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Sitzungsübersicht
Sitzung
Ambivalenzen transnationaler Bildung
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 28

934 2916 3800, 177967
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 3. Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft, 5. Schulpädagogik, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, Sektion 3, Kommission Interkulturelle Bildung, Sektion 3, Kommission Vergleichende und Internationale Erziehungswissenschaft, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Ambivalenzen transnationaler Bildung

Chair(s): Dr. Ulrike Deppe (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Andreas Wernet (Leibniz Universität Hannover)

Institutionalisierte Bildung steht zunehmend im Zeichen von Internationalisierungs- und Globalisierungsprozessen. Das führt zu einer sozialen Verallgemeinerung und ‚Veralltäglichung‘ eines ‚kosmopolitischen‘ Bildungsanspruchs und wird zu einem Normativ für die Bildungsinstitutionen. Die Beiträge streben eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der transnationalen Bildung an. Dabei sollen einerseits begriffliche Ambivalenzen herausgearbeitet werden; andererseits sollen die empirischen Spannungen, die mit den sozialen Phänomenen, die unter diesem Begriff gefasst werden, in den Blick genommen werden. Der Anspruch der Transnationalität setzt nicht nur die Bildungsinstitutionen unter einen Profilierungs- und Distinktionsdruck; er knüpft auch gesteigerte Erwartungen an die Bildungssubjekte und ihre Familien. Im universitären Studium zeigen sich Verwerfungen zwischen den normativen Ansprüchen transkultureller Öffnung und den realen Prozessen kultureller Schließung.

 

Beiträge des Panels

 

Transnational (und) gebildet? – Grundannahmen und Missverständnisse im Feld und in der Forschung

Dr. Ulrike Deppe
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Mit transnationaler Bildung werden (nationen-)grenzüberschreitende Prozesse und Bildungsangebote in Schule und Hochschule markiert und deren steigende Wahrnehmung und Zunahme konstatiert. Zwar herrscht gemeinhin große Einigkeit darüber, dass Auslandsaufenthalte und Austausche für die Aneignung und Generierung transnationaler Bildung günstig seien. Worin aber genau dann das transnationale der Bildung besteht, inwiefern diese über die transnational organisierten Bildungseinrichtungen und transnationale Beziehungen hinausgeht, dazu gibt es bislang nur implizite Bezugnahmen. Ein Blick in die Forschungsliteratur zeigt, dass die Bezugnahmen in den Feldern der Bildung als auch in der Forschung selbst normativ geprägt sind oder aber mit bildungssoziologischen Konzepten transnationales Kapital als Erweiterung oder neue Kapitalform konzipiert wird. In dem einen Fall wird transnationale Bildung positiv konnotiert, bildungsbürgerliche Ideale transportiert und in einer globalen Idee des Bürgerlichen, wie der ‚Global Citizenship‘ modifiziert. Im anderen Fall, den konzeptionellen Arbeiten mit der Kapitaltheorie, sind zwar kritische Bezugnahmen auf soziale Distinktion und Legitimationsfiguren inhärent, sie klären jedoch (noch) nicht, inwiefern Bildungsprozesse sich national und transnational unterscheiden. Der Beitrag systematisiert mögliche Unterscheidungen des Verständnisses von Bildung und kennzeichnet Desiderate der weiteren Erforschung und Theoretisierung transnationaler Bildung.

 

Erwartungen und Mobilisierungen des Transnationalen im virtuellen Raum: Der Fall schulischer Auslandsstudienprogramme an deutschen Schulen

Dr. Catharina I. Keßler1, Dr. Simona Szakács-Behling2
1Georg-August-Universität Göttingen, 2Georg-Eckert-Institut Leibniz-Institut für Internationale Schulbuchforschung

