Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
„Digitalisierung in der Bildung“ – Methodische Herausforderungen und Implikationen für die Forschung in der Erwachsenenbildung
Zeit:
Dienstag, 17.03.2020:
15:00 - 17:00

Ort: S25, Seminargebäude
S25, Gebäude 106, Seminargebäude
Kapazität: 47 Plätze, Bestuhlung: flex
Lage des Gebäudes:https://lageplan.uni-koeln.de/#!106
Raumlage innerhalb des Gebäudes: https://verwaltung.uni-koeln.de/abteilung54/content/sachgebiet_4/hoersaele/lageplaene_der_hoersaele/seminargebaeude/s_25/index_ger.html
Sitzungsthemen:
4. Empirische Bildungsforschung, 9. Erwachsenenbildung, 12. Medienpädagogik, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, quantitativ

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Präsentationen
ID: 156
Arbeitsgruppe
Stichworte: Digitalisierung, Erwachsenenbildung, Survey, Methode, Nachfrage

„Digitalisierung in der Bildung“ – Methodische Herausforderungen und Implikationen für die Forschung in der Erwachsenenbildung

Chair(s): Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha (Universität Tübingen, Deutschland), Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen)

Die gesellschaftliche Diskussion über die Digitalisierung geht mit der Erwartung
einher, Veränderungen des Lehrens und Lernens und den Status der
Digitalisierung wissenschaftlich zu dokumentieren. Offen ist, wie sich die
subtile gesellschaftliche Durchdringung von Handlungspraxen in einem empirisch-analytischen Zugang beobachten und mit Bezug auf die Weiterbildung methodisch angemessen fassen lässt. Im aktuellen „Adult Education Survey“ sind national erstmals repräsentative Daten zur Weiterbildungsbeteiligung mit vertieften Informationen zur weiterbildungsbezogenen Nutzung digitaler Medien erfasst worden. Im Rahmen der Arbeitsgruppe werden die Operationalisierung der Digitalisierungsitems vorgestellt und erste Ergebnisse präsentiert. Zu diskutieren ist u.a. die Lesart dieser empirischen Daten, die auf Fragen zur Passung von Angebot und Nachfrage - im digitalen Zeitalter - verweisen.

 

Beiträge des Panels

 

Zur Etablierung eines Instruments zum (bildungspolitischen) Monitoring in der Erwachsenenbildung - eine Einführung

Frauke Bilger, Miriam Gensicke, Alexandra Strauß
Kantar

Die BMBF-Studie zum Weiterbildungsverhalten in Deutschland dient u.a. als Instrument des (bildungspolitischen) Monitorings im Rahmen der Erwachsenenbildung. Sie wurde seit 1979 alle drei Jahre im Format des Berichtssystems Weiterbildung (BSW) durchgeführt (zuletzt: Rosenbladt & Bilger 2008) und im Jahr 2007 durch den EU-weiten Adult Education Survey (AES) abgelöst (Rosenbladt & Bilger 2008). Seither wird die Studie alle zwei bis drei Jahre für das nationale Bildungsmonitoring und alle fünf Jahre als Teil der EU-Statistik durchgeführt. Neben den zentralen Trendindikatoren werden im Rahmen der Studie bildungspolitisch relevante Themenschwerpunkte aufgegriffen und neben der Trendberichterstattung in Zusatzerhebungen oder -studien separat ausgewertet (z.B. AES-Migra; BMBF 2018).

Im Rahmen der Studie Digitalisierung in der Weiterbildung (AES-Digi) sollte ein Instrument zum Monitoring im Themenbereich „Digitalisierung und Bildung Erwachsener“ entwickelt und im AES implementiert werden. In Kooperation mit einer Forschergruppe wurden dazu Instrumente entwickelt, in kognitiven Pretests erprobt und schließlich im AES 2018 eingesetzt und erhoben.

Der Beitrag geht auf methodische Aspekte des AES ein und stellt die Instrumente der Zusatzstudie AES-Digi vor. Erläutert wird, wie das bislang vergleichsweise umfassende Instrument verkürzt und als dauerhaftes Instrument für ein bildungspolitisches Monitoring von „Bildung Erwachsener mit digitalen Medien“ in den deutschen AES eingehen kann.

