatsbürgerstatus und Demokratie - theoriesystematische Reflexionen zur Legitimation Sozialer Arbeit

Karina Schlingensiepen-Trint
Bergische Universität Wuppertal

Die Problematisierung von Be- und Entgrenzungen Sozialpädagogischer Professionalität führt u.a. in die Auseinandersetzung mit einem möglichen (normativen) Bezugspunkt sozialarbeiterischen Handelns bzw. mit der dieser zugrundeliegenden Frage nach einer Legitimation Sozialer Arbeit. Deren Bearbeitung ist insbesondere angesichts der historisch kontingenten (sozial)staatlichen Verankerung Sozialer Arbeit sowie aktueller gesellschaftlicher Transformationsprozesse relevant. Geht es doch um eine Vergewisserung über eigene grundlegende Bezugspunkte und Begründungszusammenhänge, die wiederum Basis einer reflexiven Professionalität sein können, um das eigene fachliche Handeln und die gesellschaftlichen Kontexte kritisch hinterfragen und ggf. auch verändern zu können. Ausgehend vom Gegenstand der Sozialen Arbeit nähert sich der Beitrag der Frage nach der Legitimation Sozialer Arbeit theoriesystematisch. In Rückgriff auf eine breite rechts- und sozialphilosophische sowie verfassungstheoretische Debatte entfaltet er dabei einen grundlegenden Begründungszusammenhang zwischen Demokratie, dem gleich-freien Staatsbürgerstatus und Sozialer Arbeit.

 

(Politische) Theoriebildung in der Sozialen Arbeit im Modus der Demokratisierung. Überlegungen zu einem nicht abschließbaren Prozess.

Stefan Schäfer
Technische Hochschule Köln

Der Beitrag fokussiert Demokratie und Demokratisierung in der Praxis der Theoriebildung zur Sozialen Arbeit. Auf Basis von Bestimmungsversuchen zum Politischen der Sozialen Arbeit wird mit Bezug auf den Begriff der Differenz der Streit um den Begriff selbst und seine jeweiligen Fundamente reflexiv eingeholt. Dieser Streit, die Aushandlungen selbst werden dabei zum anstrebenswerten Modus der Theoriebildung. Nimmt man hierbei die Konzepte der Kontingenz, Pluralität und Konfliktualität als Grenzphänomene ernst, wird einsichtig, dass es „die“ politische Theorie Sozialer Arbeit nicht geben kann— wohl aber miteinander konkurrierende wie auch miteinander verknüpfte Versuche ausfindig gemacht werden können, das Politische der Sozialen Arbeit auf den Begriff zu bringen. (Politische) Theoriebildung Sozialer Arbeit zu betreiben, wäre in diesem Sinne zu verstehen als eine Bearbeitung des Gegenstandes „(politischer) Soziale Arbeit“, die ihre Besonderheit aus dem nicht abschließbaren und niemals stillstellbaren Prozess der Auseinandersetzung um ihre eigene Bestimmung selbst bezieht. Die Theoriebildung selbst wäre in einem solchen Modus zu verstehen als demokratische Praxis.

 

Imaginäre Vielfalt – Demokratisierungspotenziale Diversity-sensibler Professionalität

Marie Frühauf
Bergische Universität Wuppertal

Eine Öffnung Sozialer Arbeit für mehr Diversität gilt als wichtiger Bestandteil ihrer Demokratisierung. Die Anerkennung von Vielfalt in Form einer Diversity-Sensibilität wird daher zunehmend als zentrales Element sozialpädagogischer Professionalität und Professionalisierung angesehen. Aus feministisch-lacanianischer Perspektive stellt sich jedoch die Frage nach den psychischen Grundlagen, die derartige Gerechtigkeits- und Professionsideale abstützen. Angenommen wird, dass die Vorstellungen über ein Zusammenleben in Vielfalt sowie über dessen pädagogische Kultivierung auf entscheidende Weise durch Begehrensdiskurse geprägt sind. Anhand von Ergebnissen einer Studie zu Diversity-Sensibilität in sozialpädagogischen Beziehungen wird im Beitrag gezeigt, dass nicht nur antidemokratische, sondern auch dezidiert plurale professionelle Selbstverständnisse diesbezüglich einem Identitätsdenken verhaftet sein können, das auf Allmachtsphantasien beruht. Dieser Befund wird im Hinblick auf die Frage nach dem Demokratisierungspotenzial Diversity-sensibler sozialpädagogischer Professionalität diskutiert.



 
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