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Sitzungsübersicht
Sitzung
Von der Suche nach Grenzen. Wie gestalten sich multiprofessionelle Kooperation in der schulischen Praxis und die darauf gerichtete Antizipation in der universitären Ausbildung?
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 07
910 4494 2285, 855189
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 4. Empirische Bildungsforschung, 14. Organisationspädagogik, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, Sektion 5, Kommission Professionsforschung und Lehrerbildung, qualitativ, quantitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Von der Suche nach Grenzen. Wie gestalten sich multiprofessionelle Kooperation in der schulischen Praxis und die darauf gerichtete Antizipation in der universitären Ausbildung?

Chair(s): Prof. Dr. Oliver Böhm-Kasper (Universität Bielefeld, Deutschland)

Im Rahmen multiprofessioneller Handlungen sind das Ringen um Zuständigkeiten und implizite Diskurse um Be- oder Entgrenzungen der jeweiligen professionellen Handlungsbereiche erkennbar. In der Arbeitsgruppe sollen daher vorliegende empirische Beobachtungen zur multiprofessionellen Kooperation in der schulischen Praxis mit den Forschungsbefunden aus multiprofessionell zusammengesetzten universitären Lehrveranstaltungen verglichen werden. Diskussionsleitend soll dabei die Frage sein, ob und inwieweit die vorgeschlagene dialektische Perspektive der „Zuständigkeitsdiffusität“ zu einer tragfähigen und verallgemeinerbaren Beschreibung der sowohl auf schulischer als auch auf hochschulischer Ebene beobachtbaren Ent- und Ausdifferenzierungsbewegungen beiträgt und was die in dieser Weise perspektivierten Befunde mit Blick auf die Entwicklung und/oder Professionalisierung der pädagogischen Berufe angesichts erweiterter Kooperationsanforderungen bedeuten.

 

Beiträge des Panels

 

Grenzfragen in der Kooperation unter Pädagog*innen

Prof. Dr. Katharina Kunze
Georg-August-Universität Göttingen

Die Rede von Ent- und Begrenzungen setzt die Bestimmbarkeit von Grenzen voraus. Inwieweit aber lässt sich – mit Blick auf die Zuständigkeiten der pädagogischen Berufe – überhaupt davon ausgehen, dass diese Bestimmbarkeit gegeben ist? Dieser Frage wird auf Basis der Befunde des Forschungsprojekts GAST („Vom Ganzen und der Summe seiner Teile. Rekonstruktionen zur Differenzierung beruflicher Zuständigkeiten in der schulischen Zusammenarbeit von Lehrkräften, Sozial- und Sonderpädagog*innen“) nachgegangen. Im Rahmen von GAST wurden über zwei Schuljahre hinweg insgesamt 92 audiographische Aufzeichnungen verschiedener so genannter ‚multiprofessioneller‘ Settings erhoben und rekonstruiert. Als methodologischer und theoretischer Bezugsrahmen diente eine strukturtheoretisch fundierte Forschungsperspektive, die mit einer im Kontext der Subjektivationsforschung etablierten anerkennungstheoretisch inspirierten Perspektive verknüpft wurde (vgl. Kunze, Bartmann & Silkenbeumer 2019). Unter systematischer Bezugnahme auf die anderen im Rahmen der AG präsentierten Forschungsbeiträge geht dieser Beitrag der Frage nach, wie sich die Dynamiken der Aushandlung und Bearbeitung von Zuständigkeitsfragen in konkreten multiprofessionellen Kooperationsgeschehen darstellen und welche Schlussfolgerungen sich aus dieser Sicht mit Blick auf die Frage nach den Grenzziehungen zwischen unterschiedlichen pädagogischen Berufsgruppen ergeben.

 

Multiprofessionelle Zusammenarbeit an Tagesschulen in der Schweiz – wenn Betreuung und Lehrpersonen Schule machen

Prof. Dr. Patricia Schuler
Pädagogische Hochschule Zürich

Tagesschulen, d.h. Schulen mit verbindlichen ausserunterrichtlichen Angeboten, gewinnen in der urbanen Schweiz zunehmend an Bedeutung (Chiapparini et al., 2016). Die professionelle Zusammenarbeit zwischen den schulischen und sozialpädagogischen Fachkräften gilt vor allem in Tagesschulen als zentrale Einflussgrösse für gelingende Schulentwicklung (Fischer et al., 2013; Olk, Speck & Stimpel, 2011). Gleichzeitig wird die Kooperation der verschiedenen Professionen als Spannungsfeld betrachtet (Merten & Kaegi, 2015; Böllert, 2008), wo hohe Erwartungen an eine gelingende Kooperationskultur in der Schule gestellt werden. Die bislang in der Schweiz empirisch kaum erforschte Kooperation zwischen den beiden Professionen werden aus dem abgeschlossenen SNF-Forschungsprojekt zu pädagogischen Zuständigkeiten an Tagesschulen (AusTEr, 2016) vorgestellt. Dazu werden die Fragen aufgegriffen, wie Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte die Zusammenarbeit wahrnehmen und welche Bezüge zum Professionalitätsverständnis hergestellt werden. Basierend auf 31 mit der Grounded Theory ausgewerteten narrativen Interviews mit schulischen und sozialpädagogischen Fachkräften lässt sich schliessen, dass sich in der Einführungsphase der Tagesschule die Zusammenarbeit sowohl als Zuständigkeitsdiffusion als auch als Delegation abzeichnet. Drei und sechs Jahre später zeigen sich weichere Grenziehungen zwischen den Professionen und eine Praxis der reflektierten Kooperation.

