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Sitzungsübersicht
Sitzung
„Erziehung nach Auschwitz“ und trans|nationale Wissenspraktiken. Erziehungswissenschaftliche Einsätze zur Erforschung des Pädagogischen in Kontexten der Geschichtsvermittlung
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
9:00 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 15
926 3007 8513, 173066
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, Sektion 2, Kommission Bildungs- und Erziehungsphilosophie, Sektion 2, Kommission Pädagogische Anthropologie, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

„Erziehung nach Auschwitz“ und trans|nationale Wissenspraktiken. Erziehungswissenschaftliche Einsätze zur Erforschung des Pädagogischen in Kontexten der Geschichtsvermittlung

Chair(s): Prof. Dr. Wolfgang Meseth (Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland), Prof. Dr. Nicolas Engel (Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Markus Rieger-Ladich (Universität Tübingen, Deutschland)

Unter den Vorzeichen eines Wiedererstarkens antisemitischer und rechtsextremer Positionierungen sieht sich die trans|nationalisierte Erinnerungskultur vor neuen Herausforderungen gestellt. Differente Erzählungen von Geschichte (Rothberg 2009; xxx) fordern nicht nur das master narrative nationaler Geschichtspolitiken heraus. In pädagogischen Vermittlungskontexten zeigen sich diese Narrative als multiperspektivische Wissenspraktiken, die auch das Selbstverständnis einer „Erziehung nach Auschwitz“ (Adorno) irritieren und provozieren (Andresen/Nittel/Thompson 2019). Die Frage, wie es gelingen kann, die institutionell und organisational gerahmte Praxis der Geschichtsvermittlung gegenstandsangemessen zu erforschen, soll an ausgewählten erziehungswissenschaftlichen Studien und ihren theoretischen Konzepten (Annerkennungstheorie und Rassismuskritik) ausgelotet und vor dem Hintergrund kulturwissenschaftlicher Forschungsperspektiven auf Erinnerungskultur diskutiert werden.

 

Beiträge des Panels

 

Was bedeutet: Transkulturelle Erinnerung

Prof. Dr. Astrid Erll
Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland

In diesem Vortrag geht es um eine Geschichte des Begriffs ‚transkulturelle Erinnerung‘ (transcultural memory), seine verschiedenen Spielarten im interdisziplinären Feld der Memory Studies und deren Bedeutung für Holocaust Education in Zeiten globaler Kommunikation und Migration. Vorgestellt und kritisch diskutiert werden dabei u.a. Natan Sznaiders und Daniel Levys Konzept kosmopolitischer Erinnerung, Alison Landsbergs prosthetic memory, Marianne Hirschs postmemory, Michael Rothbergs multidirectional memory, Ergebnisse eines EU COST Forschungsnetzwerkes zu transkultureller Erinnerung in Europa sowie mein eigenes Konzept des travelling memory. Gefragt wird dabei, wie diese theoretischen Konzepte dabei helfen können, aktuell festgefahrene Diskussionen zum Verhältnis von Postcolonial Studies und Holocaust Studies (vgl. die causa Mbembe oder die Diskussionen um die deutsche Übersetzung von Rothbergs Multidirektionale Erinnerung, Metropol 2020) produktiv voranzubringen.

 

Begrenzungen der Anerkennung in der Gedenkstättenpädagogik

Dr. Paul Vehse
Universität Flensburg, Deutschland

Der Beitrag präsentiert Ergebnisse einer qualitativ-rekonstruktiven Studie, in der pädagogische Rundgänge in bundesdeutschen KZ-Gedenkstätten untersucht und anerkennungstheoretisch (Honneth 2003; Butler 2001; Balzer&Ricken 2010) reflektiert wurden. Aufgrund einer Verschränkung diskursiver Elemente (Erinnerungsdiskurs um die „vergessenen Opfer“), institutioneller Elemente („Winkeltafel“ als Ausstellungstück) und pädagogischer Praxen (Rundgänge) bietet die Studie methodologische Anknüpfungspunkte für die Erforschung institutionell gerahmter Vermittlungspraktiken. Inhaltlich zeigt der Beitrag anhand von empirischen Beispielen, wie der Erinnerungsdiskurs über den Imperativ der Anerkennung in der Praxis Ausschlüsse produziert. Diese Begrenzungen der Anerkennung werden als Strukturproblematik der Anerkennung beschrieben (Balzer&Ricken 2010). Anschließend werden die Ergebnisse an die Frage nach den Herausforderungen einer Wissensvermittlung in einer trans|nationalen Migrationsgesellschaft rückgebunden. Es wird gezeigt, wie der Fokus auf Anerkennung eine aus migrationspädagogischer Perspektive (Mecheril et al. 2010) angezeigte Thematisierung von Rassismus und Antisemitismus empfindlich begrenzt. Damit werfen die Ergebnisse für das Symposium die Frage auf, inwieweit die gedenkstättenpädagogische Praxis mit ihrem an einem deutschen Erinnerungsdiskurs orientierten master narrative bisher durch transnationale Diskurse überhaupt irritiert worden ist.

 

Migrationspädagogische Kritik an ‚deutscher‘ Erinnerungskultur

Dr. Yalız Akbaba, Prof. Dr. Constantin Wagner
Universität Mainz, Deutschland

Deutsche Erinnerungskultur wird auch als Inszenierung nationaler Selbstläuterung, Renationalisierung und als jüdische Perspektiven auslassend kritisiert (vgl. u.a. Mendel/Rhein/Uhlig 2019). Der Vortrag schließt an diese Kritik aus migrationspädagogischer Perspektive an und präsentiert empirische Ergebnisse zur Frage, wie Erinnerungspädagogik in einer Gruppe mit vielfältigen Zugehörigkeiten verlaufen kann (vgl. Messerschmidt 2019). In einem rekonstruktiven Zugriff analysieren wir ethnografische Beobachtungsprotokolle einer mehrtägigen Studierendenexkursion zu einem NS-Dokumentationszentrum. Die Beschäftigung mit aktuellem Rassismus und der Shoa an einem Erinnerungsort zeigt verschiedene Geltungskonflikte zwischen dominanten Wissensansprüchen und marginalisierten Narrativen auf. Zugleich eröffnet der Beitrag eine Perspektive auf kritische Potentiale rekonstruktiver Forschung.



 
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