Veranstaltungsprogramm

Die Zugänge zu allen Zoom-Räumen finden sie auf der Kongress-Plattform (https://plattform.dgfe2022.de/).
Login mit Ihrem ConfTool-Benutzernamen und Ihrem ConfTool-Passwort.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Veranstaltungen des Kongresses.
- Sie können die Veranstaltungen nach Beitragstyp (u.a. Symposium, Arbeitsgruppe, Forschungsforum, Parallelvorträge), Sprache (Englisch, Deutsch, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung) und Themen (Forschungszugänge, Kommissionen, Sektionen) filtern.
- Bitte wählen Sie ein Datum aus, um nur die betreffenden Veranstaltungen anzuzeigen.
- Wählen Sie eine Veranstaltung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
- Die Vortragenden sind jeweils unterstrichen dargestellt.
- Eine persönliche Agenda kann drei Wochen vor Kongressbeginn auf der Kongressplattform von mcc Agentur für Kommunikation erstellt werden.
- Änderungen des Programmes sind vorbehalten.

 
Nur Sitzungen am Veranstaltungsort 
 
 
Sitzungsübersicht
Sitzung
Schädigung durch die Kinder- und Jugendhilfe
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 19
949 8077 2260, 267441
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, qualitativ, Deutsch

Zeige Hilfe zu 'Vergrößern oder verkleinern Sie den Text der Zusammenfassung' an
Präsentationen

Schädigung durch die Kinder- und Jugendhilfe

Chair(s): Prof. Dr. Gertrud Oelerich (Bergische Universität Wuppertal, Deutschland), Katharina Gundrum (Bergische Universität Wuppertal, Deutschland), Charis Hengstenberg (Bergische Universität Wuppertal)

Auf einer programmatischen Ebene ist es wesentliches Ziel Sozialer Arbeit, die Handlungsfähigkeit von Personen wie auch die Funktionsfähigkeit ihrer lebensweltlichen Zusammenhänge zu stützen, zu ergänzen und ggf. (partiell) zu ersetzen. Über diesen Weg soll gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht und Sozialintegration realisiert werden. Zugleich wird Soziale Arbeit dieser Integrationsabsicht häufig nicht gerecht. So ist es im Diskurs durchaus bekannt, dass ihre Angebote und Maßnahmen z.T. nur sehr eingeschränkt in Anspruch genommen werden oder sogar schädigende Folgen für die Inanspruchnehmenden zeitigen können. Die Arbeitsgruppe will anhand von drei Vorträgen Überlegungen zu Schädigung in der Kinder- und Jugendhilfe diskutieren, strukturieren und präzisieren. Dabei sollen insbesondere solche Phänomene, wie bspw. Ausgrenzung und Stigmatisierung, im Fokus stehen, die nicht unmittelbar mit Schädigung assoziiert werden, sich aber als die Inanspruchnehmenden schädigend rekonstruieren lassen.

 

Beiträge des Panels

 

Schädigung durch die Kinder- und Jugendhilfe. Stand des Diskurses und Systematisierungsversuch.

Katharina Gundrum, Charis Hengstenberg
Bergische Universität Wuppertal

Der Beitrag liefert eine erste theoretische Rahmung zu Schädigung durch (Nicht-)Inanspruchnahme von Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe. Es werden Überlegungen, Untersuchungen und Analysen zu dem Themenkomplex ‚Schädigung von Nutzer*innen‘ Sozialer Arbeit, konzentriert auf das Feld der Kinder- und Jugendhilfe, zusammengetragen und strukturiert. Hierbei bildet der Forschungskontext der Sozialpädagogischen Nutzerforschung den Ausgangspunkt, wobei gleichwohl ein breiterer Blick auf die Thematik geworfen wird. Schädigung als Folge der Inanspruchnahme eines sozialpädagogischen Angebotes wird dabei als Einschränkung der bis dato bestehenden Möglichkeiten für eine produktive Bewältigung der alltäglichen Lebensgestaltungsaufgaben konzipiert. Zurückgegriffen wird in dem Vortrag u.a. auf Interviewanalysen, die zeigen, dass die Inanspruchnahme personenbezogener sozialer Dienstleistungen aufgrund mangelnder Beteiligungsmöglichkeiten für die Nutzer*innen schädigende Formen annehmen kann und dass Prozesse der Inanspruchnahme als Exklusionsprozesse mit schädigenden Folgen rekonstruiert werden können.

