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Sitzungsübersicht
Sitzung
Konstruktionen von Weltgesellschaft in schulischen Kontexten Globalen Lehrens und Lernen
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 38
935 7689 8410, 315160
Sitzungsthemen:
3. Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft, Sektion 3, Kommission Interkulturelle Bildung, Sektion 3, Kommission Vergleichende und Internationale Erziehungswissenschaft, qualitativ, Deutsch

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Präsentationen
ID: 350
Arbeitsgruppe

Konstruktionen von Weltgesellschaft in schulischen Kontexten Globalen Lehrens und Lernen

Chair(s): Dr. Susanne Timm (Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Deutschland), Dr. Susanne Ress (Otto-Friedrich-Universität Bamberg)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Gregor Lang-Wojtasik (Pädagogische Hochschule Weingarten)

In einer zunehmend global-vernetzten und von Interdependenzen geprägten Gegenwart, die durch steigende Komplexität und Unsicherheit kennzeichnet ist, bedarf es der tiefgehenden Auseinandersetzung mit der Bedeutung und Bearbeitung weltgesellschaftlicher Zusammenhänge in Lern- und Bildungsprozessen. Für Schule bedeutet dies, dass das Denken in weltgesellschaftlichen Bezügen die Grundlage dafür darstellt, die Komplexität und Vernetzung einerseits zu begreifen und andererseits Handlungskompetenz für die Gestaltung und Mitwirkung an einer großen Transformation zu erlangen. Die Arbeitsgruppe stellt sich der Frage nach Konstruktionen von Weltgesellschaft in schulischen Kontexten Globalen Lehrens und Lernens. Sie verbindet Untersuchungen zu Vorstellungen und Praktiken zur Herstellung globaler Bezüge in schulischen Zusammenhängen, um aktuelle Relevanzsetzungen besser zu verstehen und davon ableitend zukünftige Ausrichtungen von Schule im Sinn des Globalen Lernens zu konturieren.

 

Beiträge des Panels

 

Komplexitätsreduktion – und Konstruktion - Beschreibungen weltgesellschaftlicher Zusammenhänge in der Handlungspraxis von Lehrkräften an weiterbildenden Schulen

Dorothea Taube
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Lehrkräfte weltweit sind gefordert, Fragestellungen im Unterricht zu bearbeiten, die durch Komplexität und Abstraktheit gekennzeichnet sind und in denen weltweite Zusammenhänge thematisiert werden. Bisher liegen für den deutschen Kontext allerdings kaum empirische Befunde dazu vor, wie Lehrkräfte dies in der Handlungspraxis umsetzen.

In dem Beitrag werden Befunde einer qualitativ-rekonstruktiven Studie vorgestellt, in der die Forschungsfrage leitend war, welche impliziten Wissensbestände sich in der Bearbeitung globaler Themen im Unterricht für die pädagogische Handlungspraxis von Lehrkräften bedeutsam zeigten. Die Datengrundlage der Studie bildeten 17 narrative Interviews mit Lehrkräften weiterbildender Schulen, die zu ihrer Handlungspraxis im Umgang mit globalen Themen befragt wurden. Aus den Beschreibungen konnten mit der dokumentarischen Methode handlungsleitende Orientierungen der Lehrkräfte entlang der Perspektive des Umgangs mit sozialer Komplexität globaler Themen rekonstruiert werden. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse zu den Konstruktionen von Weltgesellschaft, die dem Verständnis vom Unterrichtsgegenstand der Lehrkräfte zu Grunde liegen und sich idealtypisch zwischen dem Setzen von Eindeutigkeiten und der Konstruktion von Vielperspektivität bewegen. Weiterhin werden Zusammenhänge zwischen den Beschreibungen von Weltgesellschaft und den Schwerpunktsetzungen in der didaktischen Umsetzung aufgezeigt.

 

Weltgesellschaftliches schulisches Lernen in Migrationskontexten: Anregungen aus demokratiebezogenen Orientierungen von Menschen in Deutschland mit türkischem Hintergrund

Emmer Demorel, Dr. Caroline Rau, Prof. Dr. Annette Scheunpflug
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

