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Sitzungsübersicht
Sitzung
Be- vs. Entgrenzung durch Führung? – Rekonstruktionen von Führungspraktiken aus organisationspädagogischer Perspektive
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 02
995 4413 8632, 985735
Sitzungsthemen:
14. Organisationspädagogik, Ohne Kommission, qualitativ, Deutsch

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Präsentationen

Be- vs. Entgrenzung durch Führung? – Rekonstruktionen von Führungspraktiken aus organisationspädagogischer Perspektive

Chair(s): Prof. Dr. Anja Mensching (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland)

Diskutant*innen: Dr. Steffen Amling (Evangelische Hochschule Berlin)

Führung war im pädagogischen Diskurs ein lang vernachlässigtes Thema, obgleich Führungssituationen in pädagogischen Kontexten omnipräsent sind. Aus einer organisationspädagogischen Perspektive, die an aktuelle Diskurse der sozialwissenschaft­lichen Führungsforschung anschließt, wird Führung als soziale Praxis konzipiert. Die drei Vorträge, die unterschiedliche Grenzkonstitutionen fokussieren, rekonstruieren Führungspraktiken vor dem Hintergrund der Frage nach Be- und Entgrenzungen einerseits in verschiedenen Organisationen (Polizei, sozialen personenbezogenen Dienstleistungs­organisa­tio­nen, Schule) und andererseits aus der Perspektive unterschiedlicher Beteiligter (Führende, Geführte). Neben einem praxeologischen Führungsverständnis und der Analyse mittels der dokumentarischen Methode teilen die Vortragenden die Annahme, dass Führung ein wesentlicher Baustein eines reflektierten Verständnisses organisationalen Lernens ist und fragen nach Unterstützungsoptionen dieser Lernprozesse.

 

Beiträge des Panels

 

Führung als Grenzstellenfunktion – Alltagspraktiken des Führens in der Organisation Polizei

Prof. Dr. Anja Mensching
CAU Kiel

Grenzstellen sind nach Luhmann (1999) spezialisierte Funktionen in Organisationen, die deren Kontakt mit relevanten Umwelten regeln. Insbesondere Führungskräfte müssen sowohl Sinn- als auch Mitgliedschaftsgrenzen im Innen- wie im Außenverhältnis austarieren und dabei mit zuweilen unvereinbaren oder widersprüchlichen Erwartungen umgehen (lernen), um ihre Funktion, ‚Antenne‘ für Umweltveränderungen zu sein und diese in eine organisationsinterne Sprache zu übersetzen, mit dem Auftrag einer ‚idealen‘ Darstellung der eigenen Organisation nach außen zu vereinen und dabei auftretende Spannungen zu bewältigen. Empirisch basiert der Beitrag auf narrativen Interviews mit Polizist*innen im höheren Dienst der Polizei Niedersachsen, die nach ihrem Studium zum Aufstieg in den h.D. in erster Führungsfunktion sind. Die Datenmaterialien stammen aus der 1. Erhebungsphase eines insgesamt auf mindestens 12 Jahre angelegten Längsschnittprojektes, das die Führungserfahrungen (sowohl als Führende, als auch Geführte) und die jeweils favorisierten Führungspraktiken forschend begleitet. Der Fokus der Analyse für den Vortrag liegt dabei auf der Rekonstruktion des Umgangs mit Herausforderungen, die sich aus der Grenzstellenfunktion für die Führungskräfte ergeben und die Frage nach sich eröffnenden (organisationalen) Lernpotentialen, die organisationspädagogisch von Interesse sind.

Literatur:

Luhmann, Niklas (1999). Funktionen u. Folgen formaler Organisation. 5 Auflage. Berlin: Duncker & Humblot.

 

Die Entgrenzung der Führung? Eine Rekonstruktion veränderter Führungsbedingungen in sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen

Maike Tobies-Jungenkrüger
CAU Kiel

Führen in und jenseits von Organisationen ist omnipräsent und durch dynamische, komplexe Pro­zesse und wechselseitige Interaktionen geprägt. Insbesondere die gegen­wärtige Corona-Pandemie führt uns vor Augen, in wel­cher Komplexität sich unsere Lebens- und Arbeitswelt verändert. Diese räum­lichen, sozialen und zeitlichen Be- und Entgrenzungen werden zu einer zentralen Herausfor­de­rung und werfen unter anderem die Frage nach den Grenzen von Führung auf. Der Beitrag möchte an dieser Stelle anschließen; als empirische Grundlage dienen narrative Interviews mit Führungskräften verschiedener sozialer personenbezogener Dienstleis­tungsorganisationen, die ich aktuell im Rahmen meines Dissertationsprojektes erhebe. In diesen thematisieren einige der befragten Führungskräfte vielfäl­tige Anforderungssituationen, die sich immer mehr einer planvollen Steuerung entziehen; zuneh­mend die Geführten in den Mittelpunkt des Interesses rücken und mehr denn je erforderlich ma­chen, das eigene Führungsverständnis zu reflektieren.

In meinem Vortrag fokussiere ich die anhand des Datenmaterials rekonstruierte Führungspraxis unter sich verändernden (pandemischen) Bedingun­gen und diskutiere daran anschließend die Frage nach der Entgrenzung von Füh­rung, aber auch den sich darin eröffnenden Chancen eines erweiterten Führungsverständnisses.

 

Führung und Grenzen der Erwartbarkeit. Zur Rekonstruktion von Erwartungshaltungen gegenüber Schulleiter*innen

Prof. Dr. Stefanie Kessler
IU Internationale Hochschule

Wenn es um Führung geht, wird oft das ‚Bild’, welches sich Führungskräfte von Mitarbeitenden machen und das mit spezifischen Erwartungen verbunden ist, in den Vordergrund gestellt. Oder es wird ihr Führungsverständnis untersucht. Seltener wird dagegen in den Blick genommen, welche ‚Bilder‘ Mitarbeiter*innen von Führung und Führungskräften haben. In diesem Beitrag fokussiere ich daher die Führungsbilder von Lehrer*innen in der Organisation Schule und gehe der Frage nach, wie sie die Schulleiter*innen und deren Führungspraxis wahrnehmen und welche expliziten wie impliziten Erwartungshaltungen sich hierin dokumentieren.

Als empirische Grundlage dienen narrative Interviews mit Lehrer*innen zum Thema Demokratielehre in Politikunterricht und Schule, die ich im Rahmen meiner Dissertation (erscheint 2021) geführt habe. In diesen thematisierten einige Lehrer*innen auch die Schulleitung, die von ihnen als fordernd, jedoch wenig unterstützend, oder als grenzüberschreitend für ihre Demokratielehre erlebt wird. Dabei kommen ihre expliziten wie impliziten Erwartungshaltungen an Führung bzw. Führungshandeln der Schulleiter*innen zum Ausdruck. Im Anschluss an die mit der dokumentarischen Methode rekonstruierten Führungsbilder werde ich Grenzen der Erwartbarkeit bezogen auf Führung aus Mitarbeiter*innensicht sowie deren Bedeutung für ein reziprokes Führungsverhältnis diskutieren.



 
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