Gegenwärtig sind Bildungssysteme durch eine Verdichtung von Prozessen gekennzeichnet, in denen Bildungsakteure zunehmend unter Inter- bzw. Transnationalisierungsdruck stehen und entsprechend markierte Bildungsangebote expandieren. Der Beitrag greift diese Beobachtung auf und analysiert Darstellungen von Auslandsprogrammen auf schulischen Internetauftritten. Wir fokussieren, wie darin Narrative von ‚Internationalisierung‘ und ‚Transnationalisierung‘ hervorgebracht werden, die Wahl von Programmen und Partnerschulen legitimiert wird, Länder entworfen werden und darin Vorstellungen von Bildung aufscheinen. Empirische Basis sind Homepages unterschiedlich privilegierter Schulen in Deutschland sowie Deutscher Auslandsschulen. Gerahmt von grundlegenden Überlegungen ethnographischen Forschens gewinnt die Exploration ihren Zugang über die Analyse sogenannter „rich points“ (Agar 1994) und arbeitet kontrastiv Muster lokaler sowie globaler Ungleichheiten heraus, wie sie in den Narrativen um einzelschulische Auslandsprogramme enthalten sind. Theoretisch verortet wird dies in einer transnationalen Perspektive: Sie verknüpft Erkenntnisse transnationaler Forschung, der (Bildungs-)Anthropologie sowie des soziologischen Neoinstitutionalismus. So verstanden präsentieren sich Schulen als Organisationen, von denen erwartet wird, auf globale gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren.

Agar, M. (1994). The intercultural frame. International Journal of Intercultural Relations 18(2): 221-237.

 

Adoleszenz im transnationalen Möglichkeitsraum

Charlyn-Mariella Oesterhaus, Kai Schade
Leibniz Universität Hannover

Anhand themenzentrierter Interviews untersuchen wir die Bedeutsamkeit familialer und adoleszenztypischer Dynamiken im Rahmen der Entscheidungskonstitution für den schulischen Auslandsaufenthalt. Da sich der schulische Auslandsaufenthalt im Zeichen einer Verhandlung von und Positionierung in Dimensionen der sozialen, räumlichen und damit auch der interkulturellen Mobilität bewegt, zeigt er perspektivisch ein hohes Maß an Kompatibilität zu Anspruchslagen globalisierter gesellschaftlicher Zusammenhänge. Durch eine interaktionsbezogene Perspektive, im Sinne des sequenzanalytischen Verfahrens der Objektiven Hermeneutik, untersuchen wir fallbezogen die entscheidungsleitenden Verhandlungen der sich daraus ableitenden Anspruchskategorien. Wir möchten hier exemplarisch zeigen, dass sich die Entscheidungskonstitution für den Auslandsaufenthalt nicht nur anhand binnenfamilialer Dynamiken aufrichtet, sondern emblematisch und im Kern eine Vermittlung zwischen Familie und Gesellschaft darstellt.

 

Das Studium als Bildungsraum? Muttersprachler*innen in interkulturellen Kommunikationskontexten zwischen Horizonterweiterung und Grenzüberschreitung

Dr. Nina Meister
Philipps-Universität Marburg

Im Studiengang „Deutsch als Fremdsprache“ (kurz: DaF) treffen Studierende zahlreicher Nationalitäten und unterschiedlichster Muttersprachen aufeinander. In zwei Gruppendiskussionen mit DaF-Studierenden (deutscher Muttersprache) sprechen diese u.a. über ihre interkulturellen Erfahrungen im Studium, über wahrgenommene Bildungschancen und Herausforderungen im Kontakt mit nicht-muttersprachlichen Studierenden. In einer ersten dokumentarischen Rekonstruktion konnten Orientierungen herausgearbeitet werden, die sich u.a. in der Fokussierungsmetapher der „Horizonterweiterung“ widerspiegeln sowie in weit reichenden Verantwortungsgefühlen gegenüber Mitstudierenden ohne muttersprachlichen Hintergrund, die aber auch durch deutliche Spannungen gekennzeichnet sind: So wird Interkulturalität auf einer expliziten Ebene zwar als bereichernd und wünschenswert dargestellt (Norm), die alltägliche interkulturelle Interaktionspraxis aber in den Erzählungen als anstrengend und belastend beschrieben (Orientierungsrahmen). Damit zeigen sich Verwerfungen auf zwei Ebenen: aufseiten der Studierenden zwischen Habitus und wahrgenommenen Normen, aufseiten der Universität zwischen studienkonzeptionellen Ansprüchen (z.B. Entwicklung interkultureller Kompetenzen) und den Rekonstruktionsergebnissen. Dies wirft die Frage auf, inwieweit oder unter welchen Bedingungen das Studium als Bildungsraum gelten kann.



 
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