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Sitzungsübersicht
Sitzung
Lernchancen für Praxislehrpersonen und Studierende im (Langzeit-)Praktikum – und ihre Grenzen
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
9:00 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 30

978 8578 1370, 349313
Sitzungsthemen:
4. Empirische Bildungsforschung, 9. Erwachsenenbildung, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, Sektion 5, Kommission Professionsforschung und Lehrerbildung, qualitativ, quantitativ, Deutsch

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Präsentationen

Lernchancen für Praxislehrpersonen und Studierende im (Langzeit-)Praktikum – und ihre Grenzen

Chair(s): Prof. Dr. Daniela Freisler-Mühlemann (Pädagogische Hochschule Bern, Schweiz), Prof. Dr. Tina Hascher (Universität Bern)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Colin Cramer (Universität Tübingen)

Praktika gelten als zentrales Element in der Lehrer:innenbildung, da ihnen eine hohe Bedeutung für die professionelle Entwicklung zugeschrieben wird (Arnold et al., 2014). Trotz zahlreicher Lerngelegenheiten scheinen Praktika auch Grenzen gesetzt, insbesondere was ihre Wirksamkeit anbelangt (Hascher, 2011). Das Symposium greift dieses Spannungsfeld auf und diskutiert Chancen und Hindernisse für das Lernen im Praktikum. Der Lernerfolg von Praktika hängt von den strukturellen Rahmenbedingungen, sowie deren Einbettung ins Studium und der hochschulischen und schulischen Lernbegleitung ab. Im Symposium werden diese Aspekte in unterschiedlichen Kontexten berücksichtigt. Die pandemiebedingt veränderten Rahmenbedingungen von Praktika, die Umsetzung von kohärenter Hochschulbildung durch Praxislehrpersonen, die adaptive Lernbegleitung in der schulpraktischen Ausbildung sowie der Einsatz von Eigen- und Fremdvideos für die Entwicklung professioneller Unterrichtswahrnehmung werden thematisiert.

 

Beiträge des Panels

 

Begrenzungen und Entgrenzungen von Lernchancen unter Bedingungen einer erzwungenen „digitalen“ Praktikumsgestaltung anlässlich der Schulschließungen wegen der COVID19-Pandemie

Dr. Mishela Ivanova, Prof. Dr. Gerda Hagenauer, Dr. Andreas Bach, Prof. Dr. Daniela Martinek, Prof. Dr. Franz Hofmann, Matteo Carmignola
Paris-Lodron-Universität Salzburg

Seit dem Ausbruch der COVID19--Pandemie verlaufen Schulpraktika in vielen europäischen Ländern und so auch in Österreich, sofern sie überhaupt stattfinden können, unter veränderten Bedingungen. An vielen Schulstandorten konnten viele Monate keine Präsenzpraktika stattfinden, Schulunterricht und Praktikumsgestaltung mussten auf digitale Formate umgestellt werden (Carillo & Flores, 2020). Für Lehramtsstudierende gehen diese veränderten Bedingungen mit Begrenzungen und auch mit Entgrenzungen von Lernchancen einher. Den im ‚Distance-Praktikum‘ nicht möglichen Lerngelegenheiten und den neu entstandenen Lernmöglichkeiten möchten wir uns in unserem Beitrag widmen.

Die Daten für den empirischen Beitrag stammen aus einer offenen Befragung an einer österreichischen Universität im Wintersemester 2020/21, bei der die Konzepte und Formate des Distance-Praktikums in den Blick genommen wurden (N=213). Es wurde untersucht, welche Praktikumsformate unter den Bedingungen des Fernunterrichts angewendet wurden, wie die Lehramtsstudierenden die Praktika unter diesen veränderten Bedingungen bewerten, über welche Schwierigkeiten und Herausforderungen sie berichten und welche neue Lernchancen sie erkennen. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf die Ausgestaltung von Praxisphasen in der Lehrer:innenbildung im Zuge zunehmender Digitalisierung diskutiert und erlauben Schlussfolgerungen auch für die Zeit nach dem Corona bedingten Distanzunterricht.

 

Grenzen in der Umsetzung von Praktikumsvorgaben

Dr. Anja Winkler1, Prof. Dr. Daniela Freisler-Mühlemann1, Prof. Dr. Tina Hascher2, Christiane Ammann1
1Pädagogische Hochschule Bern, 2Universität Bern

In der Lehrer:innenbildung nimmt die Ausbildung in der Praxis einen zentralen Stellenwert ein. Theoretische Inhalte in konkreten Unterrichtssituationen umzusetzen und mit der Praxislehrperson zu reflektieren, ist eine wichtige Lernchance (Arnold et al., 2014). Dabei nehmen Praxislehrpersonen unterschiedliche Rollen ein. In der kohärenten Umsetzung von Hochschulbildung werden Grenzen sichtbar. Unser Beitrag geht möglichen Grenzen in der Umsetzung von Hochschulbildung im Langzeitpraktikum nach und fragt nach deren Bedeutung für die Lernchancen von Praxislehrpersonen.

