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Sitzungsübersicht
Sitzung
Doing Transitions: Herstellung und Verhandlung von Grenzen und Zugehörigkeiten an Übergängen
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 17
974 8805 4588, 362588
Sitzungsthemen:
9. Erwachsenenbildung, Ohne Kommission, qualitativ, theoretisch, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung

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Präsentationen

Doing Transitions: Herstellung und Verhandlung von Grenzen und Zugehörigkeiten an Übergängen

Chair(s): Dr. Anna Wanka (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Diskutant*innen: Dr. Kerstin Meißner (Technische Universität Chemnitz)

Übergänge lassen sich als Prozesse verstehen, in denen sozial konstruierte Grenzen überschritten, verschoben und (de-)konstruiert werden. Vollzogen innerhalb sozialer, institutioneller und diskursiver Ordnungen, gehen sie mit sich verändernden Zugehörigkeitsverhältnissen einher. Die Arbeitsgruppe „Doing Transitions“ stellt die Hervorbringung von Übergängen durch Grenzziehungen und damit einhergehende (Nicht-)Zugehörigkeiten in den Vordergrund. Mit Blick auf unterschiedliche Lebensalter sowie Phänomene, die quer zu Alterskohorten liegen, eröffnet die Arbeitsgruppe drei Perspektiven zur Erforschung von Ent- und Begrenzungen in Übergangsprozessen: Wie werden kontingente Grenzen durch Übergänge überschritten? Wie werden Zugehörigkeiten ausgehandelt? Wie werden Übergänge selbst durch Grenzziehungen in der Forschung mit hervorgebracht? Diese Fragen werden anhand empirischer Forschungsprojekte diskutiert, um so einen Beitrag zur erziehungswissenschaftlichen Übergangsforschung zu leisten.

 

Beiträge des Panels

 

The messy crossings of career and national boundaries in adulthood

Elisa Thevenot1, Michael Bernhard2
1Eberhard Karls Universität Tübingen, 2Goethe-Universität Frankfurt am Main

This presentation focuses on transitions in adulthood across socially constructed boundaries and the associated individual transformations. Drawing on qualitative data from interviews with individuals crossing careers in the context of the environmental sustainable movement, as well as those engaging with international boundaries, this contribution intends to illustrate the shifting and blurring of boundaries. Growing concerns for our environment is reorganizing individuals’ priorities and habits, for some going so far as to question the purpose behind one’s professional activity and with it, the classical work/life balance boundaries. Crossing, renegotiating and negating boundaries of a different kind comes into focus when studying transnational mobility from a “doing migration” (Amelina) perspective. Against the backdrop of the ambivalences in the Canadian migration discourse and social reality, the potential for individuals’ learning and transformation when engaging with borders will be explored. In both cases, the difficulty to fully disengage from previous practices while acquiring and stabilizing others, sometimes contradictory ones, make for interesting narratives, mirroring well the current societal transformations. From an individual perspective leaving doors opened for in-betweenness, partial or simultaneous affiliation, which Bhabha called Hybridity, embodies the process of erosion of previously unquestioned borders.

 

Diskursive Ordnungsräume. Versuch einer reflexiven Ent/grenz/ung im Forschungsprozess

Natascha Shalutkevich
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Im frühkindlichen Übergang in die Schule werden Grenzziehungen durch Adressierungspraktiken vollzogen und damit (Un-)Zugehörigkeiten von Kindern als Zielgruppe pädagogischen Handelns produziert und verhandelt. Wer als “schulfähig” gilt und welche Normalitätsvorstellungen damit verbunden sind, wird von diskursiven Ordnungen bestimmt. Durch die Betrachtung von Kindheitskonstruktionen, die am pädagogisch initiierten und begleiteten Übergang in die Schule wirksam werden, sollen die diskursiven Zuschreibungs- und Grenzziehungsprozesse exemplarisch an einigen zentralen bildungspolitischen Texten vorgestellt und kritisch diskutiert werden. Unter der Leitfrage, wie der Übergang vom Kindergartenkind zum Schulkind diskursiv verhandelt und gedeutet wird, soll die Bedeutung solcher Grenzziehungen für kindliche Bildungsprozesse näher beleuchtet werden, indem besonders auf die Deutungsformen des Lernbegriffs als ein zentraler Referenzrahmen im institutionell regulierten Übergang der Lebensphase Kindheit näher eingegangen wird. Neben dem Fokus auf die diskursiv wandelbaren Deutungsmuster von Rollenerwartungen und die damit einhergehenden Adressierungspraktiken im frühkindlichen Bildungskontext, soll zudem das Potenzial des diskursanalytischen Forschungszugangs im Hinblick auf die eigene Zugehörigkeit der Forschenden zu bestimmten Diskursfeldern und damit hinsichtlich der Konstruktions- und Grenzziehungsleistungen im Forschungsprozess reflektiert werden.

