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Sitzungsübersicht
Sitzung
Die Kommune als Bildungsakteur? Zum Bedeutungswandel von Kommunalpolitik und -verwaltung im Bildungsbereich
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 10
985 3744 2983, 819188
Sitzungsthemen:
1. Historische Bildungsforschung, 4. Empirische Bildungsforschung, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, Sektion 4, Kommission Bildungsorganisation, Bildungsplanung, Bildungsrecht, qualitativ, theoretisch, historisch, Deutsch

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Präsentationen

Die Kommune als Bildungsakteur? Zum Bedeutungswandel von Kommunalpolitik und -verwaltung im Bildungsbereich

Chair(s): Dr. Christian Brüggemann (HU Berlin, Deutschland), Björn Hermstein (Stadt Oberhausen, Deutschland), Prof. Dr. Rita Nikolai (Universität Augsburg, Deutschland)

Die kommunale Ebene erlebt in den vergangenen etwa zwei Jahrzehnten einen bildungspolitischen Bedeutungsgewinn. Konkret zeigt sich dies u. a. in der Etablierung kommunal koordinierter Bildungsnetzwerke sowie neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Organisationen im Bildungswesen, im Ausbau der Ganztagsschule und der Expansion kommunalen Bildungsmanagements. Ob Kommunalpolitik und -verwaltung in diesem Zuge aber strukturell näher an die pädagogischen Leistungsebenen heranrücken, sich zunehmend als „Bildungsakteure“ etablieren und damit Verschiebungen von und Zuständigkeitsgrenzen evident werden, ist ungeklärt. Die Arbeitsgruppe fragt, inwieweit die Kommunen den gestiegenen Erwartungen an ihre Rolle als eigenständiger Bildungsakteur mit umfangreicher Steuerungsverantwortung gerecht werden. Aus der Zusammenschau der Befunde lassen sich theoretisch und empirisch fundierte Rückschlüsse auf Modernisierungsgrad und -formen kommunaler Bildungspolitik und -verwaltung in Deutschland ziehen.

 

Beiträge des Panels

 

: Vernetzung von Schule und Jugendhilfe: Zur Funktion der Kommune für die Arbeit an Schnittstellen

Philipp Hackstein, Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey
Universität Duisburg-Essen

In den Politikfeldern Jugendhilfe und Schule trägt die Kommune mit der Zuständigkeit für Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung eine zentrale Verantwortung für die örtliche Infrastruktur. Seit Beginn der 2000er Jahre ist mit dem Aufbau regionaler Bildungsnetzwerke und eines kommunalen Bildungsmanagements eine weitere Aufwertung der kommunalen Ebene festzustellen. Mit der „Aachener Erklärung“ des Deutschen Städtetages wurden diese Entwicklungstrends aufgegriffen: „Die Städte sollten Bildung als zentrales Feld der Daseinsvorsorge noch stärker erkennen und ihre Gestaltungsmöglichkeiten nutzen. Leitbild des Engagements der Städte ist die kommunale Bildungslandschaft im Sinne eines vernetzten Systems von Erziehung, Bildung und Betreuung.“ (Deutscher Städtetag, 2007) Damit werden die Schnittstellen zwischen Schule und Jugendhilfe adressiert und ein Verständnis von Bildung als Element der Daseinsvorsorge postuliert. Somit ist die Aachener Erklärung ein Meilenstein für eine stärkere, kommunal organisierte Vernetzung von Schule und Jugendhilfe.

Der Beitrag basiert auf einer Querauswertung mehrerer und analysiert, wie die Vernetzungsfunktion der Kommune gestaltet wird. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Kommunalverwaltung (Mesoebene) eine Vermittlungsfunktion zwischen den Rahmenbedingungen (Makroebene) und der konkreten Arbeit von Lehrkräften und Fachkräften der Jugendhilfe in der einzelnen Schule (Mikroebene) einnimmt.

 

Form ohne Gehalt? Zum Verhältnis von Infrastrukturgestaltung und Gesellschaftlichkeit im kommunalen Bildungsmanagement