Mittels Leitfadeninterviews wurden 17 Praxislehrpersonen der Hochschule XX in unterschiedlichen Funktionen zu ihren Lernchancen bei der Betreuung von Langzeitpraktika befragt. Die Interviews wurden mit der strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet (Kuckartz, 2018).

Die Ergebnisse lassen darauf schliessen, dass Praxislehrpersonen neben ihren beiden Rollen (Lernbegleitung von Schüler:innen und Studierenden) im Langzeitpraktikum kaum die Möglichkeit haben, ihr professionelles Wissen aktuell zu halten. Auch Unterschiede in der Funktion der Praxislehrpersonen werden deutlich: Praxislehrpersonen mit vertiefter Weiterbildung verstehen sich eher als Mitlernende im Praktikum und möchten ihren Unterricht ko-konstruktiv weiterentwickeln.

 

Adaptive Lernbegleitung im Praxissemester? Eine empirische Untersuchung zu Wahrnehmungen und Einstellungen von Praxislehrpersonen und Studierenden

Maria Hauswald, Prof. Dr. Alexander Gröschner
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Lernbegleitung gilt als zentrales Element der Wirksamkeit von schulpraktischen Studien (Gröschner & Hascher, 2019). Dabei spielen sowohl schulische als auch universitäre Begleitansätze eine Rolle. Studien zeigen, dass adaptive Lernbegleitung als zielgerichtete Anpassung der Unterstützungsansätze von Praxislehrpersonen an die Bedürfnisse von Studierenden, als lernförderlich betrachtet wird (van Ginkel et al., 2015). Im deutschsprachigen Raum fehlen jedoch empirische Untersuchungen, die Ansätze der adaptiven Lernbegleitung bei Praxislehrpersonen sowie Studierenden beschreiben und im Kontext der professionsbezogenen Lerngelegenheiten (insb. zu Unterrichten) in den Blick nehmen (Ulrich et al., 2020).

Im Rahmen des BMBF-Projekts „Digitale Lerngemeinschaften zur kohärenten Lernbegleitung im Jenaer Modell der Lehrerbildung“ wurden (1) 6 Praxislehrpersonen in Einzelinterviews und (2) 200 Studierende im Praxissemester mittels Fragebogen zur Wahrnehmung adaptiver Lernbegleitung befragt. Erste Analysen weisen darauf hin, dass Praxislehrpersonen wenig adaptive Facetten der Lernbegleitung fokussieren und Studierende zu Beginn des Praktikums eher „instrumentelle“ Aspekte favorisieren, jedoch mit Zunahme eigener Unterrichtsversuche mehr adaptive Unterstützung wünschen. Ausstehende Profilanalysen sollen Aufschluss über differenzielle Effekte der Wahrnehmung adaptiver Lernbegleitung zu professionsbezogenen Lerngelegenheiten geben. Im Rahmen des Vortrags werden erste Ergebnisse präsentiert.

 

Zur Förderung professioneller Unterrichtswahrnehmung – Analysen zum Potenzial von Eigen- und Fremdvideos im Praxissemester

Prof. Dr. Ulrike Weyland, Verena Oestermann, Wilhelm Koschel
Universität Münster

Die Fähigkeit zur professionellen Unterrichtswahrnehmung gilt als wesentlicher Bestandteil von Lehrer:innenprofessionalität (Blömeke et al., 2015; Kunter et al., 2013). Um diese Fähigkeit bei angehenden Lehrpersonen bereits während des Studiums zu fördern, wird zunehmend auf die Einbindung von Unterrichtsvideos, auch im Zusammenhang mit Praxisphasen, gesetzt.

Die Wirkung von Unterrichtsvideos wird seit einigen Jahren in interdisziplinären Projektgruppen an der WWU Münster in unterschiedlichen Kontexten erforscht (Koschel & Weyland, 2020a; Gold et al., 2017). Je nach hochschuldidaktischer Einbindung der Videos kann von einem hohen positiven Lerneffekt ausgegangen werden (Koschel & Weyland, 2020b).

Im Rahmen einer aktuellen Interventionsstudie wird das Praxissemester mit der Analyse von Eigenvideos der Studierenden zu ihrem durchgeführten Unterricht verknüpft. In einem Prä-Post-Kontrollgruppen-Design sollen Erkenntnisse hinsichtlich des Potenzials von Eigenvideos zur Förderung professioneller Unterrichtswahrnehmung im Praxissemester gewonnen werden. Im vorliegenden Beitrag werden hierzu erste empirische Ergebnisse vorgestellt und mit den Ergebnissen aus abgeschlossenen Projekten mit Fremdvideos verglichen (Koschel, 2021). In diesem Zusammenhang wird auch auf die eigens hierfür entwickelten und validierten Messinstrumente eingegangen. Der Beitrag schließt mit Implikationen für die Gestaltung des Praxissemesters unter Berücksichtigung der Chancen und Grenzen des Videoeinsatzes.



 
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