 

Becoming Academic: Bildungsaufsteiger:innen als Grenzgänger:innen

Flora Petrik
Eberhard Karls Universität Tübingen

Der Übergang in die Universität scheint zwar mit dem Erhalt des Zulassungsbescheids abgeschlossen, ist jedoch vielfach mit unsichtbaren Grenzen verbunden – insbesondere für Studierende, die nicht bereits aus einem Akademiker:innenhaushalt kommen. Sie überschreiten mit der Aufnahme eines Studiums nicht nur institutionelle Grenzen, sondern auch Milieugrenzen. Dass dieser Aufstieg steinig bleibt, auch wenn das Eintrittsticket in die Universität bereits erworben ist, zeigen zahlreiche aktuelle Forschungsarbeiten. So werden im Kontext der Aufnahme eines Studiums nicht nur Identitäten gestiftet und Bildungsabschlüsse erworben, sondern auch Grenzen gezogen und hierarchische Ordnungen etabliert, die über die Anerkennung von Subjekten entscheiden. Der Beitrag rückt – vor dem Hintergrund der fortwährenden Bedeutung des Herkunftsmilieus für die Bildungslaufbahn – die Praktiken von Bildungsaufsteiger:innen beim Überschreiten von Milieugrenzen ins Zentrum. Zur Untersuchung der Praktiken des Bildungsaufstiegs, des ‘becoming academic’, wird mittels verschiedener qualitativer Forschungsmethoden erhobenes empirisches Material herangezogen. Ins Zentrum rücken somit nicht die individuellen Geschichten von Aufsteiger:innen, sondern die Frage nach Praktiken und Prozesse, die das Werden eines akademischen Subjekts rahmen.

 

Linking Ages: Eine reflexive Perspektivierung zur Konstruktion von Altersgrenzen in Kindheits- und Alternsforschung

Dr. Anna Wanka1, Tabea Freutel-Funke2
1Goethe-Universität Frankfurt am Main, 2Eberhard Karls Universität Tübingen

Erwachsenheit gilt in vielen westlichen Gesellschaften als Voraussetzung für die vollwertige Mitgliedschaft und Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft. Alle, die sich außerhalb der Grenzen der Erwachsenheit befinden – also Kinder und ältere Menschen – werden somit „verbesondert”. Dies spiegelt sich auch in der Alterns- und Kindheitsforschung wider. Beiden Forschungsfeldern inhärent ist ein ambivalentes Spannungsverhältnis zwischen Vulnerabilität/Resilienz, Handlungsfähigkeit/Fremdbestimmtheit und Macht/Ohnmacht in der Konstruktion ihres Gegenstands. Während der Fokus bei Übergängen in der Kindheit häufig auf einem Zugewinn an Handlungsfähigkeit liegt, werden bei Übergängen im Alter eher deren Verlust fokussiert. Als Gegenentwurf wird im Beitrag die Perspektivierung „Linking Ages“ vorgestellt, die Alter als relationale Differenzkategorie begreift und aufzeigt, wie Kindheits- und Alternsforschung selber zu ihrer Konstruktion beitragen. Anhand von empirischem Material aus zwei Forschungsprojekten zu Übergängen, von denen jeweils eines in der Kindheits- und eines in der Alternsforschung angesiedelt ist, zeigen wir das Potenzial einer Interpretation „unter anderen Vorzeichen” auf und fragen, was wir sehen, wenn wir Empirie aus der Alternsforschung aus der Perspektive der Kindheitsforschung analysieren und vice versa. Abschließend skizzieren wir „Linking Ages” als methodologisch-reflexive Perspektivierung für die erziehungswissenschaftliche Übergangsforschung.

 

Übergangsforschung als Grenzziehungspraktiken anhand einer Studie zu Gender Transitionen

Louka Maju Goetzke
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Geschlechterübergänge – Gender Transitionen – zeichnen sich durch das Überschreiten der Grenzen aus, die die binären Geschlechter Mann und Frau in einer Kultur der Zweigeschlechtlichkeit umreißen. Gleichzeitig wird das Phänomen durch Grenzziehungsprozesse (wie ein Outing oder Namenswechsel) hervorgebracht. Teil dieser Grenzziehungsprozesse ist die Forschungspraktik, denn auch die forschende Person, ausgewählte Methoden, Konzepte und die Infrastruktur der Forschung formen das untersuchte Phänomen.

Anhand eines qualitativen Forschungsprojekts zu geschlechtlichen Transitionsprozessen wird in diesem Beitrag skizziert, wie die verschiedenen Grenzziehungsprozesse empirisch ausgelotet werden können. Im Fokus steht die Frage, was es für die Erforschung eines Übergangs bedeutet, Forschen als Praktik der Grenzziehung als ko-konstitutiver Teil eines untersuchten Übergangs zu fassen und welche Implikationen eine solche Perspektive für eine reflexive Übergangsforschung hat. Anstatt Reifizierungsprozesse zu minimieren, steht im Fokus, Forschungsprozesse selbst in der Forschung genealogisch nachzuvollziehen und als Teil der Analyse zu verstehen. Dies beinhaltet auch eine Reflexion der Position der forschenden Person, ihrer Beziehung zum Forschungsgegenstand und das Gewordensein des Forschungsprojekts, zeitliche und materielle Bedingungen und Beziehungen zu anderen (Forschungswerkstätten, Interpretationsgruppen, Austauschpartner:innen), die an der Forschungsaktivität beteiligt sind.



 
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