 

Verlegen, Abschieben und Abweisen - Schädigung im Kontext freiheitsentziehender Maßnahmen

Dr. Mischa Engelbracht
Universität Erfurt

Freiheitsentziehende Maßnahmen gehören zu den umstrittensten (Unterstützungs-)Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe. Wobei sowohl der Grad als auch die Form der im Einrichtungsalltag interdependent wirkenden Machtquellen/- mittel (Elias 1977; Wolf 1999) nicht nur in der Interaktion der beteiligten Akteur*innen, sondern in der gesamten Breite des Einrichtungssettings wirkmächtig ist. Unbestritten ist aus dieser Perspektive auch, dass der Freiheitsentzug als „Maximalintervention“ die stärkste mögliche Machtquelle der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch der entsprechenden Einrichtung, darstellen soll. Hierdurch werden entsprechende Einrichtungen als Ultima-Ratio Maßnahme zur Endstation eines Verlege- und Abschiebeprozesses. Das der Rückgriff auf eine Maximalintervention nicht nur besonders zu legitimieren ist, sondern auch besondere Risiken einer Schädigung birgt, muss dabei Gegenstand der pädagogischen Auseinandersetzung sein. In dem Beitrag wird auf Grundlage ethnografischer Daten das Feld der freiheitsentziehenden Maßnahmen unter dem Fokus der Schädigung ihrer Nutzer*innen beleuchtet und der Frage nachgegangen, welche Machtquellen in freiheitsentziehenden Maßnahmen in Interaktionen besonders wirken, welche anderen Machtquellen dadurch verunmöglicht werden und welche Risiken einer Schädigung ihrer Nutzer*innen dadurch entstehen.

 

Stigmatisierungen und Schädigungen durch Inanspruchnahme der Jugendberufshilfe

Katja Jepkens
Hochschule Düsseldorf

Maßnahmen im Übergang zwischen Schule und Erwerbsarbeit verorten vielfach die Probleme und Defizite der nicht erfüllten Arbeitsmarkteinmündung von jungen Erwachsenen und die Lösungen in institutionellen Praktiken. Damit markieren sie zugleich, dass die indizierten Probleme subjektiv und gemessen an einer vorgegebenen Normativität und konstruierten Normalität bearbeitet werden müssen. So gehen mit der Markierung Teilnehmer*in einer Maßnahme eine Reihe von Zuschreibungen einher: Die Teilnahme an einer solchen Maßnahme macht die Abweichung von der „normalen“ Einmündung in eine Erwerbsarbeit öffentlich sichtbar. In Anlehnung an Goffman können diese Zuschreibungen als „Mittel zur Kategorisierung von Personen […], die man für Mitglieder dieser Kategorien als gewöhnlich und natürlich empfindet“ (Goffman 2012 [1963]), bestimmt werden. Soziale Einrichtungen verwalten und etablieren diese Kategorien: So müssen Maßnahmen im Übergang zwischen Schule und Erwerbsarbeit bei (Jugend-)Berufshilfeträgern explizit von jenen genutzt werden, die es zu dem jeweiligen Zeitpunkt nicht schaffen konnten, eigenständig in eine Ausbildung und/oder Erwerbsarbeit einzumünden. Im Rahmen des Vortrags wird anhand des empirischen Materials deutlich, dass sich Stigmatisierungen und Schädigungen auf durch Dritte zugeschriebene negative Konnotationen und formalisierte Inkompetenzzuschreibungen zurückführen lassen, die mit der Inanspruchnahme einhergehen.



 
Impressum · Kontaktadresse:
Datenschutzerklärung · Veranstaltung: DGfE-Kongress 2022
Conference Software - ConfTool Pro 2.8.95+TC
© 2001–2022 by Dr. H. Weinreich, Hamburg, Germany