In diesem Beitrag wird das Anregungspotenzial für didaktische Überlegungen zu weltgesellschaftlicher Bildung in Migrationskontexten aus empirischen Daten zu demokratiebezogenen Orientierungen diskutiert. Ausgangspunkt sind die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zu demokratiebezogenen und weltbürgerlichen Orientierungen von Menschen in Deutschland mit türkischem Hintergrund, einer Bevölkerungsgruppe, die sich im Jahr 2017 mehrheitlich für Änderungen ausgesprochen hatte, die einen Abbau demokratischer Strukturen in der Türkei bedeuten. Die Daten wurden als narrative Einzelinterviews (N=22) erhoben, rekonstruktiv ausgewertet und in einer sinngenetischen Typenbildung verdichtet. Die Befunde zeigen Erwartungserwartungen (Luhmann), die spezifische weltgesellschaftlichen Orientierungen sowie Vorstellungen zu gesellschaftlicher Partizipation erkennen lassen. Der Beitrag fragt nach dem didaktischen Anregungspotenzial dieser Befunde für die schulische politische Bildung, v.a. hinsichtlich eines Verständnisses der Globalisierung und Kultur(en) sowie von Formen gesellschaftlicher Partizipation.

 

Klimawandel und Religiosität: ein internationaler, fächerübergreifender Vergleich von Schulbüchern hinsichtlich der darin dargestellten Mensch-Umwelt-Beziehung

Evi Plötz1, Dr. Susanne Ress1, Vera Centeno2
1Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2Tampere University, Finnland

Der Klimawandel stellt eine der größten Herausforderungen für die Menschheit des 21. Jahrhunderts dar. Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen sollen junge Menschen darauf vorbereiten, mit Klimawandel und daraus resultierenden Umweltveränderungen umzugehen und nachhaltige und umweltfreundliche Lebensweise zu entwickeln. Dabei stellt sich die Frage nach der Passung zwischen offiziellen Lehrplaninhalten und den Alltagserfahrungen Jugendlicher. Außerdem machen religiöse Überzeugungen einen beachtlichen Anteil des Weltbildes von Jugendlichen aus. Bisher besteht jedoch wenig systematische Forschung zu den Vorstellungen von Klima- und Umweltveränderungen sowie eingebettete Mensch-Umwelt-Verhältnisse und religiösen Weltanschauung in offiziellen Lehrmaterialien. Der Beitrag berichtet Befunde zu den Vorstellungen von Mensch-Umwelt-Beziehungen in einem fächerübergreifenden und internationalen Vergleich von Schulbüchern der 8. Klasse aus Ghana, Malawi, Deutschland und Finnland. Die Analyse konzentriert sich auf Darstellungen religiöser und weltanschaulicher Aspekte. Bereits begonnenen Analysen der Malawi/Ghana-Materialien zeigen einen Fokus auf wirtschaftlich-utilitaristische Vorstellungen wobei alternative Weltanschauungen kaum berücksichtigt werden. Der Beitrag erweitert und reflektiert diese Befunde.

 

Differenzkonstruktionen als Zugang zu weltgesellschaftlichen Verständnishorizonten bei Lehramtsstudierenden: Empirische Ergebnisse international vergleichender Studien

Dr. Susanne Timm1, Dr. Mervi Kaukko2, Dr. Inkeri Rissanen2, Dr. Katri Jokikokko3
1Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2Tampere University, Finnland, 3Oulu University, Finnland

Professionelles Handeln im schulischen Kontext ist voraussetzungsreich und in den Kontext kultureller Mannigfaltigkeit und Hybridität gestellt. Dies reflexiv einzuholen und einen fluiden Zugang zu Differenzkonstruktionen zu gewinnen, sind Anforderungen, die aus einer weltgesellschaftlich orientierten Zielstellung für zukunftsfähiges Lehren resultieren. In diesem Beitrag stehen Lehramtsstudierende als zukünftige schulische Akteure im Mittelpunkt. Fokussiert werden ihre Orientierungen in Bezug auf Diversität und damit die reflexiv einzuholenden Grundlagen der eigenen Praxen der Differenzkonstruktion in der Weltgesellschaft.

Es werden Ergebnisse aus einer zweiteiligen deutsch-finnischen Studie vorgestellt: In Deutschland und Finnland wurden auf der Grundlage von dokumentarisch ausgewerteten Gruppendiskussionen (N=41) handlungsleitende Orientierungen Lehramtsstudierender im Feld kulturellen Professionshandelns rekonstruiert. Für das zweite Teilprojekt wurden in Finnland und Deutschland implizite Überzeugungen von Lehramtsstudierenden untersucht (N>600). Der Fokus lag auf den Überzeugungen zur Formbarkeit von Individuen und Gruppen und deren Zusammenhang zu ihrer Ausrichtung auf Unterrichten im Kontext von Vielfalt. Das verbindende zentrale Ziel ist es, Erkenntnisse zum Verständnis von Differenzen und den Modi ihrer Konstruktion bei Lehramtsstudierenden zu generieren, und ihre Relationierung zur Handlungsfundierungen weltgesellschaftlich professionellen Handelns aufzuzeigen.



 
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