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Sitzungsübersicht
Sitzung
Transmigration und Place-Making geflüchteter Kinder und Jugendlicher - Methodologisch-methodische Herausforderungen des Forschens mit jungen Geflüchteten und Ergebnisse ausgewählter qualitativer Studien
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
9:00 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 35
948 2531 6752, 565138
Sitzungsthemen:
3. Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft, 8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 3, Kommission Interkulturelle Bildung, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, qualitativ, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung

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Präsentationen

Transmigration und Place-Making geflüchteter Kinder und Jugendlicher - Methodologisch-methodische Herausforderungen des Forschens mit jungen Geflüchteten und Ergebnisse ausgewählter qualitativer Studien

Chair(s): Prof. Dr. Charlotte Röhner (Goethe Universität Frankfurt, Deutschland)

Bei den grenzüberschreitenden Migrationsprozessen im 21. Jahrhundert handelt es sich um Erscheinungsformen von Migration, in welchen transnationale Sozialräume durch mehrere Wohn- und Lebensorte an verschiedenen geographischen Standorten aufgespannt werden. Die im Symposium versammelten Beiträge greifen subjektivierungstheoretische, praxistheoretische und raumtheoretische Perspektiven auf, um die Umgangsweisen von Kindern und Jugendlichen mit Herausforderungen im Kontext von (Flucht-)Migrationsprozessen herauszuarbeiten. Dabei werden die Selbst- und Fremdpositionierungen migrierter Kinder und Jugendlicher in den zugewiesenen Räumen der jeweiligen Zuwanderungsgesellschaft und die damit verbundenen sozialen Ein- und Ausschlussprozesse fokussiert. Dies wird auf der Grundlage ausgewählter qualitativ-empirischer Studien in Malta, Deutschland und Griechenland untersucht und im Hinblick auf die damit verbundenen forschungsmethodologisch-ethischen Dimensionen reflektiert.

 

Beiträge des Panels

 

Gekommen, um zu bleiben? Junge Geflüchtete, der maltesische Inselstaat und Praktiken des Place-Making

Dr. Laura Otto
Goethe Universität Frankfurt

Weltweit sind rund 30 Millionen Minderjährige allein auf der Flucht; einige kommen nach Europa. Ist unklar, wie alt sie sind, wird in der Regel in Altersfeststellungsverfahren durchgeführt. Wer als unter 18 Jahre alt gilt, wird als ‚unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling’ kategorisiert und betitelt. Auf Basis ethnographischen Materials, welches mit jungen Geflüchteten auf Malta generiert wurde, zeigt dieser Vortrag, wie sie die mittelmeerische Insel, die seit 2004 Teil der EU-Außengrenze ist, wahrnehmen, sich aneignen und navigieren. Es werden dabei vielfältige Entgrenzungen, Begrenzungen und Verortungen herausgearbeitet, die mit der Kategorisierung als ‚unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling‘ zusammenhängen. Im Zentrum des Beitrags stehen Praktiken des Auf-Malta-Bleibens, des Weggehens von der Insel, sowie des Zurückkehrens nach Malta. Der Inselstaat wird – entgegen der Vorstellung der Insel als ‚Gefängnis‘ – zur Drehscheibe der Transitmigration junger Menschen. Durch die Fokussierung auf die Place-Making-Praktiken der jungen Geflüchteten werden sie nicht nur als agentitiv handelnde Subjekte verstanden, sondern es wird auch gezeigt, wie sie (formelle und informelle) Entgrenzungen, Begrenzungen und Verortungen im EU-Grenzregime herausfordern und aktiv mitgestalten.

 

Place-Making-Prozesse und plurilokale Selbstverortungen geflüchteter Kinder und Jugendlicher – Methodische Zugänge und Ergebnisse ausgewählter Fallstudien

Prof. Dr. Charlotte Röhner1, Laura Heiker2
1Goethe Universität Frankfurt, 2Universität Frankfurt