 

„…dass ich jetzt als Lehrer mich da nicht so gewappnet sehe, wie einen Schulsozialarbeiter“ - Zuständigkeiten und Erziehungsziele im Rahmen multiprofessioneller Kooperation aus Sicht Studierender des Lehramts und der Sozialen Arbeit

Lea Stahl, Johanna Valentin, Prof. Dr. Natalie Fischer, Prof. Dr. Hans-Peter Kuhn
Universität Kassel

Die Aufgabentrias der Schule, Bildung, Erziehung und Unterricht wird im Kontext inklusiver (Ganztags-)Schule von vielfältigen pädagogischen Akteur*innen ausgehandelt. Allerdings wird professionsübergreifende Kooperation in der Praxis aufgrund von strukturell unterschiedlichen Arbeitsbedingungen und Bildungsverständnissen sowie unklaren Zuständigkeiten häufig als schwierig erlebt (Isaksson & Larsson, 2017). Die Basis gelingender Kooperationsbeziehungen sollte daher möglichst in der Ausbildung der pädagogisch Tätigen geschaffen werden. Hier setzt das Projekt MuTiG mit der Realisierung multiprofessioneller Lernumgebungen für Studierende des Lehramts (LA) und der Sozialen Arbeit (SA) an (Valentin et al., 2019).

Der Kongressbeitrag fragt nach Positionierungen Studierender zu verschiedenen Bildungs- und Erziehungszielen der Schule. Vor dem Hintergrund der Zuständigkeitsdiffusitätsdebatte (Kunze, 2016) wird zudem überprüft, ob sich in der Praxis vorzufindende Be- und Abgrenzungstendenzen sowie Diffusitäten auch bei Studierenden zeigen.

Herangezogen werden Fragebogendaten von insgesamt 704 Studierenden der SA und des LA zur Wichtigkeit verschiedener Erziehungsziele und dem Anspruch, diese in Zukunft realisieren zu können. Zudem werden anhand von zwölf Gruppendiskussionen antizipierte Zuständigkeiten von Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen herausgearbeitet. Die Ergebnisse werden mit Blick auf Professionalisierungsanforderungen diskutiert.

 

Ent- und Begrenzungen pädagogischer Zuständigkeiten als Erfahrungsfeld und kritischer Reflexionsgegenstand in Ausbildung und Praxis

Prof. Dr. Oliver Böhm-Kasper, Dr. Vanessa Dizinger
Universität Bielefeld

Bereits in einer auf multiprofessionelle Kooperation ausgerichteten Hochschulbildung unter Einbezug von Lehrkräften, Sozial- und Sonderpädagog*innen lässt sich das von Kunze (2016) beschriebene Zuständigkeitsdiffusitätsproblem erkennen. Auch in dieser frühen Phase der Professionalisierung lassen sich Zuständigkeitsreklamationsbewegungen beobachten, die mit den in der Praxis vorfindbaren Positionierungen vergleichbar sind. Unser Beitrag basiert einerseits auf einer wissenschaftlich begleiteten Seminarreihe, in der Lehramtsstudierende sowie Studierende der Sozialen Arbeit gemeinsam das Thema ›Multiprofessionelle Kooperation‹ bearbeiten. Die sich daraus ergebenden Ergebnisse können andererseits mit Befunden aus einem Forschungsprojekt zur multiprofessionellen Kooperation an Ganztagsschulen verglichen werden. Beide Forschungsprojekte beinhalten Mixed-Methods-Designs mit entsprechenden quantitativen (z.B. Growth-Models) und qualitativen Auswertungverfahren (u.a. Gesprächsanalyse). Theoretischer Hintergrund sind dabei organisationspsychologische (Spieß 2004) und professionalisierungstheoretische Perspektiven (Kunze 2016) auf multiprofessionelle Kooperation. Die Zusammenschau beider Forschungsprojekte zeigt, dass sich die Fragilität und das Ringen um Be- und Entgrenzungen jeweiliger pädagogischer Zuständigkeiten bereits in der universitären Ausbildung und damit vor dem Eintritt in pädagogische Berufsfelder andeutet.



 
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