 

Zur Operationalisierung von "Bildung in der digitalen Welt" - eine Angebotsanalyse

Katja Buntins, Prof. Dr. Michael Kerres
Universität Duisburg-Essen

Die Bildungsforschung steht vor der Frage, wie sich das Phänomen der Digitalisierung für die Bildung empirisch erfassen lässt. Der typische Zugang, etwa der JIM-Studie, erhebt die Verfügbarkeit und Nutzung von Medien in ihren Funktionen für Information, Unterhaltung, Bildung und Kommunikation. Dabei erweisen sich die erfassten Techniktrends als sehr kurzfristig. Die enge Fokussierung der konkreten digitalen Artefakte verhindert möglicherweise, die Bedeutung des Digitalen für das Lernen und Bildung zu verstehen. Denn nach Baecker (2018) verschränkt sich das Digitale zunehmend mit den analogen Vollzügen der Lebenswelt, und entfaltet seine Wirksamkeit parallel zu der gleichzeitig zunehmenden Unsichtbarkeit (Kerres, 2017).
In der AES-Zusatzerhebung bestand die Chance, ausgehend von mediendidaktischen Überlegungen (Kerres, 2018), ein alternatives Konstrukt für die Erfassung von Informations- und Kommunikationskomponenten der mediengestützen Lernangebote zu erfassen, mit dem sich die Bedeutung in den Angeboten der Erwachsenenbildung untersuchen lässt.

 

Nachfrage nach digital gestützter Weiterbildung – Möglichkeiten und Grenzen von Zielgruppenanalyse

Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha, Karin Julia Rott
Universität Tübingen

Im Rahmen repräsentativer Erhebungen des Weiterbildungsverhaltens – wie dem Adult Education Survey (AES) – werden u.a. sehr differenziert soziodemografische Hintergrundinformationen zu den Befragten erhoben, die die Möglichkeit bieten, die ebenfalls erhobenen Dimensionen von Weiterbildungsverhalten und -interessen für unterschiedliche Teilpopulationen differenziert abzubilden. Diese Studien liefern eine wichtige Grundlage für die Adressaten- und Teilnehmendenforschung in der Erwachsenenbildung (vgl. Gnahs 2018), werden aber nicht ohne Grund häufig mit qualitativen Zugängen kombiniert (z.B. Tippelt u.a. 2009; Rees & Schmidt-Hertha 2017). Die in Repräsentativerhebungen gesammelten Daten zum Weiterbildungsverhalten und -einstellungen begrenzen sich i.d.R. auf den Grad der Zustimmung von den Befragten zu vorab formulierten Aussagen oder deren Häufigkeitsangaben zu Aktivitäten und Erfahrungen. In dem Beitrag wird auf Basis aktueller Ergebnisse zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Medien in Weiterbildungskontexten aus dem AES diskutiert, welche Aussagen über unterschiedliche Zielgruppen möglich sind und an welche Stellen eher methodische Artefakte zu vermuten sind. Dabei steht die Präsenz digitaler Medien in besuchten Weiterbildungsveranstaltungen ebenso im Fokus, wie die Haltung der Befragten gegenüber digitalen Medien in Bildungskontexten und deren soziokulturelle Ausdifferenzierung.

 

Kontextuelle Nutzungsbedingungen digital gestützter Weiterbildung - eine organisationsbezogene Analyse

Prof. Dr. Henning Pätzold, Joshua Dohmen
Universität Koblenz-Landau

Empirische Weiterbildungsforschung lässt sich traditionell in die Beforschung von Nachfrager*innen einerseits und Anbieter*innen andererseits aufteilen So untersucht der wb monitor (Ambos u.a. 2018) die anbietende Seite, während der Adult Education Survey (Bilger u.a. 2017) Adressat*innen befragt. Dazwischen finden sich allerdings eine Vielzahl von Organisationen, die am Zustandekommen von Weiterbildung mittelbar beteiligt sind. Arbeitgeber*innen nehmen durch Entsendung oder Freistellung Einfluss, freizeitliche Organisationsmitgliedschaften geben Anlass zur Weiterbildung (etwa für ehrenamtliche Trainer*innen in Sportvereinen) und nicht zuletzt beruht (digital gestützte) Weiterbildung häufig auf andernorts produziertem Material, dass manchmal gezielt für Bildungszwecke produziert und freigegeben wurde (OER), manchmal aber auch ohne eine derartige Zielsetzung entsteht. So kann es passieren, dass der Internetdienstleister Google einer Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung zufolge „traditionellen Weiterbildungsanbietern den Rang“ (Bertelsmann 2018) abläuft, weil Befragte in einer Studie regelmäßig angeben, weiterbildungsrelevante Informationen über eine Suchmaschine zu finden und sich Lehrvideos bei Youtube anzusehen. Vor dem Hintergrund dieser organisationalen Entgrenzung soll in dem Beitrag dargestellt und diskutiert werden, wie aus Studien wie dem AES auf organisationale Kontexte digital gestützter Weiterbildung geschlossen werden kann.



 
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