Prof. Dr. Stephan Maykus
Hochschule Osnabrück

Aktuell etablieren Kommunalverwaltungen – so die These – ausgeprägt lebensweltabgewandte Rationalitätsformen, um ihren Anspruch auf die eigenständige Gestaltung von Bildungsinfrastrukturen zu untermauern. Kommunale Eigenständigkeit zieht als Maßstab Instrumente selbstreferentieller Steuerung nach sich, die ohne Klärungen ihrer Bedeutung und ihres Gegenstandes auskommen: und das ist Pädagogik als Praxis der Förderung von Bildungsprozessen. Stattdessen – und das möchte dieser Beitrag gesellschaftstheoretisch begründen (Habermas 1981) – ist kommunale Eigenaktivität zwischen System und Lebenswelt das passendere Gestaltungsziel, weil es Bildung erziehungswissenschaftlich als Gemeinwohldimension berücksichtigt und Strukturen raumreferentieller und sozial wirksamer Handlungskoordinierungen nach sich zieht. Das Bild einer durchsteuernden Administration mit kompetenzbezogener Eigenständigkeit weicht dann dem einer hörenden und antwortenden Administration, die aktive Äußerungsweisen kommunaler Gesellschaftlichkeit in Stadtteilen und Gemeinden fördert, aufnimmt und strukturbildend gestaltet. Die Bedeutung der Kommunalverwaltung für die Gestaltung von Bildungsangeboten lässt sich demnach an ihrer Rolle zur Eröffnung von Kommunikation in kommunalen Öffentlichkeiten bestimmen und in dem Maß, wie sie dabei Bildung als gesellschaftlichen Modus der Integration zwischen System und Lebenswelt versteht sowie ihre systemisch geprägten Instrumente, Formen und Arbeitsstrukturen hierauf abstimmt.

 

Veränderung der Schulinfrastruktur und kommunale Schulpolitik in Bayern und Baden-Württemberg: Handlungsoptionen und Koordination bei engen Spielräumen

Prof. Dr. Stefan Immerfall1, Prof. Dr. Rita Nikolai2
1PH Schwäbisch-Gmünd, 2Universität Augsburg

Dieser Beitrag beleuchtet die Handlungsfelder, den rechtlichen Rahmen und die zentralen Akteure kommunaler Bildungspolitik in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. Aus einer policy-orientierten Perspektive (Bogumil & Jann, 2020) wird der Beitrag die Handlungsspielräume und -optionen kommunaler Schulpolitik am Beispiel zweiter Kommunen in beiden Bundesländern untersuchen (Augsburg/Bayern und Schwäbisch Gmünd/Baden-Württemberg). Als bildungspolitisches Handlungsfeld konzentriert sich der Beitrag auf die Entwicklungen der Schulinfrastruktur öffentlicher und privater Schulen, basierend auf Analysen einer Schulenkarte( http://schulenkarte.wzb.eu/). Basis der anschließenden Analyse sind bildungspolitische Dokumente, die mit der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet werden. Um die Handlungsspielräume der Kommunen in beiden Bundesländern zu bestimmen, werden zunächst die Vorgaben in Schulgesetzen in beiden Bundesländern für den Zeitraum nach 2000 bis heute berücksichtigt. Für die Kommunen (zum Teil auch zugehörige Kreise) werden sodann bildungspolitische Themensetzungen (z. B. Infrastrukturmaßnahmen, Förderprojekt) und -konflikte (z. B. um Schulsprengel) analysiert. Herangezogen werden neben Interviews, teilnehmender Beobachtungen (Bildungsausschüsse, kommunale Bildungskonferenz und Fachtagungen) und die kommunale Bildungsstatistik. Überdies werden Presseberichterstattungen zur Schulinfrastruktur in zwei Lokalzeitungen (Augsburger Allgemeine, Rems-Zeitung) berücksichtigt.

 

Kommunale Bildungspolitik im Wandel?

Dr. Christian Brüggemann1, Björn Hermstein2, Prof. Dr. Rita Nikolai3
1Humboldt-Universität Berlin, 2Stadt Oberhausen, 3Universität Augsburg

Der kommunalen Ebene werden zunehmend Steuerungskompetenzen im Bildungsbereich zugeschrieben (e. g. BMBF 2015). Trotz einer Vielzahl an Begleitforschungen zu Projekten und Programmen ist ungeklärt, ob und inwiefern die neuen Aktivitäten in den tradierten Strukturen kommunaler Bildungsverwaltung und -politik produktiv aufgegriffen und verhandelt werden, also bildungsbezogene Entgrenzungen in den kommunalen Systemen fördern.

Um dieses Desiderat zu bearbeiten wird die Ebene kommunaler Bildungssystemgestaltung unter einer Institutionalisierungsperspektive untersucht. Der Beitrag analysiert hierzu mit einem kommunalen Schulausschuss eine zentrale Arena der institutionalisierten Konfrontation von Bildungsverwaltung und –politik. Im Rahmen einer Fallstudie zu einer kreisfreien Großstadt in NRW wird anhand einer inhaltsanalytischen Auswertung aller Schulausschussprotokolle der Jahre 2004 bis 2020 untersucht, ob sich Themen und Formen der Ausschussarbeit verändern. Gefragt wird erstens, inwiefern sich mit dem Aufkommen neuer Managementtechniken ein verändertes Selbstverständnis und gewandelte Aufmerksamkeiten für pädagogische Fragen seitens der kommunalen Bildungspolitik und -verwaltung feststellen lassen, zweitens, ob die kommunalpolitischen Verfahren und Entscheidungen im Zeitverlauf inhaltlich variieren und ob diese (drittens) stärker als zuvor durch Referenzen aus Bildungsmonitoring und -management beeinflusst werden. Die Inhaltsanalyse ist quantitativ und qualitativ angelegt.



 
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