Welche Raumaneignungsprozesse Kinder und Jugendliche im Transmigrationsprozess verfolgen, um sich in einem Aufnahmeland zu verorten, wurde bei acht Kindern im Alter von sieben bis 13 Jahren und sechs Jugendlichen aus Afghanistan, Eritrea, Irak und Syrien mit Hilfe der Photo Voice Methode (Wang & Burris 1997; Wuggenig 1990; Flick, Kardoff & Steinke 2009; Kaiser 2017) untersucht. Forschungsleitend ist die Fragestellung nach den Prozessen des Place-Makings geflüchteter Kinder und Jugendlicher im Aufnahmeland und ihrer Selbstverortung im transnationalen Raum. In der erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Raumtheorie werden unter Place-Making Prozesse der Raumwahrnehmung, - nutzung und –gestaltung verstanden (Werlen 2010; Fritsche, Lingg &Reutlinger 2010). Insofern wird in der Studie danach gefragt, wie geflüchtete Kinder und Jugendliche die neuen Sozialräume wahrnehmen, aneignen, beurteilen. Dies wurde mit Hilfe der Photo-Voice-Methode untersucht, bei der die Teilnehmer:innen themenspezifisch einen Satz von Fotos selbst erstellen und die Deutungen der Fotos aus der Perspektive der Proband:innen erfolgt (Wang & Burris 1997; Wuggenig 1990; Flick, Kardoff & Steinke 2009; Kaiser 2017). Wie transnationalen Beziehungen im digitalen Raum gestaltet werden, wurde über Screenshots erfasst. Im Vortrag werden ausgewählte Fallstudien zu Transmigration und Place-making geflüchteter Kinder und Jugendlicher vorgestellt.

 

Vorstellungen vom „guten Ankommen“ in Deutschland: räumliche und soziale Bezüge in Zeichnungen neu zugewanderter Kinder

Prof. Dr. Alexandra König, Dr. Jessica Schwittek
Universität Duisburg-Essen

In einer multimethodisch ausgelegten Studie zu den sozialen Welten neu zugewanderter junger Menschen wurden unter anderem Gruppendiskussionen zum Prozess des „Ankommens in Deutschland“ geführt. Für den jüngeren Teil des Samples (18 Kinder im Alter zwischen 9 und 11 Jahren) wurde als Stimulus eine Bildergeschichte verwendet, die in stilisierten Darstellungen die Geschichte einer Reise erzählt. Die Teilnehmer:innen der Gruppendiskussionen wurden gebeten, ein Bild zu malen, das die Geschichte als „gutes Ankommen“ weitererzählt. Über diese wurde dann in der Gruppe diskutiert. Insgesamt 5 Gruppendiskussionen sowie die dazugehörenden 15 Zeichnungen sind Gegenstand der Analyse, deren Ergebnisse im Vortrag präsentiert werden. Drei zentrale Themen kommen in den Zeichnungen zum Ausdruck: die Anbindung an die Peers, die Positionierung als Schulkind und die Verortung im eigenen privaten Raum. Im Vortrag wird herausgearbeitet, wie die Kinder über diese Themen Positionierungen im physischen wie im sozialen Raum entwerfen und verhandeln. Aus einer interaktionistischen Perspektive fragen wir außerdem danach, inwieweit sie dabei auf eigene (biographische) Erfahrungen und (zukunftsbezogene) Erwartungen Bezug nehmen. Das methodische Vorgehen der Gruppendiskussion mit dem genannten Stimulusmaterial wird mit Blick auf seine Potentiale und Problematiken kritisch diskutiert.

 

Methodological challenges in the conduct of research with refugee children in Greece

Dr. Anneta Potsi1, Dr. Zoi Nikiforidou2
1Universität Bielefeld, 2Liverpool Hope University

This contribution provides insights on refugee children’s thinking, actions and worlds focusing on their experiences and conceptualizations of well-being and brings to the fore the methodological challenges and issues we faced in the process of collecting qualitative data. The data were collected from refugee children attending the pedagogical activities of a community center and inhabiting in private settlements in the mainland of Greece. The aim of this presentation is to expose the methodological and ethical issues we encountered before and during the data collection. Through the case study of 4 Afghan children (4, 6,7 and 8 years-old) we critically reflect on the methodological tools used as a means of exploring refugee children’s sense of wellbeing. The use of the mosaic approach devised by Clark and Moss (2011), which combines methods, strategies and tools that piece together to form a fuller picture of young children’s perceptions enabled us to generate data from multiple sources which we pieced them together and interpreted them from multiple perspectives.



 
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